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Berichte über unsere regelmässigen Besuche in Indien

Wieder für ein paar Wochen in Ganjam!

Auch dieses Jahr sind wir wieder für ein paar Wochen in Ganjam, wo wir immer mit Freuden erwartet und dementsprechend empfangen werden. Diesmal hatten wir keine so unangenehme Nachricht wie im Mai. Diese hatten wir bereits Mitte Oktober als uns per E-Mail mitgeteilt wurde, dass George der Ehemann von Elizabeth, der Leiterin der Nähschule, unerwartet im Alter von 44 Jahren gestorben sei. Dies war auch der Grund, dass wir wieder zu zweit nach Indien reisten, obwohl Fritz (Uncle) eigentlich diesmal alleine hinreisen wollte, da die Nähschule sehr gut funktioniert. Doch durch den Tod von George, hatte Elizabeth sicher auch die Hilfe von Mayte nötig.

Die Nähschule arbeitet optimal!

Die Nähschule, respektive das Tailoring-Center arbeitet optimal. Zur Zeit arbeiten dort Elizabeth die Leiterin, Shanta und Selma sowie ein Schneider auf Abruf.

Shanta, die weder schreiben noch lesen kann, ist seit dem 1. Juni 2001 im Tailoring tätig und entwickelt sich sehr gut. Sie näht und strickt bereits ebenso gut wie Elizabeth.

Selma beschäftigen wir seit November 2002. Sie machte früher einmal den Tailoring-Kurs und strickt nun zur Hauptsache Pullover. Sie ist sehr ruhig und arbeitsam und freut sich über ihren Verdienst. Sie wird nach den erstellten Stückzahlen bezahlt und erhält hin und wieder ein Extra für besonders gute Leistungen.

Seit 1. Juli 2008 sind es wiederum 11 Frauen und Mädchen, welche an den dreimonatigen Kursen teilnehmen. Da alles gut voranschreitet und es die Zeit erlaubte, machten wir mit den Schülerinnen einen kleinen Ausflug zum Fluss. Baden und Bootfahren war angesagt und sogar Mayte und Elizabeth mussten mit ins erfrischende Bad.






Mayte ist bei den Schülerinnen so beliebt, dass man sie am liebsten für immer in Ganjam behalten möchte und so ist es nicht verwunderlich, dass beim Abschied wiederum Tränen flossen.

Ausbildung als Krankerschwester, Lehrer, Kindergärtnerin und Klempner…

Flavia ist nun seit August in Bangalore und macht die Ausbildung zur Krankenschwester. Ihre Ausbildung wird uns pro Jahr ca. 900 – 1200 Fr. kosten. Wir haben uns die Aufgabe gestellt den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen und dies wird durchgeführt auch wenn die Beiträge für die Patenschaft dafür bei weitem nicht ausreichen.

Shanti befindet sich seit August in der 2 1/2 jährigen Ausbildung für das T.C.H. (Teachers Certificate Higher) womit sie nach dem Abschluss in den höheren Primarschulklassen unterrichten kann.

Fahima Banu besucht das Training um als Kindergärtnerin tätig zu werden.

San Roshan der das I.T.I (Industrial Training Institute) während 2 Jahren besuchte, hat seine Ausbildung zum Sanitär (Klempner) abgeschlossen, und mit einem Dankeschön scheidet er aus den Reihen der Patenkinder.

Razaq Pasha der uns und seinem Onkel und Tante immer wieder Schwierigkeiten bereitete indem er aus beiden Internaten, wo wir ihm die Möglichkeit für eine gute Ausbildung boten, davon lief und nun auch noch die öffentliche Schule nicht mehr besuchen wollte, schied aus diesem Grunde aus dem Programm aus.

Dies sind fünf Beispiele, aber es ist unmöglich von allen Kindern deren Ausbildungsweg zu beschreiben. Haben wir doch heute 110 sogenannte „Patenkinder“ nachdem wir auch jetzt wieder Neue ins Programm aufgenommen haben.

Elternabend

Auf den 29. November 2003 hatten wir bereits vor unserer Ankunft einen Orientierungsabend angesagt. Alle Eltern, sowie die Patenkinder, welche eine höhere Schule besuchen, waren eingeladen. Bis auf wenige Ausnahmen waren alle da. Bedauerlicherweise aber fanden nur fünf Väter den Weg zu dieser Orientierung.

Wir erklärten ihnen unser Hauptziel, nämlich die Kinder eine gute Ausbildung machen zu lassen, und sie auch sonst nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen. Wir baten die Eltern uns bei diesem Vorhaben zu helfen und die Kinder zum Besuch der Schulen anzuhalten.

Jene welche kein Interesse an der Ausbildung haben und immer wieder der Schule fern bleiben und sich nicht bemühen werden schlussendlich nicht mehr durch uns unterstützt, denn es gibt genügend andere Kinder und Eltern die froh sind unsere Hilfe zu erhalten.

Not!

Dass Not in vielen Fällen vorherrscht zeigen die nächsten Beispiele.

Einem Bauer musste eine Niere eingepflanzt werden. Seine Schwester spendete sie ihm. Für die Operation reichte das Geld noch aus doch muss nun die Schwester während 3-4 Monaten täglich auch Tabletten einnehmen, und hierfür reicht das Geld nicht mehr aus. Dazu kommt nun noch, dass der Neffe des Bauern einen Leistenbruch erlitt und vorsorglich ebenfalls operiert werden sollte.

Doch die ganze Familie war schon auf äusserster Sparflamme um die Nieren-Transplantation zu bezahlen, wie soll man nun noch diese Leistenoperation verkraften? Wir erklärten uns bereit für diese Operation sowie für die Tabletten die Kosten zu übernehmen, und vier Tage später war der erst 10-jährige Patient Barath, operiert und wieder zu hause.

Bei einem Besuch in einem der umliegenden Dörfer entdeckten wir ein Mädchen mit einem dicken, geschwollenen rechten Bein. Wir sprachen mit den Eltern und vernahmen, dass das Kind seit Geburt an Elefantiasis leide. Wir haben veranlasst, dass das Kind zur Untersuchung in unsere Vertrauensklinik gebracht wird um abzuklären ob noch eine Behandlung möglich ist. Sollte dies möglich sein, werden wir die Kosten übernehmen.

Akash bekam im Juni wiederum neue orthopädische Schuhe, und normalerweise kontrollieren wir immer ob sie noch i.O. sind oder ob neue benötigt werden. Diesmal aber kam die Mutter und sagte Akash benötige neue Schuhe denn die andern hätte der Hund gefressen.

Diese Beispiele betreffen nun in keinem Fall ein Patenkind. Wir bieten auch Hilfe an alle die sich wirklich in einer Notlage befinden, man kann doch nicht wegschauen wenn ein Kind in Not ist, und man kann auch nicht vor gängig um Spenden bitten um helfend einzugreifen. Hilfe muss spontan und meistens auch dringend gegeben werden. Deshalb sind wir für alle Spenden sehr dankbar die nebst den Kinderpatenschaften gemacht werden, und die es uns ermöglichen Soforthilfe zu geben.

Und wieder reisen wir nach Südindien…

Am 14. Mai 2004 reisten wir wieder nach Südindien und trafen am nächsten Morgen in Ganjam ein. Es war bereits klar, dass 3 von 4, der im Kloster Ganjam tätigen Schwestern transferiert werden, worunter zu unserem Leidwesen auch Sr. Kathleen sein wird. Sie, die uns während 4 Jahren vor Ort zu unserer vollsten Zufriedenheit betreut, unterstützt und vertreten hat.

In der Zeit zwischen Ende des alten Schuljahres und Anfang des neuen, sind die Schwestern immer etwas in Bewegung. Sie benutzen diese Zeit um ihre Angehörigen wieder einmal zu besuchen oder um sich besuchen zu lassen, Seminare zu besuchen, Ferien zu machen usw.

Es ist manchmal unmöglich eine bestimmte Person zu erreichen um Sachen zu organisieren, und doch ist es wichtig für uns vor dem Beginn des neuen Schuljahres auf dem Platz zu sein. So gilt es dann halt abzuwarten und sich zu gedulden, auch um die neuen Schwestern kennen zu lernen.

Sr. Sunita ist angekommen!

Am 18. Mai früh morgens ist Sr. Sunitha angekommen. Sie ist jung und wird sicher eine gute Arbeit machen. Gut ist auch, dass sie so zeitig kam, denn dies gibt uns die Möglichkeit sie zusammen mit Sr. Kathleen, vor deren Abreise, in die Gegebenheiten ihres neuen Tätigkeitsfeldes einzuarbeiten. Es wird doch eine Weile brauchen um alle Kinder und Familien kennen zu lernen und sich mit den Geschehnissen vertraut zu machen. So haben wir denn auch sofort damit begonnen alle Kinder und Familien zu besuchen damit sie auch Sr. Sunitha wieder finden kann.

In der Notaufnahme des staatlichen Spitals…

Als wir in Srirangapatna, Anthony Vincent und seine Mutter besuchten, fanden wir diese zu hause am Boden liegend und voller Schmerzen. Ihr Mann hatte ihr seit 3 Tagen verweigert einen Arzt aufzusuchen, wahrscheinlich deshalb weil er sie so verprügelt hatte, dass sie nicht mehr auf ihren Beinen stehen konnte. Da wir sofort keinen Arzt erreichen konnten brachten wir sie in die Notaufnahme des staatlichen Spitals. Hier wurde sie notdürftig behandelt und wieder nach hause entlassen. Wir versorgten sie mit Lebensmitteln für sich und die beiden Kinder.

Wie sich die Notaufnahme und der Injektionsraum in diesem staatlichen Spital präsentieren, zeigen die folgenden Fotos.

NOT-Aufnahme heisst es wahrscheinlich weil hier ganz grosse Not herrscht.

Ein Rollstuhl für Babu!

Bei unserem Besuch der Familie von Anthony Ravi und Anthony Kiran beschliessen wir für den teilweise gelähmten Vater einen Rollstuhl zu kaufen damit er besser ins Freie und in die nähere Umgebung gehen kann. Bereits am nächsten Tag müssen wir nach Mysore und besorgen dort den Rollstuhl. Babu, der Vater freut sich riesig darüber. Leider erhalten wir am 25. Juni 2004 die Mitteilung, dass er mit einer Herzattacke in die Klinik eingeliefert werden musste. Die Ärzte kämpfen um sein Leben und wir hoffen nur das Beste.

Erfreuliche Nachrichten!

Doch nun noch ein paar etwas erfreulichere Nachrichten:

Fahima Banu hat die Ausbildung zur Kindergärtnerin abgeschlossen und hat im Kindergarten der Karmeliten-Schwestern eine Anstellung erhalten.

Auch Anthony Raj der mit seinem MA-Abschluss längere Zeit auf Job-Suche war, hat nun in Bangalore bei einer Versicherung eine Anstellung gefunden.

Jyothi wurde am 24. April 2004 definitiv als Nonne in die Kongregation der St. Teresas Karmeliten Schwestern aufgenommen.

Eine Bernina Nähmaschine für feine und anspruchsvolle Arbeiten…

Allen 11 Frauen und Mädchen, welche die Schneiderei-Kurse besuchten, konnte das begehrte Zertifikat für die bestandene Kursteilnahme ausgehändigt werden.

Aus der Schweiz haben wir eine Bernina Nähmaschine mitgebracht womit auch sehr feine und anspruchsvolle Arbeiten erledigt werden können. Natürlich nicht durch die Schüler sondern durch Elizabeth der Leiterin der Nähschule. Und dies natürlich auch nur wenn nicht gerade eine der sehr häufigen Stromabschaltungen im Gange ist. Das ist neben dem Anschaffungspreis auch ein Grund dafür, dass die indischen Schneider auf den altbewährten Singer Tretmaschinen arbeiten.

Wie hat sich Sr. Sunitha eingearbeitet?

Gespannt waren wir natürlich darauf wie sich unsere neue Sr. Sunitha eingearbeitet hatte. Während unserer Abwesenheit hat sie sich liebevoll um alle Anliegen der Kinder und deren Familienangehörigen gekümmert. Wir konnten ihr ein grosses Lob aussprechen, denn alles war perfekt und auch die Buchführung war absolut in Ordnung.

Sr. Sunitha sorgt auch dafür, dass alle Patenkinder ihren Paten zu Weihnachten/Neujahr eine Karte sendet. Manche mögen sich über die schöne Schrift und die Zeichnungen auf den Karten gewundert haben. Die Erklärung hierzu ist einfach; für viele Kinder hat die Schwester selbst Hand angelegt und diese mussten dann nur noch unterschreiben. Wir baten nun aber Sr. Sunitha in Zukunft die Kinder selber schreiben und zeichnen zu lassen und eventuell nur die Übersetzung von Kannada ins Englische zu machen, für jene Kinder die noch kein Englisch können.

Wir suchen einen Englisch-Lehrer…

Stichwort Englisch: Schon seit längerer Zeit haben wir uns nach einem guten Englisch-Lehrer oder Lehrerin umgesehen um einigen auserwählten Kindern Englisch Unterricht zu geben. Was nämlich in den Standard-Schulen an Englisch gelehrt und gelernt wird taugt nicht sehr viel.

Am 20. November 2004 war es dann so weit, unsere erste Englischklasse startete ihren Unterricht. Der Lehrer kommt aus Mysore und unterrichtet am späten Mittwochnachmittag, sowie am Samstagnachmittag, insgesamt 5 Stunden pro Woche. Er wird von 1×1 für Indien pro Stunde bezahlt und wir hoffen, dass der Unterricht andauert und die Kinder einiges davon profitieren werden.

Die Nähschule entwickelt sich immer besser!

Unser Tailoring-Center respektive die Nähschule entwickelt sich immer besser. Bei unserer Anwesenheit Mai/Juni konnten wir einige Stricksachen mit nach Hause nehmen und diese in der Schweiz verkaufen. Da wir hier viel mehr dafür erhalten als in Indien bedeutet dies, dass wir dadurch einen schönen Betrag in die Kasse geben konnten.

Obwohl das Center ein Teil des 1×1 für Indien ist, soll es autonom und selbsttragend arbeiten. Das heisst es führt eine eigene Rechnung welche selbstverständlich durch uns kontrolliert und im Bedarfsfall auch gespeist wird.

Die neuen Nähkurse begannen am 1. Juli 2004 mit insgesamt 11 Schülerinnen und dauern bis Ende März 2005.

Sehr viele warten auf einen Platz um an den Kursen teil zu nehmen, doch können wir nur maximal 10 – 11 Teilnehmerinnen berücksichtigen. Bei einer zu grossen Anzahl von Schülerinnen würden diese nicht mehr so viel profitieren.

„Tailoring Assossiation of Karnataka“ hat uns besucht…

Im Oktober 2004 hatte die Nähschule Besuch von Vertretern der „Tailoring Assossiation of Karnataka“. Diese Herren waren höchst erstaunt über die Räumlichkeit, die Ausrüstung sowie über das Programm der Ausbildung. Sie erklärten, dass sie noch keine so schöne, saubere, gut organisierte und geführte Nähschule angetroffen hätten.

Wir stellen „SODIS“ vor!

Heute Nachmittag besuchen wir zusammen mir der Schwester einige Familien in „Mini-Pakistan“ und führen das „SODIS-Projekt“ vor. Dies ist ein Methode um sauberes Trinkwasser zu gewinnen ohne zu kochen. Es gibt solche die es versuchen wollen. Warten wir ab ob es klappt. Die Schwester hat hin und wieder hinzugehen um zu instruieren und zu kontrollieren.

In die Falle getappt!

Heute ist malen angesagt, der Handlauf der Aussentreppe muss gestrichen werden. Da ausser den Tailoring-Leuten heute eigentlich niemand kommen muss ist dies der beste Tag. Aber jeden Neuankömmling muss man schon auf Distanz warnen nicht den Handlauf zu berühren. Schnell eine Minute weg um die Nase zu putzen und schon kommt Ramachandra und tappt in die Falle respektive in die Farbe.

Besuch der Schule von Kirangoor

Besuch der Schule von Kirangoor zur Kontrolle von Robert Roshan. Er ist in der Schule, jedoch hat er dieses Jahr von 99 Schultagen 30 Absenzen. Wenn er sich nicht bessert bis zum Mai wird er nicht mehr unterstützt.

Bei Anthony Ravi und Anthony Kiran sollte das Hausdach repariert werden. Wir haben gesagt wie und sie sollen uns einen Kostenvoranschlag unterbreiten. Wir rechnen mit höchstens 4000 – 5000 INR, da fast keine Materialkosten anfallen werden.

Und wieder geht’s nach Ganjam in Indien

Am 15. Mai 2005 sind wir der schneebedeckten Bergkuppe des Rigi und den im Tal herrschenden winterlichen Temperaturen entflohen um in wärmere Gegenden zu ziehen. Nicht, dass wir etwa umgezogen sind aber unsere Verpflichtungen in Indien riefen uns.

So aussergewöhnlich kalt es bei uns in der Schweiz war, genau so aussergewöhnlich heiss empfing uns Indien. Die in der Gegend des südlichen Karnataka fallenden Regen vom Februar und März waren ausgeblieben und so gab es tagsüber Temperaturen von 35° – 38° im Schatten und auch in unserem Gebäude stiegen die Temperaturen auf über 30 Grad. Nicht verwunderlich, dass man selbst beim Ausruhen zum Schwitzen kam.

Das Ausruhen beschränkte sich sowieso nur auf die Nachtzeit denn tagsüber werden wir voll gefordert, sei es im Nähcenter, beim Besuchen der Familien, oder als Anlaufstelle für alle möglichen Bitten um Hilfe und Unterstützung. Doch die Nacht gehört uns, denn in dieser ländlichen Gegend gibt es keine Möglichkeit sich am Abend zu vergnügen. Kein Kino, keine Konzerte, kein Fernsehen, nichts als dunkle Nacht und manchmal sogar sehr dunkel, wenn gerade wieder mal der Strom ausfällt. Nach etwas plaudern und manchmal etwas spielen geht es meistens schon zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett. Jedoch am Morgen früh um 5 Uhr ist Tagwache und die Luft angenehm frisch. Es bleiben etwa drei Stunden wo man ohne gestört zu werden etwas erledigen kann, doch etwa um 8 Uhr geht der Alltag los.

Unser Englisch-Lehrer nimmt jetzt Musikunterricht und hat keine Zeit mehr!

In unseren letzten Nachrichten konnten wir erfreut mitteilen, dass wir einen guten Englisch-Lehrer gefunden hatten und eine Anzahl Kinder vom Englischunterricht profitieren konnten.

Leider hat sich jedoch dieser Lehrer dazu entschlossen nun seinerseits Musikunterricht zu nehmen, so dass ihm die Zeit fehlt um noch neben seinem Lehrerberuf bei uns zu unterrichten. Selbstverständlich werden wir uns bemühen wieder eine gute Lehrkraft zu finden, doch dies wird wiederum nicht einfach sein.

Wieder haben einige Kinder ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen!

Wiederum haben ein paar Kinder, respektive Jugendliche dank unserer Unterstützung ihre Ausbildung abgeschlossen. So zum Beispiel hat Deepu sein BCom Diplom (Bachelor of Commerce), Shilpa ist Hilfskrankenschwester, Gracy Anthony hat die Ausbildung zur Krankenpflegerin beendet und Anthony Fernandez sein ITI-Training (Industrial Training Institute) Preethi hat das B. Sc. Diplom (Bachelor of Science) und wird hiermit sicher eine gute Anstellung finden.

Leider aber gab es im vergangenen Jahr auch Abgänge. So ist Anthony Robert von seiner Familie nach Bangalore zu Verwandten platziert worden, wo er wahrscheinlich als billige Arbeitskraft missbraucht wird. Sanjay Anthony ist mit seiner Mutter nach Bangalore gezogen. Scheinbar hat sein Vater der Mutter untersagt weiterhin in Ganjam zu wohnen obwohl er überhaupt nie zu hause war und sie nie unterstützt hat. Robert Roshan den wir seit 2 Jahren immer wieder ermahnten haben wird nun aus dem Hilfsprogramm genommen, da er praktisch nie zur Schule ging. Weder wir, noch Sr. Sunitha oder seine Mutter konnten ihn davon überzeugen, dass die Schule wichtig ist für seine Zukunft.

Wir vergeben keine neuen Patenschaften mehr!

Wie wir in unserem Nachrichten-Nachtrag mitteilten und begründeten, vergeben wir keine neuen Patenschaften mehr. Die Zahl der Patenkinder hat sich deshalb auf 96 reduziert. Wesentlich erhöht hat sich jedoch die Zahl der nicht von einem Paten oder einer Patin unterstützten Kinder.

Es sind 70 neue Kinder, die in irgend einer Form unsere Unterstützung für ihre Ausbildung bekommen.

SODIS erneut erklärt!

Wie bereits im November, jedoch diesmal viel intensiver, versuchten wir den Frauen in einem Muslim-Viertel die Vorteile der Trinkwasser Aufbereitung mittels SODIS (Abkürzung von Solar Water Disinfection) bei zu bringen. Wir hatten schon vorher PET-Flaschen gesammelt und erklärten ihnen nun die ganz einfache Handhabung. Täglich gingen wir hin, kontrollierten und erklärten aufs Neue was richtig und falsch war. Ob sich das SODIS jedoch durchsetzen wird ist fraglich. Solange am Morgen und am Abend klares Wasser aus den Röhren fliesst und die Frauen wissen, dass dieses Wasser über die Wasseraufbereitungsanlage zu ihnen kommt, glauben sie es sei auch zum Trinken geeignet. Dass es sich dabei aber um Flusswasser handelt worin Autos, Kühe, Wäsche usw. gereinigt werden, wo Abläufe hinein geleitet werden und in der Aufbereitung nur der gröbste Dreck zurückgehalten wird ist ihnen nicht bewusst und glauben es nur schwerlich.

Positive Neuigkeiten aus der Nähschule!

Unser Tailoring-Center (Nähschule) arbeitet nach wie vor ausgezeichnet. Auch spricht es sich langsam herum, dass die Schuluniformen welche wir herstellen von besserer Qualität sind als üblich und somit auch länger halten. Daher sind viele Mütter, von nicht unter-stützten Kindern, bereit diese bei uns zu kaufen obwohl sie ein paar Rupien teurer sind.

Dasselbe gilt auch für andere Kleidungsstücke und hilft der Nähschule die Kosten zu decken.

Durch den Verkauf von einigen Artikeln in der Schweiz, wo natürlich viel mehr bezahlt wird als in Indien, konnte die Kasse des Nähschule, einen schönen Zustupf verbuchen.

Hier zwei Beispiele aus unserer Nähschule. Für den nächsten Winter werden wieder eine Menge Pullover und Jäckchen gebraucht, obwohl auch dann Temperaturen vorherrschen wie bei uns im Sommer.

Von den 11 Frauen und Mädchen welche die Nähkurse begannen haben leider nur 7 bis zum Schluss durchgehalten und konnten das heiss begehrte Zertifikat in Empfang nehmen.

Schulen sind verpflichtet den Schülern ein Mittagessen abzugeben…

Seit letztem Jahr sind die Schulen verpflichtet den Schülern ein Mittagessen abzugeben. Auch die Schule der Karmeliten-Schwestern von Ganjam ist davon betroffen und muss täglich für ca. 370 bis 380 Kinder kochen. Zuerst kochte man im Freien wie die Pfadfinder und Camper. Jedoch bei Wind und Wetter war dies nicht möglich und sie bekamen ein kleines und baufälliges Lokal zur Verfügung gestellt.

Die Feuerung mit Holz ist kostspielig und zudem im geschlossenen Raum mit viel Rauch verbunden.

Wir beschlossen für die Schule eine Küche zu bauen welche den neuen Anforderungen genügt. Nach unserer Rückkehr erklärte sich ein Spender bereit die Kosten hierfür von Fr. 4200.- zu übernehmen.

Herzlichen Dank!

Immer wieder diese Korruption!

Dass wir immer wieder mit Korruption konfrontiert werden zeigen zwei kleine Beispiele:

Wir müssen feststellen, dass wir für bezahlte Schulkosten an staatlichen Schulen keine Quittungen erhalten. Ob dies wohl damit zu tun hat, dass diese Kosten „irrtümlich“ oder ungerechterweise verlangt werden?

Die Mutter von Sandya Rani, welche weder lesen noch schreiben kann, kam zum x-ten Mal und brachte nun endlich das für die Einschreibung an der Schule notwendige Geburtszertifikat. Der Name des Kindes aber fehlte. Für dieses Formular hat man ihr 200 Rs. abverlangt. Nachbarn überzeugten sie aber bereits vorher ein Kastenzugehörigkeits-Zertifikat zu verlangen welches ihr, obwohl es in Indien offiziell keine Kasten mehr gibt, ausgestellt wurde und man ihr hierfür sogar 250 Rs. abknöpfte. Ein solches Zertifikat ist normalerweise für 20-30 Rs. zu bekommen.

Dieses Beispiel zeigt wieder einmal deutlich wie die ungebildeten und armen Leute betrogen werden. Inhaber von Stellen nützen die Unwissenheit der Analphabeten um sich zusätzliche Einkünfte zu beschaffen.

Wir kehren dem halbjährlichen Turnus den Rücken…

Bis an hin reisten wir jeweils im Mai/Juni sowie im November/Dezember nach Indien um vor Ort nach dem Rechten zu sehen, um zu organisieren, mit zu helfen und die Abrechnungen zu machen. Dies ist nun das erste Mal seit 10 Jahren, dass wir diesem halbjährlichen Turnus den Rücken gekehrt haben. Wir können dies absolut verantworten da die Schwester, welche für uns dort tätig ist, sehr gute Arbeit leistet und auch die Nähschule durch deren Leiterin kompetent geführt wird.

Und da wir, wie bereits in früheren Berichten und Mitteilungen vermerkt, keine Patenkinder mehr aufnehmen welche immer von uns selbst ausgesucht wurden ist auch unsere Anwesenheit nicht mehr so oft nötig, obwohl man uns am liebsten das ganze Jahr über dort haben möchte. Die Bitten und Gesuche um Unterstützung von Kindern und Familien, werden von der Schwester untersucht und entschieden. In Zweifelsfällen nimmt sie Rücksprache mit uns sei es per Briefpost oder in dringenden Fällen per E-Mail, welche jedoch nur über eine entfernte Aussenstelle gemacht werden können.

Dass wir bei unseren Reisen nach Indien nun auch anfangen grössere Intervalle zu machen ist auch darin begründet, dass die Reisen immer teurer werden. So gilt es auch hier zu sparen und sich nach günstigen Flugverbindungen umzusehen. Diese Reise vom 23. Januar 2006 führte uns deshalb auch nicht via Bombay nach Bangalore und Ganjam sondern via Colombo in Sri Lanka.

Der Nachteil bestand diesmal jedoch darin, dass wir in Colombo keinen direkten Anschluss hatten und erst am nächsten Tag weiter fliegen konnten.

Republic Day (Nationalfeiertag)

So sind wir also erst am Mittag des 25. Januar 2006 in Ganjam angekommen und am nächsten Tag war in Indien der Republic Day (Nationalfeiertag). Überall werden Veranstaltungen gemacht, die Nationalflagge gehisst und Reden geschwungen. Auch an den Schulen wird gefeiert und wir wurden als Gäste zu einer Veranstaltung an der Schule der Karmeliten Schwestern eingeladen. Angefangen bei den Kindergärtnern bis hin zu den Schülern der 7ten Klasse hatten alle etwas vorzuführen. Mit grossem Fleiss und lauter Musik wurde getanzt, geturnt und gesungen. Der ganze Anlass wurde von Shabeer, einem ehemaligen Patenkind, welches nun an der Schule als „Physical Trainer“ (Sportlehrer) angestellt ist, perfekt organisiert und geleitet.

Minimale Fortschritte im Englisch!

In unserem letzten Bericht meldeten wir, dass sich der Englisch-Lehrer verabschiedete. Nicht sofort, jedoch auf Anfang Juli 2006, wurde ein neuer Lehrer gefunden welcher zu den gleichen Bedingungen wie sein Vorgänger, zweimal wöchentlich nach Ganjam kommt und einige Interessierte unterrichtet. Dieser Englischunterricht wird nun seit November 2004 gegeben. Leider wir müssen feststellen, dass die Fortschritte der einzelnen Teilnehmer sehr minimal sind. Alle können zwar sehr gut lesen und schreiben, doch stellt sich die Frage, ob sie auch wissen was sie lesen und schreiben. Denn wenn man sich mit ihnen in Englisch unterhalten will, steht man meist wie vor einer Mauer. Wir geben aber nicht auf und haben Hoffnung, dass sich alles noch verbessert.

Shanti hat ihre Ausbildung als Lehrerin erfolgreich abgeschlossen!

Im vergangenen Herbst hat auch Shanti ihre Ausbildung als Lehrerin abgeschlossen und unterrichtet nun die Kinder einer ersten Klasse. Ihr Anfangslohn ist 2000 INR pro Monat (ca. 57 CHF), ein sehr guter Anfangslohn für das südliche Karnataka und dazu hat sie noch gratis Unterkunft und Verpflegung.

Fehlt Pushpamary die Motivation?

Pushpamary hat das Examen für das P.U.C. (Pre University College) nicht angetreten und zeigt auch kein Interesse dies zu tun. Wir haben mit ihr gesprochen und wollten sie ermuntern dies zu tun, jedoch ohne Erfolg. Wir organisierten für sie eine Anstellung in einem Ayurveda-Zentrum wofür sie sich anfänglich interessierte, schlussendlich jedoch nicht bereit war diese Stelle an zu nehmen. Wir gaben ihr nun noch die Chance das CC (Community College) zu besuchen um sich zur Krankenpflegerin auszubilden. Wird sie auch dies nicht wollen oder nicht regelmässig am Kurs teilnehmen, können wir leider nichts mehr für sie tun.

Anthony Vincent und andere sind nun im Internat!

Für den Erstklässler Anthony Vincent konnte ein Internatsplatz gefunden werden, um die 1. Klasse nachzuholen, denn als er noch zu Hause war ging er nie zur Schule. Seine Mutter verliess das Haus morgens früh um zur Arbeit zu gehen und er benutzte dies um die Schule zu schwänzen. Der Vater kümmert sich nie um die Familie und kommt nur nach Hause um zu schlafen, oder sich vom Alkoholrausch zu erholen.

Auch in einer Internatsschule sind Divya, Amalorbhavamary, Sheela, Silvia da Silva, Priyanka, Priyamala und Jyothi.

Ein weiterer Versuch mit SODIS…

Wie im letzten Bericht erwähnt haben wir uns alle Mühe gegeben den Frauen in einem Muslim-Viertel die Vorteile der Trinkwasseraufbereitung mittels SODIS beizubringen. Leider müssen wir nun aber feststellen, dass sich diesbezüglich ohne unsere Anwesenheit und Kontrolle gar nichts tut. Es ist leider sehr schade, aber wir können die Leute nicht zwingen gutes Trinkwasser aufzubereiten.

Immer voll mit Arbeit ausgelastet!

Das Nähcenter ist immer voll mit Arbeit ausgelastet. Zum Leidwesen von Elizabeth, der Leiterin, haben sich aber nur vier Frauen für den 3 dreimonatigen Kurs, von Juli bis März 2006 eingeschrieben. Grund hierzu ist, dass eine andere Schule gratis, Kurse angeboten hat, inklusive dem Versprechen eine Nähmaschine zu erhalten. Wir haben nun diese Schule besucht und folgendes festgestellt:

  • 2 Lehrerinnen
  • 1 Schülerin
  • und einige alte verstaubte Nähmaschinen

Einen Kursplan oder irgendwelche Studienunterlagen gab es nicht, auch ein Arbeitstisch zum Zuschneiden war nicht vorhanden, eben so wenig gutes Werkzeug. Jede Schülerin die zu den Kursen kam konnte selbst entscheiden was sie machen wollte.

Seit wir unsere Nähschule betreiben wurde schon verschiedentlich versucht uns zu kopieren, jedoch bis an hin ohne irgend einen Erfolg. Nach kurzer Zeit liefen die Schülerinnen davon und die vom Schulministerium gestifteten Maschinen verschwanden irgendwo.

Bereits sind aber, dieser Schule davon gelaufene, Schüler zu uns gekommen und wollten an den Kursen teilnehmen. Da wir aber für diese Kurse eine genaue Planung haben ist ein Einstieg längere Zeit nach Beginn nicht mehr möglich. Es ist somit anzunehmen, dass der nächste Kurs ab Juli 2006 wieder voll ausgebucht sein wird.

Herzlichen Dank an den grosszügigen Spender!

Seit letztem Jahr sind die Schulen verpflichtet den Schülern ein Mittagessen abzugeben. Auch die Schule der Karmeliten-Schwestern von Ganjam ist davon betroffen und muss täglich für ca. 370 bis 380 Kinder kochen. Zuerst kochte man im Freien wie die Pfadfinder und Camper. Jedoch bei Wind und Wetter war dies nicht möglich und sie bekamen ein kleines und baufälliges Lokal zur Verfügung gestellt.

Die Feuerung mit Holz ist kostspielig und zudem im geschlossenen Raum mit viel Rauch verbunden.

Wir beschlossen für die Schule eine Küche zu bauen, welche den Anforderungen genügt. Nach unserer Rückkehr erklärte sich ein grosszügiger Spender bereit die Kosten hierfür von Fr. 4200.- zu übernehmen. Herzlichen Dank!

Diese Küche ist nun fertig gestellt und alle sind sehr glücklich darüber. Einen ausführlichen Bericht darüber finden Sie unter Schulküche.

Ein Hilfeschrei…

Nachdem wir am 7. Februar 2006 von Ganjam abgereist sind, waren wir sehr erstaunt über das E-Mail, welches uns unsere Nähschulleiterin Elizabeth am 25. März 2005 zukommen liess.

Ein Hilfeschrei…

Daraus war zu vernehmen, dass Sr. Sunitha, welche erst seit Mai 2004 für uns tätig ist, abberufen und an einen anderen Ort versetzt werde. Da läuteten bei uns natürlich die Alarmglocken. Wir waren mit der Arbeit von Sr. Sunitha sehr zufrieden und hofften nämlich schon insgeheim, dass sie dem 3-jährigen Turnus der Transfers nicht anheimfallen würde, und nun dies!

Wir setzten uns sofort mit der Oberin von Karnataka in Verbindung und versuchten diese Versetzung rückgängig zu machen. Wir konnten uns nicht vorstellen bereits wieder im Mai für ein paar Wochen nach Ganjam zu gehen um eine neue Schwester mit ihren Aufgaben vertraut zu machen. Sie können sich vorstellen, dass es sehr lange dauert bis eine neue Kraft all die Gegebenheiten, all die Probleme und Sorgen der über hundert betreuten Kinder und deren Familien kennt und weiss wie sie am besten vorgehen und helfen kann.

Aber all unser Bitten nützten nichts, die Versetzung war beschlossene Sache und wir als Aussenstehende konnten uns sowieso nicht in die Angelegenheiten der Kongregation einmischen. Das einzig Positive an der ganzen Geschichte schien zu sein, dass an Stelle von Sr. Sunitha die Sr. Dulia nach Ganjam kommen sollte, sie die auch schon mal 1997/98 da war und sicher noch eine kleine Ahnung hatte wie das 1×1 für Indien funktionierte.

Wir konnten auch erreichen, dass die beiden Schwestern 2 Wochen zusammen waren und so die Informationen ausgetauscht werden konnten. Wir verlangten von Sr. Sunitha auch einen Rechnungsabschluss und die Übergabe an Sr. Dulia. Insofern konnten wir doch etwas beruhigt sein und in Ruhe abwarten was uns bei unserem nächsten Besuch in Ganjam vom November 2006 erwarten würde.

Der reinste Albtraum…

Nun am 17. November 2006 am Abend erreichten wir nach einer 4-stündigen Fahrt bei Dunkelheit und anhaltendem Regen unser Ziel in Ganjam. Diese Fahrt vom Flughafen in Bangalore bis hierher war mit europäischen Verhältnissen verglichen der reinste Albtraum. Obwohl die Strasse Bangalore-Mysore nun 4-spurig fertig gestellt ist, brauchten wir für die 150 km bis Ganjam diese Zeit. Dazu muss man wissen, dass man ohne richtig funktionierende Scheibenwischer fast nichts sieht, dass der alte Ambassador nicht zu den schnellsten Autos gehört und sich auf der Strasse nebst Autos auch noch Ochsenkarren, Fussgänger, unbeleuchtete Fahrzeuge und so vieles mehr befindet. Doch waren wir zufrieden, heil und unverletzt angekommen zu sein.

38 Teilnehmer im Englischkurs?

Eine der Überraschungen war feststellen zu müssen dass sich die Teilnehmerzahl an unserem angebotenen Intensiv-Englisch-Kurs schlagartig auf 38 erhöht hatte. Unsere liebe neue Schwester hat den Sinn und Zweck dieses Kurses verkannt und nach indischer Praxis so viele Schüler wie nur möglich in den Kurs integriert. Ohne unser Eingreifen wäre die Anzahl der Schüler in nächster Zeit sicher noch gestiegen. Wir besprachen uns mit dem Lehrer und reduzierten die Anzahl auf 19 Teilnehmer. Dies ist wirklich das Maximum um noch einigermassen gut unterrichten und vom Kurs profitieren zu können.

Zudem haben wir für diesen Kurs ein provisorisches Ende per November 2007 gesetzt.

Der Kurs begann im November 2004 und wir nehmen an, dass in 3 Jahren genügend Kenntnisse vorhanden sein sollten, sich im Englisch zurecht zu finden.

Ob ein neuer Kurs mit neuen Schülern angesetzt wird, muss erst noch überlegt und besprochen werden. Interessenten sind sicher vorhanden doch müssen wir auch die Kosten berücksichtigen.

Andere Nähschulen geben auf!

Eine eigentliche Überraschung aber war es nicht festzustellen, dass der von einer andern Schule angebotene Nähkurs wieder aufgegeben wurde. Das Resultat davon war, dass sich bei unserer Nähschule wieder mehr als 30 Frauen und Mädchen meldeten um an unseren Kursen teil zu nehmen. Aber wie schön früher erwähnt nehmen wir nur maximal 12 Schülerinnen auf um noch effizient unterrichten zu können. Eine Lösung würde darin bestehen am Vormittag und am Nachmittag je einen Kurs zu führen, aber dies würde unser Tailoring blockieren für die Herstellung der Uniformen und Kleider für die unterstützten Kinder.

Was unsere Tailoring-Crew leistet darauf können wir recht stolz sein, denn immer wieder erhalten wir Komplimente von Besuchern betreffend der hergestellten Sachen sowie der vorherrschenden Ordnung und Sauberkeit der Räumlichkeiten und Maschinen.

So haben sie sich denn auch eine Weihnachtsgratifikation verdient welche sie mit Freuden in Empfang nahmen.

Die Höhenlage von rund 800 m.ü.M macht sich bemerkbar…

Dass die Leute in Indien nicht nur der Hitze sondern auch kühlen und kalten Temperaturen ausgesetzt sind ist eine Tatsache. Obwohl wir hier im Süden von Indien sind, so macht sich doch die Höhenlage von rund 800 m.ü.M bemerkbar indem die Temperatur in der Nacht bis auf rund 16 Grad fallen kann. Aber bereits wenn es kühler wird und wir uns noch hemdsärmlig wohl fühlen, sieht man Leute die wie im Winter eingepackt sind um sich vor der Kälte zu schützen. So geben wir denn auch Strickjacken und Pullover an die Kinder ab.

Girija und Radha arbeiten beide bei uns im Tailoring als Strickerinnen und sind dafür besorgt, dass immer genügend Stricksachen bereit sind.

1×1 für Indien spielt Christkind

Für Überraschung sorgten aber auch wir selbst. Doch hierzu lesen Sie den nachfolgenden Artikel den wir in unserer Lokalpresse abdrucken liessen.

1×1 für Indien spielt Christkind

Wie schon so oft, waren wir auch in dieser Adventszeit wieder bei den Kindern in Indien. Und seit langem ist den Kindern bewusst, dass wenn der „Uncle und Aunty“ (Onkel und Tante werden wir genannt) vor Weihnachten da sind gibt es ein kleines Geschenk. Dieses Jahr bekam jedes der unterstützten Kinder ein grosses Frottiertuch, eine wohlriechende Seife sowie einige Süssigkeiten. Alle, ob gross oder klein, freuten sich riesig darüber.

Ein ganz besonderes Glück!

Die 8-jährige Ashwini hatte aber ein ganz besonderes Glück. Ihr Patenonkel hatte uns nämlich beauftragt sie zu fragen was sie sich zu Weihnachten wünschte. Mit ihrem ersten Wunsch, einen Hund, konnten wir uns nicht so richtig abfinden und erklärten ihr, dass so viele herrenlose, streunende Hunde gibt und sie sich doch an dessen Stelle etwas anderes wünschen solle.

Wir waren ganz überrascht, nach kurzem Überlegen kam kein Wunsch nach Schmuck, Spielsachen oder ähnlichem, nein sie entschied sie sich ganz bestimmt für Kleider und Schuhe. Obwohl während des Jahres alle Kinder die nötigen Kleider und Schuluniformen von der 1×1 für Indien eigenen Schneiderei bekommen. In unserer Nähschule durfte sie sich zwei Bekleidungen aussuchen und für die Schuhe ging sie mit der „Tante“ Mayte und Elizabeth, der Leiterin der Nähschule, zum nächst grösseren Ort Srirangapatna zum einkaufen.

Ausser den üblichen Schlüpfern die man zwischen die Zehen klemmt haben diese Kinder noch nie Schuhe besessen. Es ging nun also ans Auslesen und Probieren. Zum Schluss kam Ashwini nach hause mit 1 Paar Schuhe und Socken für die Schule, 1 Paar Turnschuhe und Socken, 1 Paar Slippers sowie einem Paar für den Sonntag. Sie strahlte über das ganze Gesicht und ihre Augen leuchteten als hätte sie einen 6er im Lotto gewonnen. Natürlich mussten Fotos gemacht werden um ihrem Patenonkel zu zeigen was sie sich gewünscht hatte.

Wenn Sie nun liebe Leser und Leserinnen meinen dies sei nun doch etwas übertrieben so bedenken Sie, dass wir im Namen des Patenonkels für die ganze Aktion den fast unglaublichen Betrag von nur ca. CHF 30.- ausgegeben haben. Nur schon die Freude und das Glück des Kindes zu erleben sind diesen Betrag mehr als wert.

Ausbildung beendet oder leider aufgegeben!

Die nachfolgend genannten Kinder respektive bereits jungen Männer und Frauen haben ihre Ausbildung beendet oder, was leider auch vorkommt, aufgegeben und können nun ohne Unterstützung von 1×1 für Indien ihre weitere Zukunft gestalten und ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Swetha Mary (links im Bild) und Anthoniamma haben beide das CC (Community College) beendet und haben ihr Diplom als „Nursing Assistance“ erhalten. Damit können sie nun eine Arbeit als Hauspflegerin oder Hilfskrankenschwester aufnehmen.

Vincent hat das ITI (Industrial Training Institute) und somit seine Ausbildung zum Elektroniker abgeschlossen.

Jesudas hat sein Studium mit dem BA (Bachelor of Arts) abgeschlossen. Er ist nach Kalkutta verreist und will dort versuchen in einem Priesterseminar seinen Traum, Priester zu werden, zu erfüllen.

Arokiaraj hat das PUC (Pre University College) beendet. Dies entspricht in etwas unserer Matura. Doch weiterhin zur Schule gehen will er nicht mehr und sucht sich deshalb eine geeignete Stelle.

Stephen Raj, Ameena Banu sowie Dhanalakshmi hatten alle drei Mühe mit der Abschlussprüfung der 10ten Klasse welche ihnen die Tür für ein weitergehendes Studium öffnen würde. Stephen Raj gab deshalb auf und die beiden Mädchen versuchten während eines weiteren Jahres, unterstützt vom 1×1, die Prüfung noch zu bestehen, doch leider ohne Erfolg.

Flavia, welche sich im dritten Jahr der Ausbildung zur Krankenschwester befand hat die Prüfungen nicht bestanden und leider ihre Bemühungen aufgegeben.

Wir bedauern, dass diese jungen Leute nicht mehr Ehrgeiz zeigen, doch leider können wir sie nur beraten und unterstützen, doch die Leistung müssen sie selbst erbringen. Wir denken aber, dass auch ihnen dank unserer Hilfe für eine gute Schulbildung die Zukunft leichter fallen wird als wenn sie überhaupt keine Schulbildung erhalten hätten, und schliesslich kann nicht jeder Schüler oder jede Schülerin ein Genie sein, wie auch bei uns nicht.

Echt traurig stimmt uns aber die Tatsache, dass Priyanka aus dem Internat ausgerissen ist und bis heute niemand weiss wo sie sich aufhält. Alle hoffen wir, dass sie sich früher oder später doch wieder bei uns oder ihrer Familie melden wird.

Der Fortschritt der Technik…

Der Fortschritt der Technik macht auch hier in der ländlichen Gegend nicht Halt. Vor zwei bis drei Jahren sah man hier die ersten Mobiltelefone in Gebrauch. Heute sind sie bereits ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil. Selbst Shanta welche bei uns im Tailoring arbeitet, in einer Palmblatthütte wohnt, nicht lesen und nur mit Mühe ihren Namen schreiben kann, ist im Besitz eines Mobiltelefons. Und dass Elizabeth als Leiterin des Tailorings eines hat, ist schon fast Ehrensache. Beiden dient das Handy aber eigentlich nur um angerufen zu werden, denn selbst anrufen kostet etwas, wenn auch nur sehr wenig.

Von der Schule muss am Mittag ein Essen abgegeben werden, was mit Hilfe der von uns aufgebauten Küche sehr gut funktioniert. (siehe dazu den Bericht: „Projekt Schulküche“) Jedoch im Kindergarten bringen die Kinder das Mittagessen selber mit oder es wird ihnen von zu Hause gebracht.

Um Mitternacht kamen wir in Ganjam an!

Endlich war es so weit und wir erreichten Bangalore am Abend des 6. Dezembers 2007, um 20.15 Uhr.

Wahrscheinlich zum letzten Mal landeten wir auf dem alten Flughafengelände. Denn am 30. März 2008 wird der neue Flughafen Devanahalli, 37 km nördlich von Bangalore eröffnet.

Wir können nur hoffen, dass bis dahin auch die Umfahrungsstrassen fertig gestellt sind, sonst dürfte es in Sachen Stadtdurchquerung von Bangalore weiterhin chaotisch sein. Zur Zeit braucht es vom Flughafen bis zur Mysore Road, oder umgekehrt, eine bis sogar eineinhalb Stunden entsprechend der Tageszeit.

Das vorbestellte Taxi, respektive der Fahrer stand bereit, bis er jedoch das Fahrzeug aus dem Parkplatz und dem Durcheinander vor dem Flughafengebäude befreit hatte dauerte es eine Viertelstunde.

Um Mitternacht kamen wir in Ganjam an. Das heisst wir brauchten für die rund 150 km, trotz 4-spuriger richtungsgetrennter Fahrbahn 3 Stunden. Kaum zu glauben, dass wir schon dieselbe Strecke, noch auf der alten Strasse in 2 1/2 Stunden schafften. Aber eben erst muss man quer durch Bangalore, und dies heisst Nerven prüfen.

Riesenempfang in Ganjam, Elizabeth, Lakshmi und ihr Mann sowie zwei Schwestern. Aber bitte schwatzt nicht zu viel, wir sind müde und bereits um 00.15 Uhr sind wir im Bett.

Um 5 Uhr weckt uns der Muezzin!

Am andern Morgen um 5 Uhr schallt uns der Gebetsruf des Muezzin entgegen, aber kurz umdrehen und nochmals eine Runde schlafen. Um 7 Uhr „Indian Breakfast“, Tee oder Nescafé mit Milch, Toast und Bananen.

Mayte zeigt mir sehr stark juckende Stellen am ganzen Körper. Es müssen ca. 40-45 Flohstiche sein, die sie auf dem Rücksitz des Taxis aufgelesen hat. Der Verantwortliche im Reisebüro wird von uns hören.

Die Oberin Sr. Clementia und Sr. Crescens kommen uns natürlich begrüssen und wollen schon wissen was für Essenswünsche wir hätten. Mit den jahrelang gemachten Erfahrungen aber erklären wir, dass wir immer das essen was auch die Schwestern essen, und diese leben ja auch noch.

Bereits um 8 Uhr bin ich bereits mit der Schwester im Büro und lasse mich überraschen, während Mayte sich in der Nähschule engagiert.

Der erste Eindruck ist gut und alles sieht sehr ordentlich aus. Ich will natürlich zuerst einmal die Hinterlassenschaft von Sr. Dulia kontrollieren. Ich hatte ja ihre Schlussabrechnung mit einem Saldo von rund 19’000.- Rs. erhalten. Diese Abrechnung kam unter Mithilfe der Hauptbuchhalterin aus Mysore zustande. Und wie mir Sr. Crescens im Vertrauen mitteilte, musste die Provinzialität, einige Rupien dazu legen damit der Cash-Saldo stimmte.

Sr. Dulia bekommt es nicht richtig in den Griff!

Wir wussten schon seit unserem letzten Besuch in Ganjam, dass etwas auf uns zukommen würde und wir im Frühjahr unbedingt hätten nach Indien reisen müssen. Doch dies war wegen unseres Domizilwechsels nicht möglich. Wir wussten, nach Rücksprachen mit der Oberin von Karnataka, dass Sr. Dulia per Ende Mai 2008 ersetzt würde, da sie ihre Aufgaben nicht richtig in den Griff bekam. Die neue Schwester musste unbedingt in ihre Tätigkeit eingeführt werden, welches nicht einfach so von einem Tag auf den andern bewerkstelligt werden kann. Wir versuchten also nochmals mit verschiedenen Schreiben zu helfen und baten die Schwester, eine enge Zusammenarbeit mit Elizabeth, der Leiterin der Nähschule, zu pflegen. Sie weiss sehr gut Bescheid und kennt alle Kinder und Familien, da sie ja schon seit 11 Jahren für uns arbeitet.

150 Kartengüsse für die Paten, Spender, Freunde, Bekannte usw. müssen noch geschrieben werden…

Um 5 Uhr ist erste Tagwache wie bereits beschrieben, aber nochmals umdrehen und weiter schlafen bis zur 2ten Tagwache um 7 Uhr.

Frühstück wie immer um 8 Uhr und dann antreten zur Arbeit. Taxi Gopi anrufen und um 9 Uhr geht’s nach Mysore. Unbedingt noch Karten und Briefmarken sowie Air-Mail-Kleber besorgen. Denn die Kartengüsse für die Paten, Spender, Freunde, Bekannte usw. circa 150 Stück müssen noch geschrieben werden und sollten so schnell wie möglich zur Post damit sie noch vor der Weihnacht ankommen. Wenn sie aber im selben Tempo befördert werden wie es war beim Briefmarken kaufen, dann kommen sie gerade recht zu Ostern. Für die 150 Briefmarken dauerte es 35 Minuten.

Air-Mail-Kleber gibt es nicht mehr bei der Post wie früher und auch kein Geschäft hatte welche. Ich fand aber einen Drucker der mir innert 20 Minuten die gewünschten Kleber druckte, 4 grosse Bogen für 100 INR. Wer würde bei uns noch sofort und im Eiltempo für 2.80 CHF inkl. Material so etwas machen.

Auch nach 2 1/2 Jahren praktisch kein Fortschritt im Englisch?

Über den Englischkurs habe ich im November 2006 berichtet, und wollte nun sehen wie das Resultat ist nachdem ich dem Lehrer noch geschrieben hatte und ihn bat die Grammatik nach 2 1/2 Jahren zu vernachlässigen und sich auf das gesprochene Englisch zu konzentrieren. Soll der Kurs weitergeführt werden oder nicht?

Doch eine diesbezügliche Entscheidung wurde mir abgenommen indem nämlich der Unterricht ab April nicht mehr statt fand. Niemand konnte oder wollte mir sagen weshalb, und wer dies veranlasst hatte. Wenn ich nun aber mit ehemaligen Schülern des Kurses versuchte mich zu unterhalten stellte ich fest, dass Englisch sich noch nicht in ihren Köpfen etabliert hatte. Bei solch schlechtem Resultat nach 2 1/2 Jahren entschlossen wir uns den Kurs nicht wieder auf zu nehmen, um so mehr als es wahrscheinlich wieder schwer fallen würde einen guten Lehrer zu finden.

Mit nur einer Niere geboren!

Das Mädchen Kusuma, 13 Jahre, kam mit Ihrer Mutter. Sie ist mit nur einer Niere geboren. 2001 sammelte man in ihrer Schule und auch via Zeitung Geld um ihr im November 2001 die Operation der einstweilen angegriffenen Niere zu ermöglichen. Nun 6 Jahre später muss sie erneut untersucht und allenfalls nochmals operiert werden. Eine erneute Geldsammlung kam nicht zustande, aber wir werden für die anfallenden Kosten gerade stehen. (Die Kosten können an die 100’000 INR betragen oder etwa 3000 CHF)

Wolldecken als Weihnachtsgeschenk für die Kinder!

Wenn wir Ende des Jahres in Ganjam sind ist es üblich, dass die Kinder ein kleines Weihnachtsgeschenk erhalten. Wir hatten uns schon länger darüber Gedanken gemacht und da uns Elizabeth vor kurzem mitgeteilt hatte, dass es kalt geworden sei, entschlossen wir uns Wolldecken abzugeben.

Dazu natürlich wie immer etwas zum Schlecken und deren Einkauf geht problemlos über die Bühne, hingegen wegen den Wolldecken gehen die Meinungen auseinander, schlussendlich aber siegen Mayte und Elizabeth mit ihrer Auswahl. Im Nachhinein müssen die Schwester und ich neidlos zugeben, dass diese Wahl die bessere ist.

Blindarm operieren oder eine Chance für skrupellose Geldverleiher!

Tilak ein Junge von 12 Jahren musste am Blinddarm operiert werden. Seine Mutter Rathna brachte ihn ins Spital. Bevor jedoch die Operation ausgeführt wurde mussten 10’000 INR (ca. 300 CHF) auf den Tisch gelegt werden. Dies ist für eine arme Familie unmöglich, und das ist die Chance für skrupellose Geldverleiher. Sie gewähren Darlehen zu einem Zins von 10%, jedoch wohlgemerkt pro Monat und nicht pro Jahr. Die Mutter nahm also einen solchen Kredit auf, aber diese armen Leute können diesen Zins niemals bezahlen, geschweige denn das Darlehen zurück zahlen. Sie geraten so immer tiefer in die Schuldenfalle der Kredithaie. In Ihrer Not kam die Mutter zu uns. Wir sagten ihr sie solle mit dem Kreditgeber zu uns kommen wir möchten mit ihm sprechen.

Am andern Tag waren sie pünktlich zur Stelle und es stellte sich heraus, dass der Mann ein Consular, das ist wie ein Gemeinderat, ist. Wir stellten ihn zur Rede worauf er beteuerte er verlange nur einen Zins von 2 %. Seit 3 Monaten wäre dieser fällig gewesen. Nach längerer Diskussion zahlten wir ihm die 10’000 INR (respektive die Operation) und er musste auf jegliches Zinsguthaben verzichten. Er versprach sogar sich für uns einzusetzen.

Warten wir’s ab!

Die Nähschule arbeitet wir immer ausgezeichnet!

Unsere Nähschule (Tailoring) arbeitet nach wie vor ausgezeichnet. Wir beschäftigen hier 5 Frauen, Elizabeth die Leiterin, Shanta als Näherin, Radha als Näherin und Strickerin sowie Selma und Girija als Strickerinnen. Elizabeth und Shanta haben einen fixen Monatslohn, während die andern drei Frauen einen Basislohn haben und zusätzlich pro gefertigtes Stück bezahlt werden. Sie arbeiten meist nur Halbtags. Alle haben eine Lohnerhöhung, sowie eine Gratifikation erhalten.

Als Folge der kühleren Temperaturen waren natürlich die Stricksachen begehrt, und die Strickerinnen können das Lager, für den nächsten Winter, wieder füllen. Nicht nur muss das Lager mit Stricksachen nachgefüllt werden, sondern auch von jeder Uniformgrösse muss ein Mindestbestand am Lager sein. Auch auf Vorrat werden Punjabis, Kleider und Nachthemden gehalten.

Der Nähkurs war wieder voll besetzt und wird es auch bleiben, denn es spricht sich herum, dass unser Kurs der Beste ist, auch wenn den Teilnehmerinnen keine Nähmaschine versprochen wird.

Das Studium beendet, einfach keine Lust mehr oder weggezogen!

Die nachfolgenden Kinder respektive jungen Männer und Frauen, sind aus unserem Programm ausgeschieden sei es, dass sie das Studium beendet haben, weggezogen sind oder leider die Schule aufgegeben haben.

Der Vater von Anthony Vincent, ein selbsternannter Fremdenführer und Alkoholiker, liess seine Frau und Kinder nicht mehr hier wohnen und zog mit ihnen weg. Wohin ist uns nicht bekannt. Wir bedauern dies aber sehr, da der Knabe sehr aufgeweckt und intelligent war.

Die Familie von Paul Darshan ist auch weggezogen, da der Vater an einem anderen Ort, eine besser bezahlte Anstellung fand.

Philomena hat ihre Ausbildung mit der 2ten PUC (Pre University College) abgeschlossen, ob sie jedoch die Schlussprüfung bestanden hat, liess sie uns bis anhin nicht wissen.

Pavithra hat die Ausbildung beendet mit dem 3ten Jahr BA und steht nun mitten in den Prüfungen.

Ravinandan, der schon immer etwas schwache Schulleistungen erbrachte, hat leider die Abschlussprüfung der 10ten Klasse nicht geschafft. Er wird bei seinem Vater, der eine Kräuter und Gemüsepflanzung betreibt, arbeiten.

Shankar und Silvia da Silva haben es vorgezogen während des ersten, respektive des zweiten Jahres im PUC, „Adieux“ zu sagen.

Hierzu können wir nur immer wieder sagen, dass wir unsere Hilfe und finanzielle Unterstützung geben, aber lernen und sich bemühen müssen die Schüler sich eben selber, Es gibt einige, die sich wirklich grosse Mühe geben und die es auch schaffen werden einen guten Abschluss zu machen und somit eine gute Anstellung zu finden. Dies zeigt auch das nachfolgende Beispiel von Saraswathi.

Saraswathi ist nun im Studium des 3. BA. Vormittags von 9.30 Uhr bis 13.00 Uhr arbeitet sie als „Posthalterin“ im Postbüro von Ganjam und am Nachmittag geht sie zur Schule. Sie ist eine sehr gute Schülerin und will sich als Lehrerin eine Zukunft aufbauen.

Der Briefkasten beim Postbüro (primitiv ist das Lokal der Post und ebenso armselig ist der Briefkasten. Andererseits kostet aber ein Luftpostbrief nach Europa auch nur 15 Rupien oder SFr. 0.42)

17 Kinder sind neu dazugekommen!

Es sind wohl einige Abgänge zu verzeichnen, andererseits aber sind 17 Kinder neu dazu gekommen welchen wir unsere Unterstützung zukommen lassen. Insgesamt sind es zur Zeit 159 Kinder, davon noch 73 als Patenkinder und 86 Kinder ohne Paten, die von unserer Hilfe profitieren. Im Juni 2009 zum jährlichen Schulbeginn wird sich diese Zahl wohl noch wesentlich vergrössern.

Mangelhafte sanitäre Einrichtungen…

Zusammen mit der Schwester besuchte ich „Mini-Pakistan“. (Es wird so genannt weil dort nur Moslems wohnen.) Zahlreiche unserer Patenkinder wohnen dort. Doch den Häusern mangelt es an jeglichem Komfort, praktisch alle haben keine Toilette oder Waschraum und die Böden bestehen aus gestampftem Lehm. Gekocht wird wie bei den Pfadfindern am Lagerfeuer auf ein paar Steinen. Um die Häuser zu bauen hatten die Familien vor ein paar Jahren von der Regierung ein Grundstück und einem Kredit von 25’000 INR erhalten. (Der Kredit müsste eigentlich zurück bezahlt werden, aber wer ist schon dazu im Stande).

Wir haben nun vielen Familien einen nicht rückzahlbaren und nicht zu verzinsenden Kredit von 10’000.- INR gegeben damit ihr Zuhause etwas wohnlicher gemacht werden kann. Diese Aktion wird uns ca. 250’000.- INR kosten.

Gopi und sein Ambassador sind unzertrennlich!

Unser Gopi verdient es auch einmal erwähnt zu werden. Er betreibt als Selbstständiger ein Taxiunternehmen mit seinem altersschwachen „Ambassador“.

Wir haben ihn als unseren Chauffeur ausgewählt, weil er sehr zuverlässig, freundlich und immer abrufbereit ist. Seit mehreren Jahren kennen wir ihn nun schon und noch nie hatten wir uns über ihn zu beklagen.

Seinen „Gefährten“ den Ambassador, Jahrgang unbekannt, aber schon mit über 250’000 Kilometern auf dem Buckel hegt und pflegt er wie ein Schmuckstück. Vor einem Jahr hat er die Karosserie ausgewechselt, jedoch den alten Motor behalten. Dass vielleicht das Eine und das Andere nicht mehr richtig funktioniert ist ein Detail, was soll’s schon, denn er läuft und läuft und läuft, wenn auch manchmal nicht so schnell wie man es gerne hätte, und wir haben deswegen auch schon mal fast einen Heimflug verpasst.

Wenn wir nach Mysore müssen um Einkäufe zu machen, dann rufen wir einfach Gopi. Er und sein Ambassador sind unsere Basis-Station in der Stadt. Er bringt uns überall hin und wartet auf uns. Die eingekauften Sachen können wir im Auto ablegen und uns um weitere Einkäufe kümmern.

Beim Einkauf in Mysore wird er von uns nicht nach den gefahrenen Kilometern bezahlt sondern nach Zeit. Mysore ist 15 km entfernt und pro Stunde die er mit uns unterwegs ist bekommt er 100 INR Wenn wir ihn mal nach dem Preis fragen so sagt er nur: „Du weisst schon“.

Via Mumbay und Bangalore nach Ganjam

Wir sind also wie bereits in unserem letzten Bericht gemeldet auf dem neuen Flughafen von Bangalore gelandet. Wir sind zwar keine Spezialisten für Flughäfen doch erstaunt es uns, dass man immer noch mit dem Bus irgendwo auf dem grossen Flughafenareal abgeholt wird, im strömenden Regen ein- und wieder aussteigt, über eine 1 Meter breite Treppe ins Obergeschoss geleitet wird, nur um nach 100 Metern wieder ins EG zu der Immigration hinab zu steigen und anschliessend zu den Gepäck-Bändern entlassen wird.

Gepäckbänder ja schön, aber bis man feststellt auf welchem Band denn nun das Gepäck erscheinen wird vergeht doch einige Zeit, denn die Beschriftung ist nicht gerade ins Auge springend angebracht. Aber keine Sorge, Zeit hat man genug, denn es dauert rund eine Stunde ab Ankunft bis man zu seinem Gepäck kommt. Man wundert sich nur wie es hier möglich sein wird 12 Millionen Passagiere im Jahr abzufertigen.

Der Flughafen ist von einem schweizerischen Architekturbüro geplant, jedoch wissen wir ja nicht, wer noch alles in dem Brei herumgerührt hat.

Den wartenden, vorbestellten Taxifahrer erblicken wir sofort direkt vor dem Ausgang, nicht zuletzt darum weil auch wir dasselbe Namensschild zeigen wie er. (von uns per E-Mail an die Taxizentrale gesandt).

Die Fahrt nach Ganjam dauert nicht länger als vom alten Flughafen aus, obwohl die Strecke rund 40 km länger ist, denn die Umfahrung von Bangalore ist beinahe fertig, und wahrscheinlich gibt es auch noch verschiedene Varianten der Streckenwahl. Von wegen Streckenwahl mussten wir unseren Fahrer bewundern denn ein Regen wie man ihn nur in tropischen Gegenden erleben kann behinderte die Sicht auf alles was ausserhalb des Autos war.

Erst mal 2-3 Stunden Schlaf nachholen…

Diesmal kamen wir im Laufe des Vormittages in Ganjam an, aber trotzdem hatten wir ein Schlafmanko nach zu holen. Die erste Begrüssung fiel deshalb etwas kurz aus und wir waren froh schnell zwei, drei Stunden Schlaf zu geniessen, waren wir doch seit mehr als 24 Stunden auf den Beinen.

Ab Mittag waren wir wieder ansprechbar und nun konnten wir uns auch etwas eingehender mit unserer neuen Schwester unterhalten. Wie bereits in unseren Kurzinfos gemeldet; sie ist jung, gebildet mit BA, froher Natur und sie versteht Spass. Eine überaus positive Erscheinung, hoffen wir nur, dass sie uns für längere Zeit erhalten bleibt, denn Wechsel hatten wir in letzter Zeit zur Genüge

Es ist das erste Mal dass wir im Oktober nach Ganjam kommen. Der Monsun ist vorbei jedoch die Feuchtigkeit hängt noch in der Luft und bei 30 Grad im Schatten ist dies ziemlich drückend. Es braucht eine gewisse Aklimatisierung bis sich der Körper wieder wohl fühlt. Apropos Monsun, wohl ist er vorüber aber Regen hatten wir während unserer Anwesenheit vom 4.– 24. Oktober 2008 jeden Tag, meistens am späten Nachmittag oder nachts.

Abrechnungen kontrollieren…

Unsere Anwesenheit dient ja auch der Kontrolle und der Organisation. Also mache ich mich mit der Schwester hinter die Abrechnungen und Mayte sieht im Tailoring nach dem Rechten.

Zuerst wird die Abrechnung der abgetretenen Schwester kontrolliert und nach ein paar Suchaktionen kann sie mit einem sehr kleinen Verlust von ein paar Rupien abgeschlossen werden.

Eine gute Leistung wenn man bedenkt, dass es sich dabei um einige hundert kleine Posten handelt die von der Schwester in die Buchführung eingebracht werden müssen. Aber die Buchführung muss sein, denn wir wollen wissen wo das Geld hin geht.

Wir schütteln immer wieder den Kopf über Organisationen, die im guten Glauben Geld überweisen aber vor Ort nicht kontrollieren was damit geschieht. Die Korruption ist in diesen Ländern gewaltig und wo etwas zu holen ist da wird geholt, sei es zu Recht oder zu Unrecht. Glauben sie uns, wir kennen uns diesbezüglich aus.

Anschliessend kommt die Abrechnung der neuen Schwester an die Reihe, und auch hier alles in bester Ordnung. Der kleine resultierende Überschuss deckt den andern kleinen Verlust.

Die Abrechnung der Nähschule ist wie immer In Ordnung und gibt zu keinen Klagen Anlass. Hier muss erwähnt werden, dass diese Einrichtung höchstwahrscheinlich immer in den roten Zahlen bleiben wird, aber von uns am Leben erhalten wird, da doch auch 5 Arbeitsplätze gesichert werden und die Nähschule als die Beste in ganz Karnataka gilt.

Die Anzahl der Patenkinder verkleinert sich!

Auch im vergangenen Jahr gab es wieder eine Verkleinerung der Anzahl der Patenkinder. Es sind dies noch 70 Kinder und Studierende. Hingegen hat die Zahl derjenigen Kinder stark zugenommen welche wir ohne Patenschaften unterstützen. Diese Zahl ist auf 102 angewachsen. Wir sind sicher dass sich diese Zahl, beim Beginn des neuen Schuljahres am 1. Juni 2009, noch erhöhen wird.

Folgende Patenkinder sind aus unserem Hilfeprogramm ausgeschieden:

Johnson Prabhu, 15 Jahre alt, hat anstatt die 10te Klasse zu machen und einen gültigen Schulabschluss zu haben, den Schulsack an den Nagel gehängt. Schade, denn nun bleibt ihm wahrscheinlich nur eine Zukunft als Kuli wie dies schon seine Eltern sind.

Saraswathi hat ihr BA Studium mit gutem Erfolg und einer Super-Qualifikation abgeschlossen.

Baghya, welche sich eigentlich nie so richtig entscheiden konnte was sie noch studieren könnte, hat sich nun mit 21.Jahren doch entschlossen nicht mehr weiter in die Schule zu gehen, leider aber hat sie es bis heute verpasst die Prüfung des BA zu schaffen. Sie wird aber sicher nochmals einen Anlauf nehmen, inzwischen arbeitet sie bei uns im Tailoring.

Priyamala, hat nach der 1. PUC das Handtuch geworfen, mit 19 Jahren glauben die Mädchen in Indien wahrscheinlich sie werden glücklicher mit einer Heirat als mit einem guten Schulabschluss.

Rubia (links im Bild) und Yankatesh haben ihre Prüfungen bis heute noch nicht geschafft, doch geben wir ihnen bis zum nächsten Schuljahresbeginn Zeit um die Prüfungen noch zu machen. Sollte es ihnen bis dahin nicht gelingen so endet damit auch unsere Unterstützung, andernfalls jedoch geht unsere Hilfe weiter.

Shoba, welche eigentlich immer einen speziellen Schubs brauchte, und wir und ihre Freundinnen sie immer wieder aufmunterten weiter zu machen hat es nun auch bereits bis ins 3.BA-Jahr geschafft. Jedoch an der Abschlussprüfung scheiterte sie am Fach Englisch. Sie hat nun auch 1 Jahr Zeit die Prüfung nach zu holen und wir sind sicher sie wird es schaffen.

Bessere sanitäre Einrichtungen

Unsere Aktion in „Mini-Pakistan“ (siehe dazu den Bericht vom Dez.07) war ein voller Erfolg. Die Leute dort sind glücklich nun über einen Waschraum, eine Toilette oder verputzte Wände und Böden zu verfügen. Diese Bilder eines angebauten Waschraumes und Toilette zeigen was man für umgerechnet rund 260 bis 280 Franken bauen kann.

Dass wir in „Mini-Pakistan“ eine solche Aktion machten spricht sich natürlich schnell herum. Es ist deshalb nicht zu verwundern dass wir nun diesmal mit Begehren für auch einen Waschraum oder eine Toilette fast überrannt wurden. Wie es dabei ausarten kann zeigt folgendes Beispiel.

Anthoni Rani die Mutter von Brijesh kam mit ihm zu uns und wollte einen Waschraum gebaut bekommen. Wir übernehmen schon allen Kosten für die Ausbildung von Brijesh und kennen die familiären Verhältnisse. Ihre Eltern und Schwiegereltern sind nicht so arm, dass sich eine weitere Unterstützung aufdrängt. Auf jeden Fall begann die Frau zu jammern und zu weinen, aber wir liessen uns nicht erweichen. Am nächsten Tag kam sie wieder, und am übernächsten abermals. Da hat doch unsere Elizabeth zufällig mitangehört wie die Mutter zum Sohn sagte er solle auch weinen wir würden dann eher ja sagen.

Sie sehen wie mit allen Mitteln gekämpft wird um zu profitieren, und wie wir auf der Hut sein müssen um nicht ausgenutzt zu werden.

Wir sind stolz die beste Nähschule in Karnataka zu sein!

Unser Tailoring (Schneiderei und Nähschule) darf zu Recht stolz sein auf seine Leistungen. Nicht nur dass sie von der Schneider-Vereinigung von Karnataka als die beste Nähschule bezeichnet wurde sondern auch auf die Qualität ihrer Erzeugnisse. Die Uniformen und Kleider die hier hergestellt werden haben einen viel besseren Finish, als jene die man sonst zu kaufen bekommt. Wenn das Tailoring auf Bestellungen von aussen arbeitet so sind die Kosten vielleicht 10 – 15% höher als anderswo, jedoch haben die Kunden begriffen dass unsere Waren auch länger halten.

Da wir auf dem Gebäude ein Flachdach haben ist es zuweilen unerträglich heiss im Tailoring und die Temperatur kann bis auf 36, 37 Grad ansteigen. Alle offenen Fenster und die Ventilatoren schaffen es kaum die Temperatur zu bezwingen.

Auch spezielle Wünsche werden erfüllt wie das nebenstehende Foto zeigt. Die beiden unzertrennlichen Freundinnen Ashwini und Sabhia Khan mussten unbedingt den gleichen Punjabi haben.

Nähkurs mit Zertifikat…

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Die Schülerinnen, welche den 9-monatigen Nähkurs mit Erfolg beenden, erhalten ein Zertifikat welches bestätigt dass sie den Kurs erfolgreich bestanden haben. Dabei gilt, dass die im Kurs hergestellten Artikel von Mayte kontrolliert werden und das Zertifikat nur ausgehändigt wird wenn alles wirklich gut, bis sehr gut verarbeitet ist. Es wird immer wieder versucht uns zu kopieren, auch indem Kursteilnehmerinnen eingeschleust werden, die dann später das Wissen vermitteln sollen. Diesen Versuchen sehen wir gelassen entgegen, denn bis anhin sind alle solchen Versuche gescheitert.

Ein kleines und nützliches Weihnachtsgeschenk…

Auch dieses Jahr, obwohl wir kurz vor Weihnachten nicht mehr in Ganjam sein werden, erhalten die Patenkinder ein kleines Weihnachtsgeschenk. Wir haben jedoch vor unserer Abreise alles vorbereitet und Sr. Vimal Grace wird die Verteilung vornehmen. Die Kinder erhalten einen Hot-Pot um ihr Essen warm zu halten, der natürlich mit Leckereien gefüllt wird. Kosten dieser Bescherung CHF 330.-, wofür wir noch einen Sponsor suchen.

Veraltete Infrastruktur!

Die Infrastruktur von Ganjam ist ziemlich veraltet und hat somit immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Während unseres Aufenthalts gab es einen Wasserrohrbruch, die Strasse wurde aufgerissen und jeglicher Verkehr für Tage unmöglich. Weshalb aber die Leitungen in einem nicht von Frost gefährdetem Gebiet bis zu 4 Meter tief verlegt werden, müsste mir mal ein Fachmann erklären.

Wen wundert es da noch, wenn das Telefon im St. Michaels Convent hin und wieder nicht richtig funktioniert?

Andere Sachen funktionieren tadellos!

Doch andere Sachen scheinen immer wieder zu funktionieren, nämlich die Aufnahme von Findelkindern.

Häufig werden in Indien Mädchen nach der Geburt oder erst viel später ausgesetzt oder sogar getötet. Wir haben in der Reihe der von uns unterstützten Kinder bereits 3 Findelkinder, die je von einer Frau aufgenommen und grossgezogen wurden.

Nun dieser Tage kam Shama, eine Muslim-Frau zu uns und bat um Unterstützung für ihr Kind. Dieses Kind, hat sie am Fluss schwer verletzt gefunden, es nach Hause genommen und gepflegt. Man hat damals im ganzen Dorf gesammelt um die Arztkosten zu bezahlen. Wir fragen uns aber warum kam die Frau nicht schon damals zu uns. Auch damals schon wären wir für die Kosten aufgekommen. Shama gab ihr den Namen Muskhan und ihr Alter wurde damals auf 3 Jahre geschätzt. Heute ist sie 6 jährig und es ist Zeit zur Schule zu gehen.

Für den Schuleintritt wird aber ein Geburtszertifikat verlangt. Woher in aller Welt soll dieses kleine Mädchen ein solches haben? Wir, respektive unsere vor Ort tätige Schwester, wird alle guten Beziehungen spielen lassen um ein nachträgliches Dokument zu erhalten.

Unsere Unterstützung für die Ausbildung und eventuelle weitere Kosten geben wir gerne.

Diesmal wählten wir die Anreise über Goa…

Diesmal haben wir die Anreise über Goa gewählt. Die Reisekosten sind deutlich niedriger wenn wir mit einem Charter fliegen, anstatt mit einem Linienflug. Nach zwei Ruhetagen in Goa, reisten wir dann weiter zu unseren Kindern und Familien.

Diese Reise über Land mit dem Auto ist ein echtes Erlebnis für sich und wir bewältigen die Strecke von 650 Kilometern in etwa 12 Stunden.

Die Nationalstrassen sind natürlich nicht mit unseren westlichen Strassen zu vergleichen. Vor allem in den westlichen Ghats (eine Gebirgskette die sich im Westen Indiens von Norden nach Süden zieht) sind die Strassen so schmal und kurvenreich wie bei uns eine drittklassige Zufahrt auf eine Alp. Dazu kommen noch Schlaglöcher von ungeahntem Ausmass, schleichende und überladene Lastwagen, Ziegen- und Schafherden usw. Aber unser Taxifahrer meisterte alles sehr fachmännisch und gekonnt. Ja, sie lesen richtig wir reisten per Taxi. Wir liessen uns das Taxi aus Mysore kommen um uns im Hotel in Goa abzuholen. Die Taxis in Karnataka sind billiger als diejenigen in Goa und verrechnet wird sowieso immer die Hin- und Rückfahrt. Aber die ganze Fahrt ist immer noch billiger als die Fliegerei für 2 Personen von Goa nach Bangalore, wo man dann zudem auch wieder per Taxi von Bangalore nach Ganjam fahren muss.

Indische Rupien organisieren…

Heute mussten wir zuerst zur Bank um Rupien (INR) zu organisieren und die Weihnachtsbescherung, welche in diesem Jahr aus einem Kissen, einer Bettdecke und aus ein paar Süssigkeiten besteht bezahlen zu können. Die Kissen wurden im Nähcenter gefertigt und gefüllt, die Überzüge dazu und die Bettdecken wurden gekauft.

An ein konzentriertes Arbeiten ist nicht zu denken!

An den folgenden Tagen galt es sich hinter die verschiedenen Abrechnungen zu klemmen und sie zu kontrollieren. Doch wie das so ist in Ganjam , an ein konzentriertes Arbeiten kommt man nur selten, denn immer wieder wird man unterbrochen weil die Leute und Kinder wissen oder sehen, dass der Onkel und die Tante wieder da sind, und man geht halt mal schnell hin um sie zu begrüssen. Sei es schon am Morgen früh oder noch schnell am Abend vor dem Eindunkeln.

Ein Gerücht geht um…

Ein Gerücht geht um nämlich, dass unsere Sr. Vimal Grace nach nur 2 Jahren wieder ersetzt werden soll. Sr. Selma arrangiert ein Treffen mit der neuen Oberin von Karnataka, und so treffen wir uns mit ihr in Mysore und besprechen die Angelegenheit. Sie versteht unser Problem und wir bitten sie dafür zu sorgen, dass wir nach Möglichkeit Sr. Sunitha wieder bekommen. Diesbezüglich müssen wir uns aber noch an die General-Oberin in Bangalore wenden, welche über Sr. Sunitha das Sagen hat.

Nervtötende Stromausfälle!

Schlimmer als auch schon ist es diesmal mit den Stromausfällen. Immer und immer wieder. Ich habe ja einen Laptop von einer Patin erhalten dessen Batterie aber leider nicht mehr funktioniert und welche praktisch nicht mehr zu erhalten ist. Man stelle sich vor, er funktioniert, aber nur solange Strom da ist. Frustrierend wenn man arbeiten will und man kann ihn wegen Stromausfall nicht benutzen. Ziemlich nervtötend.

Praktisch nichts war zu beanstanden…

Mayte ist wie immer voll in der Nähschule (Tailoring) integriert und wenn sie da ist, hängen alle Tailoring-Kurs-Schülerinnen an ihr. Alle wollen von der Meisterin bedient und begutachtet werden. Das Tailoring funktioniert unter der Leitung von Elizabeth gut und praktisch nichts war zu beanstanden, lediglich die Arbeitsmoral könnte teilweise besser sein.

Roopa hat nach 7 Jahren den Weg zu uns zurückgefunden!

Wie ich vom Krippenspiel zurück komme wartet Roopa mit ihrem Baby und der blinden Mutter.

Dazu ist Folgendes zu sagen:
 Roopa kam 2001 zu uns. Sie war damals 8 jährig und war ständig um ihre erblindete Mutter besorgt. Wir versuchten damals alles um der an grauem Star erkrankten Mutter zu helfen, doch war die Krankheit zu weit fortgeschritten und kein Arzt konnte ihr helfen. Nach einem Jahr zogen beide aus unserem Wirkungskreis weg und wir verloren den Kontakt zu ihnen.


Doch jetzt nach 7 Jahren haben sie den Weg zurück gefunden, aber warum? Roopa verheiratet, der Mann weg, und sie zusätzlich zur schweren Last mit der Mutter noch im letzten Monat schwanger. Und dies alles ohne Geld.

Wir bezahlten ihnen nun die ausstehende Miete für die Unterkunft, Untersuchungskosten beim Arzt, sowie die Spitalkosten für die Entbindung. Natürlich brauchen sie weitere Unterstützung, denn arbeiten und Geld verdienen kann weder die blinde Mutter noch Roopa.

Eine Möglichkeit ihnen zu helfen könnte darin bestehen, indem beide respektive alle drei in ein Heim aufgenommen würden. Vor sieben Jahren waren sie nicht dazu zu bewegen doch heute wären sie allenfalls bereit. Eine Lösung ihres Problems kann nur eine Heimeinweisung sein, denn es ist uns nicht möglich diese Familie über Jahre hinweg zu unterhalten. Bis jetzt bezahlten wir für Hausmiete 2800 INR für Arzt und Spital 16´500 INR also etwa 432 CHF.

Nach 3-jährigen Uni-Studium auf eigenen Beinen stehen!

An einem andern Tag steht vor mir eine Mutter mit ihrer Tochter, diese hat eine BA Ausbildung abgeschlossen und hat zurzeit einen Teilzeit-Job an der Schule der Schwestern und hat somit ein monatliches Einkommen. Sie unterrichtet Anwendung von Computern.

Nun möchte sie allerdings ihr Studium auf B-Ed erweitern und kommt deshalb zu uns wegen Übernahme der Kosten.

Unsere Regelung für die Patenkinder ist, dass sie nach Abschluss eines 3-jährigen Uni-Studiums auf eigenen Beinen stehen können, d.h. dass sie z.B. einen weiteren Kurs in Korrespondenz machen können. Also warum sollen wir nun ausserhalb unseren Regeln für jemanden der noch nie mit uns zu tun hatte eine Ausnahme machen. Tränen flossen aber mein Nein war und bleibt definitiv.

Offen mit AIDS umgehen!

Um 17.30 Uhr kommt noch eine Frau mit zwei Kindern, 8 und 9 Jahre alt. Ihr Mann bekam AIDS. Er lebt wohl noch in Ganjam aber nicht mehr mit ihr und den Kindern zusammen. Die Frau liess sich testen und ist O.K. Sie möchte aber die beiden Knaben in ein Heim stecken um sie vom Vater fern zu halten damit sie den Untergang des Vaters nicht miterleben müssen. Wir hatten ein längeres Gespräch mit ihr und machen ihr klar, dass dies nach unserer Meinung keine Lösung des Problems sein kann. Früher oder später wollen die Kinder wissen was los war. Es sei das Beste ihnen zu sagen dass der Vater schwer krank sei und es ihm deshalb so schlecht gehe, sie müsse ihnen nicht den AIDS-Fall erklären. 
Für die Schule der Knaben werden wir sie aber unterstützen.

Magengeschwür operieren, wir übernehmen die Kosten!

Eine Frau Namens Lakshmi, 30 jährig und unverheiratet kommt wieder wie schon 2008 mit ihrem Anliegen wegen einer Operation eines Magengeschwürs. Letztes Jahr waren die Eltern nicht damit einverstanden doch dieses Jahr sind sie davon überzeugt. (Einverständnis der Eltern mit 30 Jahren, ja soweit sind unsere Kulturen auseinander). Die Schwester wird mit ihr nach dem Neujahr in das K.R. Hospital gehen, mit den behandelnden Ärzten sprechen und wir werden die Kosten für die Operation übernehmen.

Ausbildung abgeschlossen oder wiederholt Prüfungen nicht bestanden…

Patenkinder, welche ihre Ausbildung beendet haben oder aus andern Gründen von uns nicht mehr unterstützt werden.

Pavithra hat ihr 2-jähriges D-Ed abgeschlossen und arbeitet. Mittels Korrespondenz-Kursen will sie nun ihr BA noch machen um bessere Anstellungen zu erhalten. Sie ist nun als Patenkind ausgeschieden.

Sheela hat im Frühling 2009 die Abschlussprüfung des 2ten PUC nicht geschafft. Sie wird gemäss unserem Wissen die Prüfung nochmals nachholen. Zuerst hiess es sie habe einen Job bei einer Bank in Mandya in Aussicht. Aber leider schloss die Bank bevor sie dort anfangen konnte. Nun arbeitet sie in einer Kleiderfabrik in Maddur und verdient dort 1800 INR im Monat. Sie wohnt bei einer Tante.

Swetha wird im Juni 2010 mit ihrem BA fertig sein. Wie wir zur Kenntnis genommen haben kann die Familie sehr gut leben, Eine weitere Unterstützung betrachten wir als unangebracht. Zudem werden ihr auch ausser den Examenskosten, welche wir aber noch übernehmen, keine weiteren Kosten mehr entstehen.

Kavitha R. war am 10. Septemer 2009 siebzehn Jahre und wird nun im Februar 2010 heiraten. Zur Zeit besucht sie noch die 2. PUC und muss im März 2010 die Prüfung machen. Wenn dies nur gut geht. Sie wird nach Bangalore ziehen und kann somit von uns nicht mehr unterstützt werden.

Shoba hat die Prüfung für das BA bestanden (siehe auch unseren Bericht vom November 2008) und will nun per Korrespondenz-Kurse noch das D-Ed machen was ihr erlauben würde höhere Klassen zu unterrichten. So wie wir Shoba kennen gelernt haben wird sie sich durchbeissen und ihr Ziel erreichen.

Chaya hat es bis anhin verpasst den Abschluss des PUC zu machen, im Frühling wird sie nochmals zur Prüfung antreten und wir hoffen für sie, dass sie es diesmal schaffen wird. Aber auch mit einem PUC Abschluss wird es ihr möglich sein einen rechten Job zu erhalten.

Veena hat die Abschlussprüfung für das PUC im letzten Frühjahr nicht geschafft. Sie wird im März 2010 nochmals zur Prüfung antreten. Auch für sie gilt unsere Regelung, dass das PUC ohne Verlustjahr abgeschlossen wird um vom 1×1 die Unterstützung für ein Uni-Studium zu bekommen.

Divya hat die PUC Prüfung im letzten Frühjahr nicht geschafft. Sie wird wahrscheinlich im März nochmals versuchen den Abschluss der PUC zu machen. Auch sie sollte die PUC-Prüfung ohne Verlustjahr schaffen um an der Uni zu studieren.

Yankatesh ist bereits überfällig, denn seit 2 Jahren schafft er die Abschlussprüfung nicht, so dass wir ihm mitteilen mussten, dass unsere Unterstützung nun endgültig vorbei sei.

Chaya, Veena und Divya alle drei scheinen noch nicht richtig begriffen zu haben, dass für ein PUC-Studium (Matura) etwas mehr Einsatz verlangt wird. Wenn schon nur ein Notendurchschnitt von 40% ausreicht um die Prüfung zu bestehen, so ist es verständlich, dass wir unsere Bedenken haben und an einem erfolgreichen Uni-Studium zweifeln wenn diese Prüfung nicht geschafft wird.

Zudem ist es möglich auch ohne akademischen Titel eine Anstellung zu bekommen, wie es schon verschiedene Beispiele gezeigt haben.

Alle Paten und Patinnen wurden von uns über das Ausscheiden ihres Patenkindes orientiert.

Und wieder geht’s nach Indien!

Heute, an einem schon fast frühlingshaften Sonntag, ist es für mich wieder einmal an der Zeit, nach Ganjam in den Süden von Indien zu reisen, um bei „unseren Kindern“ nach dem Rechten zu sehen. Es ist schon längere Zeit her, dass ich das letzte Mal in Indien war und ich freue mich schon jetzt ganz riesig darauf. Dieses Land, seine Leute und nicht zuletzt, deren Kultur haben mich seit meinem ersten Besuch vor 15 Jahren, immer wieder fasziniert. Ich reise heute zwar alleine, werde mich aber nach der Ankunft in Goa, am Montag um 07.00 Lokalzeit mit meiner Ehefrau Pina und meinen Eltern, Mayte und Fritz treffen. Gemeinsam werden wir dann die letzte Etappe (650 Km in ca. 12 Std.) über die westlichen Ghats nach Ganjam bewältigen.

Man/Frau wird sich jetzt sicherlich Fragen warum wir zu viert nach Indien reisen! Mayte und Fritz wollen etwas kürzer treten und wir „die Jungmannschaft“ wird „1×1 für Indien“ bald übernehmen und müssen somit sorgfältig in die lokalen Gegeben- und Gepflogenheiten eingeführt und mit allem im Detail vertraut gemacht werden.

Die Fahrt nach Ganjam…

Mein Flug landete pünktlich um 07.00 Uhr in Goa, ich wurde herzlich von meiner Familie empfangen und begrüsst. Der heutige Tag war eigentlich nichts Besonderes, ausser dem sehr leckeren Thali, dass wir bei unserem Zwischenhalt in Shimoga assen und der 14 Stunden Fahrt, die wir bis Ganjam brauchten. Somit trafen wir erst gegen 21.00 ein, wo uns Elizabeth und Schwester Sunitha schon ganz sehnsüchtig erwarteten, kurz darauf fielen wir ohne etwas zu Essen, todmüde ins Bett.

Am ersten Tag gibt es immer sehr viel zu tun!

Heute Morgen begrüssten wir zuerst die neue Oberin, Schwester Rosalie und Schwester Mira. Heute gibt es, wie immer am ersten Tag, sehr viel zu organisieren und zu erledigen, also fahren wir mit dem KST Bus (Karnataka State Transportation) nach Mysore.

Zuerst geht’s zur Bank um Geld zu organisieren, welches wir für unsere diversen Aktivitäten benötigen. Zudem erfahren Pina und ich, dass man leider unsere Vollmachten verlegt hat, d.h. es müssen wieder unzählige Formulare ausgefüllt, Passfoto und -Kopien besorgt werden, zudem hat es kein Strom und somit müssen wir dies auf später verschieben.

Also gehen wir zu Pitamber um die Süssigkeiten, die wir jedes Jahr den Kindern zusätzlich zum nützlichen Geschenk abgeben zusammen-stellen, natürlich ein Tee trinken und über den Preis verhandeln. Nun geht’s weiter zum Schreibwarengeschäft, welches wir leider nicht mehr vorfinden, aber der Zufall steht uns bei und wir entdecken gleich um die Ecke was wir brauchen, für die Hälfte des Preises.

Jetzt geht es zum Fotografen um die Passfotos für die Bank zu machen (50 INR für 15 Stück). Dann weiter zum Uhrmacher wo wir 13 Uhren kaufen, denn jedes Kind, welches 14 Jahre alt wird bekommt Eine.

Mittlerweile ist es schon 14 Uhr und somit entschliessen wir uns etwas Kleines zu Essen. Nun geht’s weiter zum Xerox-Shop um Kopien unserer Pässe zu machen, welche die Bank benötigt. Wiederum geht es zur Bank auf der anderen Stadtseite, um die Passfotos und Passkopien vorbeizubringen in der Hoffnung, dass sie die heute erteilte Bevollmächtigung nicht wieder verlegen, bis wir das nächste Mal vorbeikommen.

Die Zeit erlaubt es noch zu versuchen eine SIM-Karte fürs Mobiltelefon zu organisieren, das scheint aber aufwendiger als erwartet, denn ausser Passkopie und Foto, benötigen sie noch eine schriftliche Bestätigung von den Karmeliten Schwestern, dass wir auch wirklich dort wohnen. Somit geben wir auf, denn es reicht nicht mehr um nach Ganjam und dann wieder zurück nach Mysore zufahren.

Nun entschliessen wir uns noch einen guten Freunde der Familie, Dr. Prof. Prasad zu besuchen, hier werden wir mit typisch indischer Gastfreundschaft empfangen und zum Nachtessen eingeladen. Wir unterhalten uns köstlich und somit endet der lange und anstrengende Tag erst um 22.30.

3 kg Reis im Monat für 3 Personen!

Heute fängt Fritz und Schwester Sunitha an die Buchhaltung zu kontrollieren und gleichzeitig werde ich am praktischen Beispiel mit den Details vertraut gemacht. Schwester Sunitha hat mehrere Abrechnungsbücher je nach Verwendungszweck. Zwischendurch werden wir immer wieder von Kindern, die uns besuchen kommen, unterbrochen. Nach 8 Stunden kontrollieren und abrechnen hatten wir alle drei rauchende Köpfe und entschlossen uns am nächsten Tag weiterzumachen.

Mayte ist wie immer in der Nähschule beschäftigt, hier muss zuerst einmal der Lagerbestand kontrolliert werden. Die verschiedenen Sachen, wie Schuluniformen, Pullover, Panjabis, Saris, Stoffe usw. müssen gezählt und die Qualität kontrolliert werden.

Um 18 Uhr dachten wir schon an den Feierabend, da kommt noch Brijesh mit seiner Mutter um sich für die bis jetzt erhaltene Unterstützung zu bedanken, die auch sein todkranker Vater erhalten hat, der an Krebs leidet. Brijesh ist ganz abgemagert und wir bringen in Erfahrung, dass sie von nur 3 kg Reis pro Monat leben. Die Familie wird bis auf weiteres mit 20 kg Reis pro Monat unterstützt.

Ein nützliches Geschenk…

Als ich heute Morgen auf den Thermometer schaute war es 14°C, so kalt hatten wir es in Ganjam noch nie erlebt. Nach dem Frühstück machte ich uns eine feine Tomatensauce, denn zum Mittagessen gibt es Spaghetti.

Schwester Sunitha, Fritz und Pina sind wiederum mit der Buchhaltung beschäftigt, es ist sehr zeitaufwendig, ordnerweise Quittungen von über einem Jahr zu kontrollieren.

Mayte kontrollierte die Schuluniformen nach Grösse, Anzahl und Machart. Je nach Schule brauchen die Kinder verschieden farbige Uniformen, was natürlich die Sache nicht einfacher macht. Es ist zum Teil schon fraglich, das man 3 verschiedene Uniformen benötigt, bislang brauchte man Eine für Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, am Mittwoch konnten die Kinder normale Kleidung tragen, damit die Mutter die Uniform waschen konnte. Am Samstag musste dann eine weisse Uniform getragen werden. Neu kommt nun die Regelung hinzu, dass man am Mittwoch nicht mehr normale Kleider tragen kann, sondern eine extra Uniform in anderer Farbe, weil viele Kinder zu heruntergekommen in der Schule erschienen sind.

Am Abend nach der Schule besuchten uns noch einige Patenkinder, Anusha, Ashma Banu, Ashwini, Ayesha, Heena Kausar, Jyothi, Kalavathi, Lakshmi, Pooja, Shama, Simran und Tabassum, um uns einfach „Hallo“ zu sagen und uns in Ganjam willkommen zu heissen. Bei dieser Gelegenheit erhalten sie, ein für den Alltag nützliches Geschenk (Dynamo-Taschenlampe) und ein paar Süssigkeiten.

Am Abend machten Pina und ich noch einen kleinen Spaziergang, denn sie musste sich von den vielen Zahlen, mit der sie bei der Kontrolle der Buchhaltung konfrontiert wurde, etwas erholen. Wir erfreuten uns am wunderschönen Sonnenuntergang über den Reisfeldern auf dem Weg zum „Dodda Gosai Ghaat“.

Licht am Ende des Tunnels…

Auch heute Morgen war es wieder ziemlich kühl für indische Gegebenheiten, aber nach ein paar Stunden Sonnenschein erreichte das Thermometer wieder angenehme 29° C im Schatten.

Fritz und Pina sind heute wieder mit der Buchhaltung beschäftigt, diesmal machen sie sich hinter die Kostenabrechnungen der einzelnen Patenkinder.

Mayte ist mittlerweilen fertig mit der Inventur und alles ist nun wieder nach „Schweizer-Manier“ geordnet. Alle Nähmaschinen wurden eingehend kontrolliert und auf ihre Funktionalität überprüft. Die Abrechnung des Nähcenters steht noch an und wird am nächsten Sonntag in Angriff genommen.

Preethi, ein ehemaliges Patenkind, welches wir von 1996-2005 unterstützten, kommt mit ihren Baby und der Mutter auf Besuch um ganz stolz ihren Nachwuchs zu präsentieren. Sie berichtet auch von ihrem Cousin Deepu, auch ein ehemaliges Patenkind, der mittlerweile in einem 5 Stern Hotel den Einkauf leitet und nebenbei noch das MBA (Master of Business Administration) macht. Sie bittet uns, sie doch zu Hause zu besuchen und wir versprechen ihr, dass wir vorbeikommen werden, sobald wir die ganzen administrativen Arbeiten erledigt haben und etwas Licht am Ende des Tunnels sehen.

Ich habe ein kleines Problem mit der Wasserpumpe, seit 2 Stunden pumpe ich Wasser aufs Dach, es gurgelt zwar in der Leitung, aber der Tank auf dem Dach wird einfach nicht voll. Das Übel ist schnell lokalisiert, denn es hat nicht mehr genug Wasser in unserem Reservoir. Also spreche ich mit der Schwester Sunitha und sie ist gewillt uns etwas Wasser von ihrem Brunnen überströmen zulassen.

Danach mache ich mich auf den Weg zum Schreiner, denn es gibt in ein paar kleinere Sachen zu reparieren, der Chef meinte, dass er erst nächste Woche Zeit finden wird. Anschliessend besuche ich noch ein paar Schneider im Dorf um auszuloten, was sie für die Schuluniformen verlangen und stelle fest, dass diese rund 20% mehr für schlechtere Qualität verlangen. Auf dem Rückweg spricht mir ein Arbeiter der Schreinerei an und verspricht mir, in seiner Mittagspause vorbeizukommen und sich den Reparaturen anzunehmen.

Renuka und ihre Mutter kamen vorbei um sich für die Bezahlung, der schweren Operation und den benötigten Medikamenten, zu bedanken.

Am Abend nach der Schule kommen wie immer, sehr viele Kinder vorbei. Heute waren es Heena Kowsar, Kavya, Mamatha, Megha, Noorjahan, Ruskar, Selma und viele andere, nicht gesponserte Mädchen und Jungen.

Samstagswäsche!

Heute Morgen in der Früh sind schon etliche Kinder vorbei gekommen und so erfuhren wir, dass heute kein Unterricht stattfindet, weil aus politischen Gründen gestreikt wird.

Dirk und ich gehen ins Dorf, denn nach so vielen Zahlen will ich endlich indische Luft und vor allem Gerüche schnuppern! (wer schon mal in Indien war, weiss wovon ich rede 😉 ). Unterwegs werden wir immer wieder herzlich gegrüsst und überall hören wir „Hello Anty, Hello Uncle, Good Morning“! Zuerst gehen wir bei der Schule vorbei, wo wir von vielen Kinder ganz ungestüm begrüsst und belagert werden! Sie haben zwar keinen Unterricht wegen des Streiks, trotzdem sind sie aber zahlreich auf dem Schulhof anzutreffen und spielen.


Wir spazieren weiter quer durchs Dorf an die nördlichste Seite und gelangen zum Kaveri Fluss, wo der Nimishambha Tempel steht. Hier treffen wir viele Inderinnen bei ihrer Samstagswäsche an, unter anderem Mütter von Kindern, die wir sponsern. Eine von Ihnen spricht sogar Englisch und so kommen wir ins Gespräch und erfahren so allerhand. Sie erzählt nebenbei uns von ihrem Neffen, der sein Fuss gebrochen hat und bereits in einem staatlichen Spital operiert wurde, anscheinend geht es ihm nicht sehr gut und so entschliessen wir uns, bei ihm vorbeizuschauen.

In einer kläglichen Hütte treffen wir auf Nadeem, der auf einer Strohmatte am Boden liegt. Ich mache mich gleich daran, mir die Wunde des offenen Bruchs etwas genauer anzusehen und erkenne sofort, eine ganz schlimme Infektion. Ich erkundige mich, ob sie was zum Desinfizieren haben, aber es gibt nichts ausser ein wenig Watte. Wir entschliessen uns, ihn in unsere Vertrauensklinik, dem „Chandrakala Hospital“ im nahegelegenen Mysore zubringen. Dort ist kein Arzt im Dienst, somit wird die Wunde von einen Krankenpfleger desinfiziert, mit antibiotischer Salbe versorgt und ein neuer Verband angebracht. Wir bekommen einen Termin für Montag um 9.30 Uhr. Auf dem Weg nach Hause kaufen wir Nadeem noch Gehstöcke, damit er sich zumindest ein wenig bewegen kann und nicht nur immer am Boden herumliegen muss. Spät am Abend kommen wir zurück, hier ist halt etwas komplizierter und man braucht mehr Zeit um zu einen Resultat zu kommen.

In Ganjam gibt es keinen Sonntag!

Einen Sonntag gibt es für uns hier in Ganjam eigentlich nicht. Schon früh am Morgen kommt Shabeer vorbei, ihn unterstützten wir bis 2003. Ihn sehen wir regelmässig bei unserem Aufenthalt in Ganjam, denn in seiner Freizeit pflegt er im Konvent der Karmeliten Schwestern den Garten. Er ist mittlerweile beim Staat als Sportlehrer angestellt und kann somit seine Schwester, die jetzt auch ein Studium begonnen hat, sowie die ganze Familie unterstützen.

Etwas später kommen zwei Frauen mit einen verwaisten Jungen, der missgebildete Füsschen hat und unfähig ist zu gehen, er kann sich nur kriechend fortbewegen. Wir werden sie in der nächste Woche besuchen um die finanziellen Verhältnisse abzuklären. Das hört sich jetzt vielleicht etwas komisch an, aber nicht selten kommt es vor, dass sich Leute als Arm ausgeben und um unsere Unterstützung bitten.

San Roshan, den wir zwischen 1996-2003 unterstützten und von dem wir lange nichts mehr gehört hatten, besuchte uns heute überraschend um einfach „Hallo“ zu sagen und sich nochmals für die erhaltene Unterstützung zu bedanken. Er arbeitet jetzt als Laborgehilfe im 30 Km entfernten Mandya.

Heute ist Mayte mir der Buchhaltung der Nähschule beschäftigt. Elizabeth hat hier wiederum sehr gute Arbeit geleistet und es gab nichts zu bemängeln. Anbei mal ein Überblick was unsere Nähschule während dem letzten Jahr so alles produziert hat.

  • 66 Panjabi‘s
  • 48 Pullover
  • 43 Hemden und Hosen
  • 48 Schuluniformen
  • 22 Uniformhemden und Blusen

Von Venkateswari Balaji beschützt…

Von der Gottheit „Venkateswari Balaji“ beschützt fahren wir heute wieder mit Nadeem ins Spital. Der Arzt meinte, es sei eine gute Idee gewesen ihn vorbeizubringen, denn die Infektion ist schlimm. Er verordnet ihm Antibiotika und Nadeem muss nun 2x wöchentlich ins Spital gehen um die Wunde zupflegen und neu zu verbinden. Als wir im Spital waren ging Fritz auf die Post und erledigte diverse Einkäufe in der Stadt.

Am Nachmittag als wir wieder in Ganjam sind kommt uns unser ältestes Sorgenkind Amma besuchen, sie ist 89 Jahre alt und ein Kapitel für sich. Mayte war zum Beispiel einmal mit ihr beim Augenarzt, da sie sehr schlecht sieht, als sie aber erfahren hat was es kosten würde, hat sie dankend ausgeschlagen und meinte: für das was sie noch zu tun hat, sehe sie noch genügend und übrigens müsse der Augenarzt nicht meinen, weil Weisse dabei seien, müsse er uns übers Ohr hauen.

Am Nachmittag erklärte Fritz der Pina noch diverse Sachen was die Buchhaltung betrifft, zudem führte er noch diverse Listen nach und ergänzte sie.


Am Abend machen Mayte, Pina und ich einen kleinen Spaziergang und auf einmal steht ein kleiner Junge vor uns, spricht wie ein Wasserfall auf Hindi auf uns ein und gestikuliert ganz wild mit seinen Händen und zeigt immer wieder auf seine Nase. Er kommt uns sehr bekannt vor, aber es dauert eine Weile bis wir erkennen, dass es Govinda ist. Es ist 10 Jahre her, als ich ihn das erste Mal im Dorf angetroffen habe, damals war er noch ein Baby und er hatte eine schreckliche, durch eine Infektion entstellte Nase, die dann in der Chandrakala Klinik operiert wurde. Er begleitet uns auf dem Weg zurück zum Konvent und auf einmal fängt er an etwas von Jesus zu reden und rennt davon, ein paar Minuten später ist er wieder da, mitsamt seiner Schwester und der Mutter und schenkt mir eine Jesus-Statue zum Dank, da ich mich damals um ihn gekümmert habe.

Klassischen indischen Tanz…

Pina und ich gehen heute Morgen mit den ÖV, d.h. mit Rikscha und Überlandbus, nach Bannimantap ans P.U.C (Pre University College) wo wir vom Patenkind Venu an die Schulfeierlichkeiten eingeladen wurden. Venu, den wir seit 1997 unterstützen, wird klassischen, indischen Tanz vorführen. Natürlich lassen wir uns diese Darbietung nicht entgehen, zudem sehen wir uns noch ein paar andere Aufführungen an und gehen anschliessend nach Mysore, wo wir noch einige Kommissionen zu erledigen haben. Am späteren Nachmittag treffen wir anschliessend noch auf Mayte und Elizabeth, die auch in Mysore sind um Kommissionen für das Nähcenter zu machen.

Fritz hütet in Ganjam das Office und kümmert sich um das „Daily-Business“, zudem schliesst er die Buchhaltung erfolgreich mit einem kleinen Überschuss zu unseren Gunsten ab. Es kommen immer wieder Patenkinder vorbei, entweder alleine oder mit ihren Müttern. Entweder um sich für die erhaltene Unterstützung zu bedanken oder einfach nur weil sie gehört haben, dass „Uncle-Fritz“ eine grosse Dose mit Süssigkeiten in seinem Büro stehen hat. Heute waren Selman, Shama, Mubeetaj, Rakesh Singh, Abhilasha und viele andere zu Besuch. Zudem kamen Prema, eine ehemalige Mitarbeiterin der Nähcenters und Schwester Vimal Grace, die nach Mysore versetzt wurde, auf einen kleinen Schwatz vorbei.

Mayte gab den ganzen Vormittag Unterricht in der Nähschule und am Nachmittag besuchte sie die Singer-Vertretung, wo sie diverses Verbrauchsmaterial, wie Leder-Antriebsriemen, Maschinenöl und andere Ersatzteile organisierte. Danach ging es nach Mysore auf den Markt um diverse Kleinigkeiten für das Nähcenter einzukaufen.

Heute ist indischer Nationalfeiertag!

Heute ist indischer Nationalfeiertag und damit Schulfrei, aus diesem Grund erwarten wir im Verlauf des Tages einen Ansturm von Kindern…

Wie immer am Morgen bin ich damit beschäftigt den Wassertank auf dem Dach mit Quellwasser nachzufüllen, dazu schalte ich einfach die Pumpe an, setze mich auf die Treppe und warte bis der Tank überläuft. Je nachdem wie viel Wasser wir am Vortag verbraucht haben, dauert es mehr oder weniger lang und somit habe ich etwas Zeit, das rege Treiben zu beobachten. Wie jeden Morgen kommen die Eichhörnchen auf der Mauer entlang gehuscht, heute jedoch sitze ich bereits mit der Kamera im Anschlag.


Pina, Schwester Sunitha und ich gehen ins Dorf und haben vor verschiedene Familien zu besuchen. Es scheint aber fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn immer wieder werden wir aufgehalten und mit diversen Sorgen und Problemen des täglichen Lebens konfrontiert.

Z.B. holt uns eine Frau in ihre Hütte und erzählt uns von ihrem Aids kranken Mann und da sie kein Geld haben um die benötigten Medikamente bezahlen zu können. Wir fragen nach dem ärztlichen Befund und den Unterlagen, da es Pina interessiert, wie viel T4 Zellen er hat und wie hoch die Virenbelastung ist. Leider hat der Mann alles verbrannt aus Angst, dass irgendjemand herausfinden könnte an welcher Krankheit er leidet. Wie überall ist leider auch hier, AIDS ein Tabu-Thema. Wir entschliessen uns, ihn am nächsten Montag mitzunehmen um die Angelegenheit mit dem Arzt zu besprechen, da wir sowieso mit andern Patienten nach Mysore fahren müssen.


Im Haus gegenüber besuchen wir Lakshmi und ihre beiden Kinder, Mohan Kumar und Sahanna, welche gemeinsam ihr Einkommen durch die tägliche Produktion von 2000 Räucherstäbchen bestreiten und dafür mit 28 INR, respektive 0.60 CHF entlohnt werden. Sie bittet uns ihren Sohn, Mohan Kumar, der bald in die 1. Klasse muss, zu unterstützen. Wir versichern ihnen, dass wir helfen werden und sie auf uns zählen können.

Nachher besuchen wir Selman und seine Mutter, welche bereits am Vortag bei uns vorbei kamen und um Unterstützung baten. Sein Bruder wurde bereits von uns unterstützt, jedoch mussten wir die Unterstützung aufgeben, weil er immer die Schule schwänzte, keinerlei Interesse zeigte und mittlerweile als Hilfsautomechaniker arbeitet. Selman hingegen möchte unbedingt zur Schule gehen und er hat uns versprochen es nicht seinem Bruder gleich zu tun. Somit sichern wir ihm unsere Unterstützung zu und hoffen, dass er es ernst meint und sein Bestes geben wird.

Weiter geht es zu Yassin, der nicht laufen kann und nur herum kriecht. Mit seinen Füsschen stimmt was nicht, auch reagiert nur schlecht auf akustische und visuelle Reize. Am nächsten Montag nehmen wir ihn gleich mit ins „Chandrakala Spital“ um abzuklären, was die Ursache sein könnte.

Auch die Familien von Ume Kulsum, Fairose Khan und Neha Angum haben wir besucht und sind zum Entschluss gekommen auch sie zu unterstützen.

Ashwini kann sich besonders glücklich schätzen, denn sie durfte den Verwendungszweck des Geldes, welches ihr Patenonkel zusätzlich zur Verfügung gestellt hat, selber entscheiden. Eigentlich wollte sie schon immer einen Hund, aber trotzdem hat sie sich für ein Fahrrad entschieden, welches sie für die Bewältigung des Schulweges gut gebrauchen kann. Ein solches Fahrrad, ohne 15-Gangschaltung und sonstige Extras kostest hier 75.- CHF. Sie und ihr Vater gingen selber in die nächst gelegene Stadt Mysore um das Fahrrad zukaufen und als sie zurückkamen, präsentierte sie es uns ganz stolz.

Wie jeden Tag kommen Verschiedene nach der Schule oder getaner Arbeit bei uns vorbei, sei es um einfach „Hallo“ oder „Danke“ zusagen.

Radha, eine ehemalige Schülerin und nachherige Mitarbeiterin im Nähcenter berichtet uns, dass sie nun eine feste Anstellung als Schneiderin gefunden hat und nun den stolzen Verdienst von monatlich 3350 INR nach Hause bringt.

Chaya, ein ehemaliges Patenkind kommt mit ihrem Verlobungsalbum vorbei und will uns an ihrem Glück teilhaben lassen.

Die 18 jährige Mahalakshmi teilt uns mit, dass sie die Prüfung des 2. PUC leider nicht bestanden hat, sie versichert uns aber, dass sie diese im nächsten Jahr nachholen wird. Zudem erzählt sie uns, dass sie sich vor ein paar Wochen verlobt hat und im Mai heiraten wird.

Bis jetzt haben wir für Prashanth nur die Schulbücher bezahlt, aber da die Familie in einen finanziellen Engpass geraten ist, übernehmen wir jetzt auch zusätzlich die Schulkosten.

Divya, eines unserer Sorgenkinder, welche bereits 2 mal die Prüfung des P.U.C nicht geschafft hat, dann die Krankenschwester-Schule in Mandya aus persönlichen Gründen hingeschmissen hat und jetzt in einer Kleiderfabrik arbeitet, will nicht aufgeben und es nochmals, mit eigenen Mitteln versuchen, ein Ausbildung als Krankenschwester in Mysore zu machen.

Zudem kommen Rajesh, Sneba, Syed Moshin, Tilak, Rakesh Singh, Lakshmi ….. und noch viele andere vorbei um „Hallo“ zu sagen und zu sehen wie es uns geht. Vor allem die Kleinen sind ganz süss, wenn man sieht, wie sie zur Dose mit den Süssigkeiten des „Onkel-Fritz“ hinaufschauen, ob sie wohl auf Schleckereien aus sind?

Ich werde von hinten überfallen!

Nach dem Morgenessen und dem erledigen meiner Verpflichtungen gehe ich zu Nadeem, der heute zum ersten Mal alleine zusammen mit seiner Mutter, zur Kontrolle ins „Chandrakala Spital“ nach Mysore muss. Die Gehstöcke geben ihm wirklich mehr Bewegungsfreiheit, denn heute Morgen hat er einen neuen Haarschnitt und er berichtete mir stolz, dass er es alleine bis zum Coiffeur geschafft hat. Kurz nach dem Mittag kommen sie von Mysore zurück und sie haben die Aufgabe gemeinsam, perfekt bewältigt.

Auf dem Weg nach Hause werde ich von hinten überfallen, es ist Gowinda, der auf dem Weg zur Schule ist und sich einen Spass mit mir erlaubte. Gemeinsam und Hand in Hand spazieren wir Richtung Schule, wo ich mich dann verabschiede und ihm noch einen schönen Tag wünsche.

Als ich zurück in den Konvent komme sind schon fast alle Schülerinnen und Angestellte bereit für das alljährliche Picknick am Kaveri Fluss beim Dodda Ghosai Ghat, nur die Elizabeth fehlt noch, welche aber ein wenig später auch noch eintrudelt. Ich schreibe noch etwas an meinem Bericht bis ich mich zusammen mit Fritz meinem Vater, auch auf den Weg zum Fluss mache um dann gemeinsam mit den Damen zu picknicken.

Unsere erste Team-Sitzung!

Am Nachmittag hatten wir unsere erste „Team-Sitzung“, welche von Pina geleitet wurde, es waren Mayte, Fritz, Schwester Sunitha, Elizabeth und ich anwesend. Es kommen diverse Sachen zur Aussprache und es wurden zudem kreative Vorschläge für diverse Verbesserungen gemacht. Die Sitzung dauerte 2 Stunden und hätte noch lange weitergehen können, wenn nicht draussen vor der Türe wie immer jeden Abend, viele unterstützte Kinder und andere warteten, bis wir Zeit fanden um sich ihrer Sorgen und Probleme anzunehmen.

Ein sehr fleissiger, junger Mann…

Hemanth Kumar kommt mit der Bitte, ob wir in einem Schreiben bestätigen würden, dass wir ihn finanziell unterstützt haben. Natürlich machen wir das gerne für ihn, da wir aber momentan total am Anschlag laufen und uns die Zeit davon läuft, bitten wir ihn, die Bestätigung doch selber zu verfassen und uns zum Unterzeichnen vorbei zubringen.

Er ist ein sehr fleissiger, junger Mann, der ohne unsere Hilfe sein Studium in Elektrotechnik nicht selber hätte finanzieren können. Er steht kurz vor dem Abschluss und hat dank seinen überdurchschnittlichen Noten, bereits etliche Anfragen von Firmen bekommen, die auf dem Campus auf Talentsuche sind.

Keine Ahnung wie alt meine Töchter sind!

Renuka kommt mit ihren zwei Töchtern Suguna und Ragini vorbei, leider kann sie uns nicht sagen wann die Beiden geboren sind. Wir schätzen, dass sie so etwa 12 und 13 Jahre alt sein müssen, da sie in die 7. respektive 8. Std. Klasse gehen. Die Mutter ist alleinerziehend, da der Vater bereits vor Jahren verstorben ist, sie könnte Hilfe sehr gebrauchen, denn sie ist sehr arm und lebt mit ihren Töchtern unter miserablen Verhältnissen. Nach einem Besuch in ihrer Hütte bestätigt sich das, was sie uns erzählt haben und wir entschliessen uns die beiden Mädchen zu unterstützen. Wir werden in Zukunft, für Schulgebühren, Bücher und die benötigten Schul-Uniformen aufkommen. Dies wird natürlich auch die Mutter entlasten, die mit ihrer Behinderung und als Gelegenheitsschneiderin nur sehr wenig verdient und sogar an dem wenigen Essen, dass sie haben, noch sparen muss. Auch Renuka wird von uns unterstützt und wird in absehbarer Zeit mit Schwester Sunitha einen Spezialisten aufsuchen.

Misslungene Katarakt-Operation!

Sowbhagya hatte vor ein paar Jahren eine Katarakt-Operation (Grauer Star) am linken Auge, wo leider etwas falsch lief und unterdessen auf diesem Auge erblindet ist. Nun sollte man das rechte Auge sobald als möglich operieren, da es auch immer trüber wird, ansonsten wird sie bald blind. Nun bittet sie uns ob wir die Kosten für die Operation übernehmen würden. Natürlich entschliessen wir und diesen Eingriff aus dem neuen Operations-Fond zu finanzieren.

Poorvika a.k.a. Jayalakshmi!

Am späten Nachmittag kam Poorvika, die eigentlich Jayalakshmi gerufen wird und noch einen kleinen Bruder hat, mit ihrer Mutter Bhavya vorbei. Sie können es sich nicht leisten ihre Tochter in die Schule zu schicken. Der Vater Swami hat sich vor einiger Zeit aus dem Staub gemacht und hat die Familie einfach sitzen lassen. Wir haben auch diese Familie besucht und uns entschlossen Poorvika zu unterstützen.

Eine Grossmutter und 4 Kinder!

Vishnu kommt mit seiner Grossmutter vorbei, die alleine 4 Kinder zu unterstützen hat, sehr arm ist und nun genötigt wird 20‘000 INR Pfand zu bezahlen um in der kläglichen Hütte wohnen bleiben zu dürfen. Dieses Geld bekommt sie nach 3 Jahren wieder zurück. Das gibt dem Eigentümer der Hütte die Gelegenheit dies Geld zu Horror-Zinsen (3% im Monat) zu verleihen und somit kann er in dieser Zeit sein Investition mehr als zu verdoppeln. Hier müssen noch verschiedene Abklärungen gemacht werden.

Ein Email aus Bangalore…

Es hat sich bis ins 150 Km entfernte Bangalore herumgesprochen, dass wir wieder in Ganjam sind, denn heute erhielten wir das erste Mal ein Dankesschreiben eines unserer ehemaligen Patenkinder via Email.

Date: Fri, 28 Jan 2011 18:17:13 +0530 (IST)
From: mariejosephp@yahoo.co.in
Subject: THANK U…………………………
To: info@1x1indien.org

Dear Uncle & Aunt,

Greetings for the day……….

I hope your keeping well and it was nice to here that you are in India. It’s a pleasure to communicate and to say Thank U……………….through this mail for the all the things u have done to me and for my family at the right time because of which we have got a way to earn our daily bread and to take care of our parents. Without which it was impossible for me to be what I am today. It’s only because U and my god mother SONIA I was able to complete my graduation and to find a job. Currently I am working as a Team Leader – Purchase for a five star category hotel (THE LALIT ASHOK) Bangalore and I am doing a Graduate Diploma in Materials Management from the Indian institute of materials Management on evening sessions. This was all possible only because of U people and the credit go’s to my god mother Sonia for supporting me financially for my education and for threating me as her own son.

I would like to thank one and all who are the part of 1×1 Indien who came together stood as an organization and helped thousands of children to grow, learn and showed the way to lead there life. I hope the good work continues and lot of children like us will be benefited in future.
Convey my heart full regards to Sonia aunty and family.

With lots of love & Thanks

DEEPU

Liebe Onkel & Tante,

Grüsse für den Tag………

Ich hoffe es geht euch gut und es war schön zu hören, dass ihr in Indien seid. Es ist mir eine Freude mich mitzuteilen und Danke zu sagen……….. durch dieses Email für all die Sachen, die ihr für mich und meine Familie in der richtigen Zeit getan habt, dadurch hatten wir die Gelegenheit unser tägliches Brot zu verdienen und unsern Eltern sorge zu tragen. Ohne dies wäre ich heute nicht was ich bin. Es war mir nur wegen Euch und meiner Patentante Sonja möglich, dass ich meine Abschlussprüfungen vollenden und eine Arbeit finden konnte. Momentan arbeite ich als Gruppenleiter im Einkauf für ein 5 Stern Hotel (THE LALIT ASHOK) in Bangalore und ich mache ein weiterführendes Diplom beim einem indischen Institut für Materialbewirtschaftung an der Abendschule. All dies war nur möglich wegen Euch und die Ehre gebührt Sonja, meiner Patentante, für die finanzielle Unterstützung während meiner Ausbildung und die mich immer wie ihr eigener Sohn behandelt hat.

Ich möchte mich nochmals bei allen, die Teil von „1×1 für Indien“ sind und zusammen als Organisation tausenden von Kindern geholfen haben, zu wachsen, lernen und uns einen Weg zeigten, das Leben zu meistern. Ich hoffe ihr führt die gute Arbeit weiter und dass viele Kinder wie wir, davon in Zukunft profitieren werden.

Übermittelt meiner Patentante und Famile recht herzliche Grüsse.

Mit viel Liebe & Dank

DEEPU

Ferien im Gefängnis…

Es kamen natürlich noch weitere Leute vorbei, z.B. Jagadish J.S. der in die 7. Klasse geht mit seiner Mutter Lakshmi, die uns um Unterstützung bittet. Wir führen ein längeres Gespräch mit ihnen und sie erzählt eine merkwürdige Geschichte. Ihr Mann sei im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat, zwischendurch erhält er Urlaub und kommt nach Hause zu seiner Familie. Schwester Sunitha, Elizabeth und wir haben noch nie gehört, dass man in Indien, Ferien im Gefängnis bekommt. Somit müssen wir in diesem Fall noch detailliertere Abklärungen treffen und Schwester Sunitha wird dies in die Hand nehmen.

Die neunjährige Fariya, Prima Kumar, Amrutha fragen auch um Unterstützung für die Ausbildung, da es sich ihre Eltern finanziell nicht mehr leisten können ihre Sprösslinge weiter zur Schule zu schicken. Wir entschliessen uns somit gleich Morgen, die betroffenen Familien zuhause zu besuchen.

Eine offizielle Bestätigung…

Hemanth Kumar kommt noch schnell mit der selbst geschriebenen Bestätigung vorbei, die wir nur noch unterschreiben und abstempeln müssen. Nebenbei erzählt er mir, dass er gestern auf dem Campus von Accenture, ein sehr lukratives Angebot bekommen hat. Er verlangt noch nach meiner E-Mail Adresse, so dass er mich auf dem Laufenden halten kann. Ich wünsche ihm noch viel Glück bei den bevorstehenden Abschlussprüfungen und bin sehr zuversichtlich, dass er mit seiner Begabung eine sehr gute Anstellung finden wird.

Abschiedsfest mit Tränen!

Irgendetwas war heute Nachmittag anders als sonst! Es waren immer ziemlich viele Mädchen im Vorgarten des Konvent und übten in kleinen Gruppen verschieden Arten von Tänzen. Als es dann langsam Dunkel wurde, waren sie alle verschwunden und ich dachte mir nichts mehr dabei. Gerade als wir anfangen wollten unser Abendessen vorzubereiten, klopfe es an der Türe, es war Schwester Sunitha, sie meinte wir sollen doch bitte alle hinüber in den Konvent kommen, denn sie hätte eine Überraschung für uns.

Als Fritz, Mayte, Pina und ich im Konvent an kamen, waren viele unsere Patenkinder, einige ihrer Eltern, Elizabeth, Lakshmi und alle Schwestern anwesend. Die Mädchen waren alle sehr festlich angezogen und geschmückt und sahen so ganz anders aus, als in ihren Schuluniformen.

Die Schwester Sunitha hatte zusammen mit den Kindern eine kleine Tanz-Aufführung als Abschiedsgeschenk zur Ehren von Fritz vorbereitet. Denn mein Vater, ist dieses Jahr das letzte Mal in Indien und will in Zukunft etwas kürzer treten.





Es war ein durchaus gelungener Abend, alle haben sich köstlich amüsiert und wir genossen die verschiedenen ausdrucksvollen Tänze, die von den Mädchen aufgeführt wurden. Auch uns unser diesjähriges Geschenk, die Dynamo-Taschenlampe, wurde sehr kreativ bei einem der Tänze eingesetzt.

Am Schluss der sehr liebevoll gestalteten und sehr gelungenen Veranstaltung, wollten noch alle auf einem Foto mit dem „Onkel Fritz“ verewigt werden. Alle waren traurig und konnten nicht verstehen warum der Onkel jetzt nicht mehr zu ihnen kommen wird und zum Teil flossen sogar Tränen…

Ein richtiger Sonntag!

Ein richtiger Sonntag, zuerst waren wir in der Kirche, vor allem um bei dieser Gelegenheit, unterstütze Kinder und ihre Eltern zutreffen. Dann machten wir einen kleinen Spaziergang zum Mausoleum von Tipu Sultan, dass gleich um die Ecke und zu Fuss in 15 Min erreichbar ist. Auf dem Gelände werden wir von einem Herrn angesprochen und er stellt sich vor als Shabir Khan und sagte, dass „1×1 für Indien“ seine Tochter Shabiha unterstützt. Er arbeitet hier als Oberaufsicht auf dem Gelände und führt uns herum, erzählt uns allerlei Interessantes, öffnet uns den Touristen normalerweise verschlossene Räume und zu guter Letzt werden wir noch zu einem Tee eingeladen.

Wieder „Zu Hause“ wird noch an etwas an unserem Bericht geschrieben und die weiteren Aktivitäten des Tages geplant, denn wir wollten am späteren Nachmittag, zusammen mit Schwester Sunitha noch ein paar Familien besuchen, die um unsere Hilfe und die Unterstützung ihrer Kinder gebeten haben.

Zum Mittagessen sind wir bei den Schwestern im Konvent zum eingeladen und wir geniessen es. Es gibt Suppe, gebratenes Huhn, Reis mit scharfer Currysauce, Bohnen, Salat und zum Dessert noch eine Art „indische Karamelköpfchen“.

Kurz nach dem Essen kommt Tabassum, die Tante von Nadeem, vorbei um Pina ein Mehndi, eine kunstvolle ornamentale Körperbemalung mit Henna, zu machen. Diese erfolgt zu kosmetischen oder rituellen Zwecken und ist schon seit dem Altertum bekannt und bereits nach 40 Minuten ist das Kunstwerk vollbracht. Im Gegensatz zu echten Tätowierungen verblassen Mehndis innerhalb von 2 – 3 Wochen, da nur die sich stetig erneuernde Oberhaut eingefärbt wird.

Kaum war das Mehndi fertig, kommt auch schon Schwester Sunitha und Elizabeth vorbei, mit denen wir ja noch etliche Familien, die um unsere Unterstützung gebeten haben, besuchen wollten. Einigen Familien können wir die Unterstützung ihrer Kinder zusichern. Leider können wir nicht alle unterstützen und müssen uns auf die Ärmsten der Armen konzentrieren. Diese Besuche sind sehr eindrucksvoll, herzzerreissend und realitätsnah, somit bekommen wir wirklich mit wie diese Menschen ihres Lebenslage tagtäglich bewältigen. Obwohl wir einen klaren Plan haben, wenn wir besuchen wollen, werden wir immer wieder da und dort aufgehalten, in die Hütten gebeten, mit Elend, misslichen und fast ausweglosen Lebensumständen konfrontiert und um Hilfe gebeten.

Und wieder geht’s in „Chandrakala Spital“

Pina und ich gingen heute mit unserem neuen Patienten Yassin, von dem wir bereits letzten Mittwoch berichtet haben, ins „Chandrakala Spital“, zudem nahmen wir noch Nadeem mit, der zu seiner regelmässigen Kontrolle musste. Leider ist der an Aids erkrankte Mann nicht wie abgemacht, in den Konvent gekommen, um gemeinsam mit uns nach Mysore zu fahren.

Der Arzt teilte uns mit das Nadeem’s Wunde sehr gute Fortschritte machte, heute werden die Nähte entfernt und er bekommt einen neuen Gips. Es wird aber noch mindestens 3 Monate dauern bist die Wunde komplett verheilt ist und eventuell braucht er sogar noch eine Hauttransplantation. Jetzt ist nur noch zu hoffen, dass Nadeem regelmässig zu Kontrolle nach Mysore ins „Chandrakala Spital“ geht und die Wundpflege nicht vernachlässigt wird.

Yassin, der ja nicht laufen kann, scheint ein neurologisches Problem zu haben und somit werden wir an das „JSS Medial College Spital“ verwiesen, bis wir da allerdings angekommen sind, hatte der Anmeldeschalter für neue Patienten bereits geschlossen. Es eilt ja nicht unbedingt und somit werden wir Schwester Sunitha beauftragen mit Yassin und seiner Mutter, mal bei Gelegenheit das Spital aufzusuchen.

Schwester Sunitha’s neuer Laptop…


Mit sichtbarer Freude nimmt Schwester Sunitha, den gesponserten Laptop entgegen und macht sich gleich daran in auszuprobieren. Mittlerweile haben sie im Konvent sogar einen ADSL-Anschluss und wir hoffen somit auf regen Austausch von Informationen. Obwohl sie noch kein Computer-Freak ist, hat sie es doch schon einigermassen im Griff. Sollten irgendwelche Probleme auftreten, so steht ihr Hemanth Kumar jederzeit mit Rat und Tat zu Seite und gibt ihr gerne Nachhilfeunterricht.

Schwester Dulia überrascht uns!


Wir können es kaum glauben, denn plötzlich stand Schwester Dulia vor der Tür! Sie kam den weiten Weg, von Kudulur im Süden Karnataka’s, hierher nach Ganjam und das extra wegen uns, leider verpasste sie Mayte und Fritz nur knapp. Schwester Dulia ist mit ihren 72 Jahren immer noch topfit und lustig, wie eh und je. Es freut uns sehr sie nach so langer Zeit wieder zusehen, denn sie war eine der ersten Schwestern, die uns zugeteilt wurde und war während unserer Abwesenheit zuständig für „ 1×1 für Indien“, bis sie dann vor 8 Jahren versetzt wurde. Es ist hier bei den Karmeliten Schwestern üblich, dass sie normalerweise alle 2 Jahre, in einen anderen Konvent, versetzt werden. Leider ist das für uns nicht sehr vorteilhaft, da wir alle 2 Jahre eine neue Schwester zugeteilt bekommen, die „1×1 für Indien“ vertritt und somit neu eingearbeitet werden muss.

Die Leiterin der Nähschule…

Elizabeth sollte auch mal erwähnt werden, sie ist die Leiterin der Nähschule und eine unserer Vertrauenspersonen, wenn es um Fragen geht, welche die Familien im Dorf betreffen. Früher war sie wegen ihrer Pigmentfehler eine Ausgestossene, seit sie aber für uns arbeitet, geniesst sie ein sehr hohes Ansehen im Dorf und jeder hat Respekt vor ihr, mittlerweile ruft man sie nur noch „Madam“.

Wenn Man/Frau eine Chance bekommt…


Jyothi M. die immer schon Lehrerin werden wollte, präsentierte uns heute stolz ihr erstes Diplom (D. Ed / Diploma in Education), welches sie letztes Jahr im August erfolgreich gemeistert hat. Wir sind sehr stolz auf sie und es beweist wieder einmal, dass wenn man/frau eine Chance bekommt, diese als solche erkennt und auch gewillt ist etwas daraus zu machen, man/frau durchaus etwas erreichen kann. Wir wünschen Jyothi M. alles Gute auf dem weiteren Weg ihrer Ausbildung.

Lakshmi, unsere Haushaltshilfe…

Auch Lakshmi unsere Haushaltshilfe verdient es hier einmal erwähnt zu werden, sie ist eine treue, dankbare Seele und arbeitet bereits seit 12 Jahren für uns. Bei unserer Anwesenheit vor Ort, kommt sie 3-mal wöchentlich vorbei macht unsere Wäsche, putzt und sorgt für Ordnung im Haushalt. Während unserer Abwesenheit ist sie nur sporadisch für den Unterhalt und die Reinigung der Nähschule zuständig.

Tragische Situationen und Lebensumstände!

Die Situation, respektive die Lebensumstände hier, sind schon tragisch, wenn man es mit den Augen eines Europäers betrachtet. Die Hütten bestehen im besten Fall aus 4 Mauern, einer Tür und sind mit einem Lehmboden ausgestattet, darüber hat es meistens ein Wellblechdach. So ein Hütte hat in der Regel etwa 15m2 und besteht aus Küche, Wohn- / Schlafzimmer und einem Waschraum und ist zum Teil mit einem 2-türigen Schrank und 2 Plastikstühlen ausgestattet. Alle schlafen im selben Raum nebeneinander auf Strohmatten, so das nachts kein Millimeter mehr frei ist. Am Morgen werden dann die Matten wieder zusammen gerollt „Et Voila“ haben wir ein Wohnzimmer.

Hier gibt es für die untersten Schichten keine AHV, IV, Krankenkasse oder sonstige Versicherungen, so dass, wenn ein Familienmitglied krank wird und man für Operationen, Medikamente und anderes aufkommen muss, es die meisten Familien in den direkten Ruin treibt, weil oft das Geld fehlt. Das geht dann meist zu Lasten von Essen und Kinder müssen oft die Schule abbrechen, weil man sich die Gebühren nicht mehr leisten kann und sie zudem gezwungen sind Geld zu verdienen, denn das Herstellen von Räucherstäbchen reicht nicht aus um eine Familie über Wasser zu halten.

Die 12-16 jährigen Knaben die plötzlich zu Familienoberhäuptern werden, weil ihre Väter gestorben, dem Alkohol verfallen oder einfach abgehauen sind und ihre Frauen und Kinder einfach im Stich liessen.

In ihrer ganzen Verzweiflung, Armut und tragischer Aussichtslosigkeit, gibt es sogar welche, die ihre Situation noch schlechter darstellen als sie überhaupt schon ist, aus Angst keine Hilfe zu bekommen. Dabei ist schon ihre Realität so was von tragisch, dass es in unseren Augen eigentlich gar nichts Schlimmeres als solche Lebensumstände geben kann.

Wucherzinsen!

Shoba hat bei ihrem Onkel ein Darlehen von 25‘000 INR aufgenommen, welches zum jetzigen Zeitpunkt in etwa 540.- CHF entspricht. Mit diesem Geld hat sie sich die Ausbildung zur Lehrerin finanziert, welche sie vor kurzem erfolgreich abgeschlossen hat und nun auf der Suche nach einer Anstellung ist.

Der Zins dieses Darlehens beläuft sich auf 3% im Monat, d.h. 750 INR und wobei man bedenken muss, dass von der 4 köpfigen Familie, momentan nur ihr Bruder eine Arbeit hat und 100 INR im Tag verdient. Damit ist knapp die Zahlung der Zinsen zu bewältigen und vorerst an eine Rückzahlung des Darlehens gar nicht zu denken.

Wir haben vertrauen in Shoba und sie verspricht uns 1000 INR im Monat zurückzuzahlen sobald sie einen Job gefunden hat. Wir werden mit dem Onkel reden und ihm einfach das Darlehen zurückzahlen, somit hat Shoba zwar immer noch Schulden, kann aber direkt mit der Rückzahlung des Darlehens beginnen, da wir keine Zinsen verlangen.

Wir treffen ein alten Bekannten!

Bei einem weiteren Besuch im „Chandrakala Spital“ treffen wir einen alten Bekannten an, es ist der von uns im Jahr 1999 gesponserte Krankenwagen, ein Maruti Suzuki Omni XL. Er macht noch einen sehr guten Eindruck und zeigt nach all diesen Jahren und diversen Einsätzen praktisch keine Abnutzungserscheinungen ausser ein paar Kratzer und ich denke er wird uns, respektive dem Spital noch lange erhalten bleiben und weiterhin sein Dienst verrichten.

Was wir in der Nähschule so alles herstellen…

Folgend nun eine kleine Auswahl diverser Kleidungsstücke die in unsere Nähschule hergestellt werden. Die Kosten für ein solches Kleidungsstück sind relativ gering, hier nun ein paar Beispiele:


Dies ist eine typische Schuluniform für Mädchen, bestehend aus einer Bluse und einem Rock, beides zusammen kostet je nach Grösse zwischen 6.- und 8.- CHF.

Zudem stellen wir noch diverse Stricksachen für die kalte Jahreszeit her und dies zum Teil in den grellsten Farben, die den indischen Kindern so sehr gefallen. Diese Kosten je nach Machart zwischen 5.- und 7.- CHF.




Auch für die warme Jahreszeit machen wir verschiedene Arten von Kleidchen und andere Sachen, welche sich im Preisrahmen von 5.- und 7.- CHF bewegen.




Es ist Zeit wieder nach Hause zu gehen…

Nun ist es an der Zeit uns auf den Weg in Richtung Heimat zu machen. Wir verabschieden uns von allen in Ganjam und vertrösten sie auf unseren nächsten Besuch in etwa einem Jahr. In der Zwischenzeit wird sich Schwester Sunitha um die diversen Sorgen der Kinder und das „Daily-Business“ kümmern, das Meiste für uns erledigen und wenn grössere Ausgaben oder etwas Spezielles ansteht mit uns in Verbindung treten.

Teddy, Hasi, Kroki, Quietscheente u.v.a. reisen nach Indien!

Es ist wieder einmal an der Zeit um in Ganjam (Indien) die vom „1×1 für Indien“ unterstützten Kinder zu besuchen. Diesmal sind wir schwer beladen mit Plüschtieren für unsere Kleinsten und wir freuen uns ausserordentlich die Kinder wiederzusehen.
Es erwarten uns brutale 26°C und strahlender Sonnenschein, Mayte wird vorwiegend in der Nähschule beschäftigt sein, während Pina und ich, zumindest in der ersten Woche die meiste Zeit im Büro verbringen werden und uns um die Buchhaltung kümmern werden, welche uns neben dem warmen Wetter zusätzlich zum Schwitzen bringen wird.
Wir werden voraussichtlich um 05:00 (UTC/GMT +5:30 Stunden) in Ganjam eintreffen und erst mal eine Runde schlafen.

Die Frauen und ihre Schuhe!

Auf unseren Flug am Gate wartend, tranken wir noch einen Kaffee und da fiel mir auf, dass die Frau am Nebentisch die gleichen Schuhe (eher etwas Aussergewöhnliches, was man nicht jeden Tag sieht) trug wie ich. Sogleich sprach ich sie an und wir schwärmten davon wie bequem sie sind. Im weiteren Gespräch fanden wir heraus, dass auch sie nach Indien fliegt. Was für ein Zufall, denn im Flugzeug sass dann Mayte neben ihr und so führten wir das Gespräch weiter. Wir fanden heraus, dass sie mit einer Reisegruppe aus der Schweiz in Südindien unterwegs sein wird und verschiedene Sehenswürdigkeiten besuchen werden, die ganz in der Nähe von Ganjam (1×1 für Indien) unterwegs sein werden. Nachdem wir unsere Visitenkarten ausgetauscht hatten, sagten wir noch ganz spontan „kommt doch einfach mal vorbei, wenn ihr in der Nähe seid“.

In Bangalore angekommen werden wir von Hemanth, der „von 1×1 für Indien“ unterstützt wurde, ganz herzlich mit einem Rosenstrauss empfangen. Er hat Elektro-Ingenieur studiert und macht nun in Bangalore eine Weiterbildung zum Flugzeugelektroniker.

Wie geplant kommen wir morgens um 5 Uhr in Ganjam an, begrüssen kurz die Schwestern und gönnen uns dann zuerst ein paar Stunden Schlaf, bevor wir mit unserer Arbeit beginnen.

Um 16:00 sitzen wir alle zusammen, d.h. Sr. Sunitha, Elizabeth, Mayte, Dirk und ich um uns einen Überblick der aktuellen Lage zu verschaffen. Kaum haben wir angefangen, klopft es an der Türe und Christine mit ihrer Kollegin Brigitte, die Schuh-Bekanntschaft steht da und hat es tatsächlich geschafft den ganzen Bus zum „1×1 für Indien“ umzuleiten.

Wir freuen uns sehr über die Überraschung und heissen die ganze Gesellschaft willkommen. Wir führen sie herum, zeigen ihnen unsere Nähschule, das kleine Büro und erklären ihnen unser karitatives Werk.
Die Gruppe war ganz begeistert von unserer Tätigkeit und unaufgefordert schnappte sich der Reiseleiter ein Nähkörbchen und ging damit herum und bat um eine Spende.

Wir bedanken uns ganz herzlich für den Besuch, die Spende und Wünschen der Reisegruppe noch eine schöne und erlebnisreiche Zeit in Südindien.

Wanderferien, Imbach-Reisen AG, Zürichstrasse 11, CH- 6006 Luzern.

Danach ging unsere Teamsitzung weiter und nach fast 3 Stunden brummten unsere Köpfe und total geschafft ging es ziemlich früh ins Bett.

Heute geht’s mit den ÖV nach Mysore…

Mayte ist damit beschäftigt im Nähcenter das Lager zu kontrollieren und Inventur zu machen. Wir fahren mit den ÖV in die Stadt um Diverses zu erledigen.

Zuerst geht es zur Bank wo man uns direkt ins Büro des Direktors bittet. Wir werden ganz nett von ihm begrüsst und wie so üblich in Indien und als Zeichen der Gastfreundschaft wird uns ein Chai (Tee) gereicht.

„Andere Länder, andere Sitten“ einfach mal schnell Geld abheben geht hier nicht, das kann Stunden dauern, alles wird akribisch kontrolliert und abgezählt und das mehrmals von mehreren Angestellten, bis uns dann schlussendlich das Geld übergeben wird. Somit ziehen wir mit Geldscheinen gefüllten Rucksack weiter.

Nun geht’s zur Post, wo man uns nur fragend ansieht und sich mehrmals versichert ob wir wirklich 300 Briefmarken kaufen wollen. Als dies geklärt ist, werden wir zu einem anderen Schalter geschickt, wo der Unglaube nicht geringer ist. Nach ca. einer Stunde bekommen wir wider Erwarten die Marken ausgehändigt, mit der Bemerkung, man habe uns extra Farbige ausgesucht und organisiert.

Um euch nicht zu langweilen, alles weitere in Kurzform, d.h. wiederum mit dem Rikscha-Fahrer über den Fahrpreis handeln, diverse Geschäfte suchen, die es seit unserem letzten Besuch nicht mehr gibt, oder einfach Bankrott gingen. Ganz klar, die Krise spürt man auch hier, ein Laden war sogar ausgehöhlt, fast so wie unser Schweizer Bankgeheimnis ;-). Dann haben noch Süssigkeiten für die Kinder gekauft und noch vieles mehr. Gegen 20 Uhr haben wir dann total erschöpft und vollbepackt die Rückreise nach Ganjam angetreten. Eigentlich ein Pappenstiel, den man bei uns locker in ein zwei Stunden erledigt hätte, nur hier dauert so ein Unternehmen eben 12 Stunden.

Heute Morgen ist Buchhaltung angesagt!

Mayte hatte den ganzen Vormittag Häkeln am praktischen Beispiel einer Tasche unterrichtet und am Nachmittag an den Uniformen der Schulkinder gearbeitet.

Um 9 Uhr legen Sr. Sunitha und ich mit der Buchhaltung los, nur leider kommen wir nicht sehr weit, denn kaum haben wir angefangen, kommt schon Venu, eines unser langjährig unterstützten Patenkinder, vorbei. Er hat gute Neuigkeiten, denn er hat das P.U.C (Pre University College) mit Erfolg abgeschlossen und möchte nun zum NCC (National Cadet Corp) und darauf folgend des BCom Diplom (Bachelor of Commerce) machen, die Kosten werden sich auf Alleine für die Ausbildung auf 30‘000 INR (ca. 560 CHF) belaufen, plus Bücher, Uniform, Transportkosten u.s.w.

Nun ein neuer Anlauf mit der Buchhaltung weiter zu machen, was uns auch gelingt aber schon bald kommt Nanjamma mit ihren Sorgen. Sie ist eine ältere Frau die über starke Rückenschmerzen und Entkräftung klagte, die trotz Schmerzmittel keine Linderung fand. Wir vereinbarten einen Termin mit der Ärztin, die nur am Abend anwesend ist, da sie tagsüber in Mandya arbeitet und ihr Dienste fast umsonst anbietet.

Eigentlich wollten wir weiterfahren, aber Saraswathi, ein Ex-Patenkind), die Sozialarbeit studierte kam mit ihren Sorgen. Im Moment ist sie auf Arbeitssuche und kümmert sich in der Zwischenzeit um ihre 3-jährigen Zwillings-Neffen, Keishave und Kushal, da ihre eigenen Eltern diese Verantwortung nicht war nehmen. Sie bittet uns um Unterstützung um die Kleinen in den Kindergarten schicken zu können.

Natürlich war dies noch nicht alles an diesem Tag, es kamen ausserdem noch Mufuda Banu, ein älter Mann mit seinem Enkel vorbei. Annapoorma, Poormina und viele andere Kinder kamen in Begleitung ihrer Mütter zu uns und alle baten um Beteiligung an den Kosten für den Kindergartenbesuch.

Auch kamen noch ganz viele andere gesponserte Kinder und ihre Eltern uns Besuchen, denn die Nachricht, dass wir da sind, breitet sich wie ein Lauffeuer aus, es ist sehr schön, aber auch anstrengend….

Darum falle ich jetzt gleich todmüde ins Bett.

Was ich auch noch schnell an dieser Stelle erwähnen wollte ist ein grosser Dank an Dirk, denn er Ihm Back-Office schreibt all die Berichte fürs Internet, unterstützt mich tatkräftig bei der Buchhaltung, kümmert sich um dieses und jenes und so ist er ganz schön beschäftigt und hat ganz viel Arbeit, darum habe ich ihn zu meinem Sekretär ernannt 😉 !

Die Taschen sind fertig!

Heute Morgen war es eine wahre Freude, denn alle Mädchen haben ihre Taschen fertig gehäkelt und sehr schön mit Perlen und Sternen verziert. Stolz gingen sie nach dem Mittag nach Hause.
Am Nachmittag haben dann Elizabeth die Leiterin der Nähschule und ich, an den Uniformen gearbeitet, denn am 1. Juni 2012 beginnt das neue Schuljahr und somit müssen die Uniformen bereit sein. Jedes Kind braucht 2 Stück, eine Farbige und eine Weisse. Bei 39 Patenkindern macht das nach Adam Riese 78 Stück. Auch für jeden der an unsere Türe klopft machen wir natürlich auch Uniformen, das sind in etwa 100 Stück pro Jahr.

Picknick am Fluss…

Heute machten wir, wie immer wenn ich in Indien bin, zusammen mit den Mädchen der Nähschule, Elizabeth und Pina einen Ausflug an den nahegelegen Fluss. Es bereitet uns immer wieder eine grosse Freude, gemeinsam singend zum Fluss zu spazieren und dann unsere Füsse im kühlen Nass zu baden, etwas wunderbares bei Temperaturen um die 30°C. Alle Mädchen hatten etwas Kleines gekocht und mitgebracht, welches wir dann zusammen verspeisten, das Essen war scharf und sehr lecker. Beim Kiosk gönnten wir uns dann noch je ein Getränk, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Am Nachmittag arbeitete ich dann noch 2 Stunden an den Uniformen bevor ich mich zusammen mit Sr. Sunitha auf den Weg nach Mysore machte, wo wir uns mit Pina und Dirk treffen werden.

Der König der indischen Strassen!

Am Nachmittag machten wir uns wieder mit den ÖV auf den Weg nach Mysore. Es mussten noch ein paar Kleinigkeiten mit der Bank geklärt und wenige Einkäufe getätigt werden. Am späteren Nachmittag trafen wir uns dann mit Mayte und Sr. Sunitha am Davaraja Markt.

Das „Abfahren“ dauerte ca. 10 Minuten, zuerst war da was mit dem hinteren rechten Rad, dass nicht mehr wollte und komische Töne machte, dann brauchte es 6 Startversuche, wo schon beim ersten Versuch die Batterie zu versagen drohte. Nach umlegen einiger Schalter und weiteren Versuchen sprang er doch noch an. Quietschend, wie Giovanni‘s Schubkarre, fuhren wir gemeinsam mit dem „König der indischen Strassen“ einem Ambassador zur St. Teresas Provinzialität der Karmeliten nach Bannimantap.

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Dort machen wir der Oberin des Distriktes Karnataka, Sr. Fridolin, unser Aufwartung, plauderten ein wenig bei Kaffee, Chai und indischen Güezi (Chakuli, hart wie Stein) und versuchten dabei ein gutes Wort für Sr. Sunitha einzulegen, so dass sie nicht allzu bald, an einen anderen Ort versetzt wird und wir somit eine sehr gute Mitarbeiterin beim „1×1 für Indien“ verlieren würden.

Als das „offizielle“ Gespräch vorbei war und einige Damen sich noch über dies und das austauschten, verabschiedeten Pina und ich, uns ganz höflich und gingen zusammen nach draussen um etwas Luft zu schnappen.

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So kamen wir mit dem Taxifahrer ins Gespräch. Sein ganzer Stolz ist der fast 40 jährige Ambassador Mark III, den er liebevoll mit Freunden restauriert hat, innen wie neu, aussen nicht mehr alles Original aber Tip-Top und ein technisches Wunder. Er fährt, aber nur widerwillig und mit viel Improvisationstalent des Meisters.

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Interessant ist auch der Schmuck aus Chili und Zitrone an der Wagenfront, der neidische Blicke abwenden soll, die ihm sicher sind, denn einen so schönen Ambassador, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Wir kaufen gegenüber der Strasse noch schnell eine sehr feine Wassermelone für 10 INR (0.18 CHF/KG) und als alle wieder im Taxi sassen, brauchte es nur ein „indisches Wunder“ und einen Schlüssel dreh und es ging sofort ohne Probleme oder etwaiges Quietschen zurück nach Ganjam.

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Die Geschenke sind da!

Heute kamen die 200 SIGG Flaschen aus Chennai, die wir von Akash Agarwal von UCAL Exports Private Limited zu einem sehr günstigen Preis erworben haben. Die Flaschen wurden von einer sehr grosszügigen Spenderin aus der Schweiz finanziert (welche nicht namentlich erwähnt werden möchte) und die Geschäftsleitung von UCAL Exports hat als humanitäre Geste, den Preis bis auf die erhaltene Spende reduziert, das sind fast 75% Rabatt auf den eigentlichen Verkaufspreis. Hiermit möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei der Spenderin und Akash Agarwal bedanken, denn ohne sie wäre es nicht möglich gewesen ein solch tolles Geschenk zu finanzieren. Am Abend sind wir dann damit beschäftigt die Flaschen auszupacken und zu sortieren, Flaschen für die Kleinsten, für die Mädchen und für die Knaben. Am nächsten Sonntag findet ein Zusammentreffen aller Kinder und deren Eltern statt, wo wir dann diese Geschenke und ein Säckchen mit Süssigkeiten verteilen werden.

„Sid aus Ice Age“ wird in Indien geklont :-)

Heute Morgen war ich wieder sehr beschäftigt in der Nähschule. Im Kurs haben wir mit den Puppen angefangen, denen eine gewisse Ähnlichkeit mit „Sid aus Ice Age“ nicht abzusprechen ist. Alle fanden die Klone sehr lustig und die drei Fertigen wurden auch schon getauft auf Charly, Jimmy und Johnny.

Am Nachmittag haben Elizabeth und ich uns wieder an die Uniformen gemacht und konnten bereits erneut einige fertigstellen.

Herzergreifendes Teamwork!

Nach unserem Entschluss neue Flyers und Visitenkarten zu kreieren und auf meiner Suche nach einer Druckerei gegen Ende 2011 war ich anfangs nicht sehr erfolgreich und hatte es schon fast aufgegeben, da die meisten ihr Spenden-Budget um diese Jahreszeit bereits aufgebraucht hatten.

Als ich bei einem Treffen mit meiner Freundin Claudia von meinem Vorhaben berichtete, verwies sie mich an Herrn Jan Bauer von www.blitzdruck.ch. Er zeigte sich trotz weihnächtlichem Zeitmangel sehr gerne bereit unsere Sache tatkräftig und finanziell zu unterstützen. Auch unsere beiden Freunde Djamel und Karim von www.mediaplantage.ch versprachen uns, beim Layout von der kreativen Seite her behilflich zu sein und das Design zu übernehmen. Vor zwei Wochen sind nun die 10‘000 Flyers (deutsch und italienisch) und die Visitenkarten fertig geworden. Die Arbeit an diesem Projekt hat mich sehr berührt und es war sehr schön und herzergreifend, mitzuerleben wie Menschen bereit sind ohne jegliche Gegenleistung, gemeinsam an einer Idee im Team zu arbeiten. Nun sind wir in der Lage wieder viele Menschen mit den neuen Flyern zu erreichen.

Nochmals herzlichsten Dank an alle, die trotz Weihnachtsstress zum guten Gelingen beigetragen haben, im Besonderen an Herrn Jan Bauer von www.blitzdruck.ch für das kostenlose Drucken, Djamel und Karim M’rad von www.mediaplantage.ch für das tolle Design. Natürlich danke ich auch Dirk, der alles koordiniert hat und Sonja für die Zusammenarbeit bei der italienischen Übersetzung.

Leider war es mir nicht möglich mich früher zu bedanken, da ich seit einer Woche in Indien bin, hier bis jetzt sehr viel zu tun hatte und vorher mit den Vorbereitungen für die Reise beschäftigt war.

Ein neues Modell!

Am Samstag haben wir normalerweise keinen Unterricht in der Nähschule, denn dieser findet nur wochentags von 9.30-13.00 Uhr statt. Dies erlaubte mir ein neues Modell für einen „Frock“ (Kleidchen für Kinder) zu entwerfen. Es freut die Kinder immer wieder wenn ich etwas Neues entwerfe für sie. So ging der Tag schnell vorbei, denn wenn ich kreativ bin fliegt mir die Zeit einfach davon.

Indien ist irgendwie anderst!

Heute Morgen gab es Spiegeleier und was für welche! Die Hühner, welche die Schwestern im Konvent halten, scheinen etwas ganz Besonderes zu sein, den ihre Eier haben immer 2 Eigelb. Der Gedanke, dass es sich um mutierte Hühner handelt die in der Nähe eines Atomkraftwerks ihre Körner gesucht haben, ist ebenso von der Hand zu weisen, wie die Vorstellung, dass es sich um verhexte Eier handelt.

Es ist einfach eine Laune der Natur, bei der zwei Dotterkugeln gleichzeitig in den Eileiter gelangen und dann von Eiweiss und Schale umschlossen werden. Das kommt gelegentlich vor, angeblich besonders bei älteren Hühnern, was auch erklären würde, warum auf dem Lande häufiger anzutreffen ist, weil dort die Tiere älter werden als in der Legebatterie.

Versammlung der Kinder…

Auf heute Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr hatten wir eine Versammlung in der Schulhalle mit allen Kindern angesagt und eine Stunde später waren wir dann einigermassen komplett. Die Kinder hatten einige Darbietungen für uns vorbereitet und eröffneten die Zusammenkunft mit einem Gebet und einer Tanzvorführung. Dann waren wir Dirk und ich mit unserer Rede an der Reihe.

Die Neuigkeiten mit denen wir hier konfrontiert wurden, waren von durchmischter Natur!

Die Prioritäten sind hier etwas anders gelagert, denn die Eltern sind zum Teil Analphabeten und mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt. Mangels eigener Bildung können sie die Kinder weder in schulischen Angelegenheiten unterstützen noch fördern und somit werden sie sich selber überlassen. Wer ums Überleben kämpfen muss, ist zum Teil auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen und somit wird die Schulbildung vernachlässigt.

Sinn der Rede war es eine „Message“ an die Kinder zu senden. Vor allem wollten wir die Wichtigkeit einer Schulbildung aufzeigen und haben sie an ehemalige Kinder aus der Nachbarschaft erinnert, die jetzt z.B. Sport-, Englisch- und Mathematiklehrer/innen, Krankenschwestern, Manager, Flugzeugelektroniker, usw. sind. Um somit an ihre Eigenverantwortung zu appellieren und aufzuzeigen, was alles möglich ist mit einer guten Bildung. Wir können sie zwar finanziell unterstützen, aber was nützt es wenn sie die Schule schwänzen oder einfach kein Interesse daran zeigen, weil sie den Sinn und die Welt die sich ihnen eröffnen kann noch nicht erkennen. Verallgemeinern kann man dies natürlich nicht, es gibt auch Eltern die sehr interessiert sind an den schulischen Pflichten ihrer Kinder.

Das ganze musste von Sr. Sunitha von Englisch in Kannada übersetzt werden. In Kannada sind Sätze mindestens 2-3 Mal länger als in Englisch, denn z.B. muss ein bestimmtes Wort mit mehreren Sätzen umschrieben werden, da es dies in ihrer Sprache gar nicht gibt.

Nachher führten die Kinder uns ein paar Tänze und Theaterstücke auf, letztere waren sehr lustig und wir haben herzhaft gelacht. Nun war es entlich soweit und die Kinderaugen glänzten schon, denn sie wussten, dass sie jetzt ihr Geschenk bekommen würden. Dies war eine kleine logistische Herausforderung, denn wir wollten nicht nur die Geschenke verteilen, sondern auch noch von jedem Kind ein aktuelles Foto aufnehmen und am Schluss noch alle beisammen haben um ein Gruppenfoto zu machen.

Makar Sankranti!

Heute wendete sich die Sonne und begabt sich auf die nördliche Laufbahn in das Zeichen Makara Diese Sankranti, die Sonnenwende, hat für die Hindus besondere religiöse Bedeutung, manifestiert sich doch in der Sonne die große alte vedische Gottheit Surya, die heute noch verbreitet Verehrung genießt. Zudem hat der Festtag vielfältige Bezüge zur hinduistischen Mythologie und ist ein landesweit gefeiertes, buntes und heiter turbulentes Volksvergnügen.

Gefeiert werden an diesem Tag auch die Haustiere als Helfer bei der Landarbeit. Gewaschen und geschmückt werden Kühe und Ochsen in Prozessionen unter Gesang durch die Dörfer geführt. Musik und Tanz, Ochsenkarrenrennen und mancherorts wilde Stierkämpfe ergänzen den Festreigen.

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In jedem Haus bereiten die Frauen Til-gud vor, Süßigkeiten aus dem Zucker des frischen Zuckerrohres, vermischt mit Sesamkörnern, Erdnüssen, frischer Kokosnuss, Mais und verschenken sie an Nachbarn und Freunde, indem sie einen Spruch sagen: „Til-gud ghya, god god bola“ – „Nimm dieses süße Til und sprich süße Worte“. Man soll jedem davon geben und alle etwaigen Feindschaften damit beenden. Dieser Versöhnungsaspekt unterstreicht die Bedeutsamkeit von Festen nicht nur für die Markierung des zyklischen Wandels in der Natur, sondern auch für die spirituelle Entwicklung von Mensch und Gesellschaft.

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Leider haben am Nachmittag bereits einiges verpasst, da wir anderweitig mit den Kindern beschäftigt waren (siehe vorhergehenden) Artikel, aber nach gemachter Arbeit, gehen Sr. Sunitha, Elizabeth, Pina und ich noch ins Nachbardorf Srirangapatna, zum „Sri Ranganatha Temple“, der dem Gott Ranganathaswamy eine Inkarnation der Gottheit Vishnu gewidmet ist. Der Tempel sieht einfach unglaublich prachtvoll aus während dem Makar Sankranti, denn er wird mit 100‘001 kleinen Öl Kerzen beleuchtet.

Ein Loch im Herzen!

Buchhaltung hin oder her, wir werden von Chandana und ihrer Mutter unterbrochen. Die Kleine ist am 27.11.2007 mit einem Sinus-Venosus-Defekt (Loch in der Herzscheidewand zwischen den Vorkammern) geboren worden. Die Eltern können sich die regelmässigen Untersuchungen nicht leisten, denn die jeweils anfallenden Kosten von 700-800 INR (13-15 CHF), sind für die Familie nicht tragbar. Der Vater arbeitet als Kuli (Tagelöhner) und somit verfügen sie nur über ein sehr kleines Einkommen. Sie bitten uns um Unterstützung, damit man alle 6 Monate die notwendigen kardiologischen Checks machen kann, um die Entwicklung des Herzes mit zu verfolgen und so Veränderungen festzustellen. Chandana hat so mein Herz berührt, dass es sofort für mich klar war die anfallenden Kosten zu übernehmen. Nach einem Besuch in ihrer Hütte beschlossen Dirk und ich auch für ihre Schulbildung aufzukommen und eventuell weitere benötigte Hilfe zu leisten.

Auch in Südindien friert man!

Heute hatten wie eine ausserordentlich kalte Nacht, den um 7.30 Uhr indische Zeit, war es 15°C und ich denke heute Morgen sind unsere „Sweaters“ (Strickjacken) gefragt.

Diese stellen wir selber in unserem kleinen Nähcenter selber her, zwei 2 Frauen stricken halbtags, erhalten einen Lohn und können so einen Beitrag an die Familie leisten

Es ist mir wichtig und auch ein Anliegen, den Frauen hier etwas beizubringen und sie zu unterstützen, damit sie selbstständiger werden können. Darum habe ich auch das Nähcenter ins Leben gerufen, welches schon mir sehr viel Freude gebracht hat.

Liebe Freunde vom „1×1 für Indien“

Eigentlich habe ich schon ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich noch nicht viel über die Schicksale der Menschen geschrieben habe, denen ich tagtäglich hier in Ganjam begegne. Viele sind die Gründe warum es nicht so einfach ist jeden Tag zu berichten.

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal die ganze Buchhaltung alleine gemacht und natürlich sind die Ansprüche an mich selber sehr hoch, darum hat es auch etwas länger gedauert bis wir fertig waren.

Es ist auch nicht einfach, sich alles von Sr. Sunitha übersetzen zu lassen, denn die Quittungen sind meistens auf Kannada geschrieben, wir notieren uns dann alles auf Deutsch und die Unterhaltung zwischen uns zwei ist wiederum auf Englisch.

Aber nun habe ich es geschafft und bin sehr Glücklich über das Resultat. Vielen Dank an Dirk für die Umsetzung der doppelte Buchhaltung, denn nun haben wir einen sehr guten Überblick und das nächste Mal werden wir sehr viel Zeit sparen können.

Es macht mich Nachdenklich!

Venkatesh besucht uns heute im Büro, er ist 21 Jahre alt und seit seinem dritten Lebensjahr, hat er eine Behinderung an der rechten Körperseite. Vor allem ist sein Arm ziemlich stark durch eine Deformation in Mitleidenschaft gezogen und die Hand ist ganz versteift und unbeweglich. Nächste Woche gehen wir sowieso mit einem Sammeltaxi nach Mysore ins Spital und wir werden Venkatesh gleich mitnehmen. Es macht mich Nachdenklich, dass man 18 Jahre lang nichts unternommen hat um diesem jungen Mann zu helfen.

Ein begehrtes Zertifikat!

Der Tag war sehr anstrengend, am Morgen habe ich Unterricht im Häkeln gegeben und nach Schulschluss haben die Mädchen vom vorhergehenden Kurs ihre Zertifikate bekommen.

Sie sind sehr stolz, denn diese Kursbestätigung ermöglichtet es ihnen sofort eine Anstellung in der nahe gelegenen Fabrik zu bekommen, wo sie 6 Tage in der Woche arbeiten und im Monat 4500 INR verdienen.

Am Nachmittag fuhren Elizabeth, Pina und ich zusammen nach Mysore, auf dem Weg dahin besuchten wir noch die Kleiderfabrik wo etliche unserer Kursteilnehmerinnen eine Anstellung gefunden haben. In dieser Fabrik werden Kleider für bekannte Labels hergestellt und die Arbeitsbedingungen sind sehr gut. Es gibt eine Art AHV, wo der Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeber 12% des Lohnes beisteuert, eine Krankenkasse die vollumfänglich vom Arbeitgeber bezahlt wir und für länger Beschäftigte sogar eine Pensionskasse.

Danach ging es weiter nach Mysore wo wir verschiedene Stoffe und Zubehör für das Nähcenter einkauften und kamen erst um 22 Uhr todmüde nach Hause und wollten nur noch ins Bett.

Speditiv Papierkrieg führen…

Eigentlich haben Sr. Sunitha und ich versucht uns am Morgen vor allem um das Bürokratische zu kümmern und am Nachmittag dann mit den Menschen die Hilfe benötigen zu reden, so haben wir es uns zumindest vorgestellt!

Wenn wir aber hier sind und die Leute wissen davon, dann kommen sie egal ob Morgen oder Nachmittag ist, darum ist es dann nicht so einfach um speditiv Papierkrieg zu führen.

Viele der Mütter hier in Ganjam sind alleinerziehend, entweder verwitwet, die Väter einfach abgehauen, haben mehrere Frauen oder sind Alkoholiker. Die Frauen haben zu wenig Geld, obwohl sie irgend einer Arbeit nach gehen, wie Räucherstäbchen oder Beddi’s (eine Art Zigaretten) drehen, auf dem Markt oder den Feldern arbeiten. Trotzdem verdienen sie nicht genug um die Familie zu ernähren und dann noch die Kinder in die Schule zu schicken ist finanziell für sie nicht machbar.

Die Kinder können in eine öffentliche staatliche Schule gehen und müssen nicht viel bezahlen, aber für viele Familie übersteigt schon die kleinste Schulgebühren ihr Budget. Dazu kommen dann noch die Schul-Uniformen, Schulbücher, Schulmaterial, Busgebühren usw. was den Rahmen dann endgültig sprengt.

Briefe kleben!

Heute Morgen haben wir Briefversand gespielt und ca. 200 Brief kuvertiert, in Indien ist das ein wenig anders, denn die Couverts sind nicht gummiert und müssen von Hand zugeklebt werden. Am Nachmittag geht es dann ein letztes Mal zur Bank nach Mysore und um noch verschiedene kleine, aber manchmal sehr zeitaufreibende Erledigungen zu machen.

Kinder, Kinder, Kinder…

Nun haben wir auch die ganzen Kinderlisten durchgekämmt, wir hatten einige Abgänge und mehrere Zugänge zu verzeichnen und somit haben wir im Moment:

• 40 Patenkinder
• 110 unterstützte Kinder

In diesem Jahr sind folgende Kinder ausgeschieden.

Maria und Lilly sind beide nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrer älteren Schwester nach Bangalore gezogen, die sich nun um die zwei Kleinen kümmert. Leider konnten wir keinen Kontakt mehr mit ihnen herstellen und ihre Grossmutter gibt nur zögerlich Auskunft.
Ruskar, hat die 10. Klasse zum zweiten Mal nicht bestanden und zeigt auch kein weiteres Interesse in die Schule zu gehen.
Shrinidhi, hat das 2. PUC. erfolgreich bestanden, trotzdem hatte er keine Lust mehr weiter zu machen und verkauft jetzt Sandelholz-Artikel an Touristen.
Megha ist weggezogen und lebt nun bei ihrem Vater in Mysore und hat kein Interesse weiter zur Schule zu gehen
Tejeswhwini, hat das 2. PUC. erfolgreich abgeschlossen und würde gerne weiter studieren, aber die Eltern haben sie verheiratet. Eigentlich sehr Schade, denn sie war eine sehr gute Schülerin.
Devaraj, will einfach nicht mehr zur Schule gehen.
Poorvika, lebt nicht mehr in Ganjam, nach dem ihre Mutter sie alleine gelassen hat und mit einem anderen Mann weggezogen ist, hat die Grossmutter, sie zu sich nach Mandya genommen.
Saklen Mustafa ist zusammen mit seinen Eltern nach Mysore gezogen.
Tilak ging nicht regelmässig zur Schule, obwohl er mehrmals von Sr. Sunitha verwarnt worden war, nun haben wir ihm unsere Unterstützung entzogen, die wir nun einem anderen Kind zukommen lassen.
Tulasi wird nun von einer französischen Organisation unterstützt, es gibt noch viele andere Kinder die vor unserer Türe stehen und darauf warten geholfen zu werden.

Die 21 neu aufgenommenen Kinder die wir ab diesem Jahr unterstützen heissen, Amrutha, Chandana, Deekshit, Fairose Khan, Gagan B., Goutham B., Gowri, Mariyamma Mini, Mohan Kumar, Nithesh, Pallavi, Prasad K., Rajina, Ranjitha, Rakshitha S., Sanjay D., Selman Khan, Shahid Pasha, Sonu G. M., Suguna Shree, Umai Kulsum B. und Ummerifa.



Es gibt noch eine lange Liste von Kindern die wir noch persönlich besuchen wollen, nur so können wir uns annähernd vorstellen, in welcher Situation sie sind und versuchen ihre Probleme zu Verstehen um die nötige Hilfe zu geben zu können.

iKaiChila!

Die Nähschule vom „1×1 für Indien“ hat den ersten Kunden von Übersee. Aus Spanien haben wir eine Bestellung von 50 „iKaiChila (Kai = hängen, Chila = Tasche in Kannada und am Anfang das i=wegen dem Hype,) erhalten.

P. H. aus M. schrieb uns folgendes:

Ich möchte einen „handfesten Bezug“ zu Eurer Arbeit in Indien herstellen, und gerne meinen Gästen eine kleine Idee davon vermitteln, was Ihr da macht, und das es eine Unterstützung wert ist.

Ich habe mir vorgestellt, dass es den Mädchen in der Nähschule auch ein Ansporn sein könnte „europäische Geschäftsbeziehungen“ zu erhalten.

Dazu hätte ich gerne ein kleines Ding, dass man vielleicht als Schlüsselanhänger, oder an den Innenspiegel im Auto oder ähnliches anbringen kann, so dass der Blick immer wieder darauf fällt und ins Gedächtnis kommt, woher es kommt, bzw. die Geschichte dahinter sehen. Ich möchte dies gerne zusammen mit einem Flyer von Euch und einigen erklärenden Worten zum Urlaubbeginn an meine Gäste verteilen.

Wir haben uns Gedanken gemacht und Pina ist spontan auf die gehäkelten Täschchen gestossen, welche die Mädchen in der Nähschule fertigten und per Zufall ein iPhone perfekt reinpasst, unserer Bekannten hat die spontan Idee sehr gut gefallen…

P. H. aus M. schrieb uns:

Das ist eine superkalifragilistischexpialigorische Idee!
(Dieses geile Wort ist aus Mary Poppins geklaut 🙂 )

Jetzt gefällt es mir richtig gut!

Via PayPal haben wir bereits die vollumfängliche Zahlung der Ware erhalten. Da wir Morgen eh wieder nach Mysore gehen, werden wir auch gleich den entsprechenden Garn in den Lieblingsfarben der Kundin organisieren und wenn alles klappt haben wir mit „Wochenendarbeit“ die 50 „iKaiChila“ in einer Woche fertig, so dass wir sie mit nach Hause nehmen und uns Porti nach Spanien sparen können.

Gowri und ihr Häuschen…

Am Nachmittag sind wir wieder im Dorf unterwegs und besuchen die Kinder, die zusammen mit ihren Müttern in den vergangenen Tagen bereits bei uns vorbei gekommen sind und um Hilfe angefragt haben.

Viele der Kinder die zu uns kommen sind scheu, verstecken sich hinter ihrer Mutter und scheinen schon fast ängstlich. Ich versuche die Situation aufzulockern in dem ich sie anlache, probiere ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen ihre Scheu zu nehmen. Gowri hingegen war ganz anders, sie hat mich sofort angelacht, ganz aufgeweckt und interessiert hat sie sich umgeschaut und nahm Anteil an ihrem Umfeld mit ihren grossen ausdrucksvollen, lebendigen und leuchtenden Augen.

Unterwegs kommt uns Gowri mit einem „Big Smile“ entgegen und begleitet uns zu ihrem zuhause, bei ihrem Häuschen angelangt, waren wir berührt und fast sprachlos als wir erkannten wie klein es ist. Sogar Gowri muss sich bücken um überhaupt durch die Türe in Innere zu gelangen, wir hingegen müssen schon fast kriechen. Unglaublich, dass auf diesen knapp 6m2, ihre Eltern, ihr Bruder und sie selbst wohnen.

Ihr Vater ist Alkoholiker und Ihre Mutter arbeitet tagsüber als Kuli (Tagelöhnerin) auf den Feldern, somit ist Gowri, wie viele andere Kinder hier, den ganzen Tag sich selber überlassen.

Den ganzen weiteren Nachmittag begleitete sie uns und hielt immer beharrlich meine Hand ohne auch nur eine Sekunde von meiner Seite zu weichen. Sie verteidigte ihren Platz an meiner Seite vehement, wenn andere Kinder mir die Hand reichen wollten.

Das Schicksal von Gowri ist kein Einzelfall und betrifft viele Kindern hier in Ganjam und trotz ihrer traurigen Lebenssituation, hat sie mich mit ihrem fröhlichen Naturell, zutiefst beeindruckt.

Nichts für Warmduscher!

Zur Abwechslung und Auflockerung nun mal eines unser nichtigen Problemchen, denn seit unserer Ankunft in Ganjam, können wir nicht wirklich warm Duschen. Der Durchlauferhitzer funktioniert nicht richtig, weil der Schutzschalter defekt ist. Es hat über eine Woche gedauert bis der erste Elektriker vorbei kam und nach 5 Minuten meinte, da muss ein Spezialist ran. Eine weitere Woche später kam er dann mit seinem Gehilfen und nach etlichen Tests schien es nun endlich zu funktionieren!

Leider hatten wir uns zu früh gefreut, denn als wir duschen wollten, hatte es knapp zum Einseifen gereicht. Es scheint wie verhext und wir kriegen einfach kein warmes Wasser. Als „Workaround“ behelfe ich mich nun vorübergehend mit einer Holzkelle um den Schalter zurückzusetzen. Es wird wohl noch eine weitere Woche dauern, bis der Schalter ausgetauscht wird und wir eine warme Dusche ohne Kaltwasser Intermezzo geniessen können.

Rangoli…

Rangoli ist eine traditionelle Art in Indien, Häuser, Tempel und Eingänge zur verschönern. Früher wurde es aus religiösen Gründen gelegt, heute dient es als Zeichen des Willkommens.

Mädchen und Frauen bestreichen den Platz vor der Haustür mit Kuhdung und besprenkeln ihn mit Wasser. Mit Reismehl malen sie in einer besonderen Anordnung Punkte auf den Boden und verbinden sie mit Strichen. So entstehen wunderschöne Muster. Dann wird Salz mit grobem Farbpulver vermischt und am Schluss füllen sie die einzelnen Formen mit den Salzfarben aus.

Die Rangloi sind wochentags eher einfacher gehalten und bei einem bevorstehenden werden sie dann farbiger, prächtiger und vor allem nimmt die Grösse zu. Da ereifern sich schon mal die Nachbarn um den Platz vor der Türe, wo die Gassen sehr eng sind.

Neue Schulhefte…

Sr. Sunitha berichtete uns von Mrs. Lalitha’s Besuch, eine Sozialarbeiterin und Koordinatorin des O.D.P. (Organisation for the Development of People / Organisation für die Entwicklung von Menschen) ) einer Volontären und gemeinnützigen Organisation, die 1984 vom sozialen Service der Diözese Mysore ins Leben gerufen wurde und Werbung für selber hergestellte Schulhefte machte.

O.D.P. hat sich zum Ziel gesetzt, die Unterprivi-legierten durch einen partizipativen Ansatz zu fördern und zu stärken. Organisiert in gemeinschafts-basierenden Gruppen, verwalten und verantworten sie sich selbstständig und sichern somit ihre Existenz.Die Frauen sind entweder mittellos, alleinerziehend, verwitwet und zum Teil Analphabeten, um etwas Geld zu verdienen haben sich einige sogar prostituiert.

Es gibt verschiedene Gruppen, eine davon ist die Druckerei die Schulhefte herstellt, welche direkt und ohne Zwischenhandel an Schulen verkauft werden. Bis anhin haben wir die Schulhefte immer „En Gros“ bei einem Händler bezogen. Der Gedanke ein soziale Institution zu unterstützen und die Tatsache bessere Konditionen zu bekommen, haben uns überzeugt in Zukunft die benötigten Hefte dort zu kaufen.

Heute ist „Republic Day“!

Obwohl Indien bereits am 15. August 1947 unabhängig wurde, ist die Verfassung erst am 26. Januar 1950 in Kraft getreten. Bis zu diesem Tag war der britische Monarch als „Kaiser von Indien“ Staatsoberhaupt. Die in dieser Verfassung verankerte Staatsform einer Republik gab dem Feiertag seinen Namen.

Am heutigen Tag der Republik sind wir gleich an zwei Orten zu den Festlichkeiten eingeladen. Zuerst besuchen wir die Mädchenschule der 8.-10. Klasse, am Eingang hat es ein sehr schönes Rangoli und wir werden auch schon sehr bald als Gäste begrüsst.

Alles fängt mit dem entfalten der indischen Flagge an, die bereits gefüllt mit Rosenblütenblättern am Mast darauf wartete. Es ist eindrücklich zu sehen wie Stolz die Inder/innen auf ihre Republik sind und mit welcher Würde sie es vertreten.

Die Mädchen führten diverse traditionelle Tänze auf und die verschiedenen geladenen Gäste hielten ihre zum Teil sehr langen und eintönigen Reden, welche in Kannada gehalten wurden, diese langweilten die Mädchen und uns gleichermassen, wir verstanden sie nicht und die Mädchen hörten sie wahrscheinlich nicht zum ersten Mal.

Das änderte sich aber Schlagartig, als Pina mit ihrer Rede an der Reihe war und alle Schülerinnen mit den Worten „Hi Girls“ begrüsste, welches mit einem „Hello Aunty“ im Chor erwidert wurde. Kaum zu glauben, alle sind plötzlich ganz aufgeweckt und hören aufmerksam ihrer Rede zu, welche nichts mit dem „Republic Day“ zu tun hatte, sondern die Mädchen motivieren und anspornen sollte ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Am Schluss werden uns noch ein paar weitere Tänze vorgeführt, nach deren Ende wir uns verabschieden und zum nächsten Termin in den Kindergarten eilten.

Liebevoll geführter Kindergarten!

Anschliessend an den Besuch der Mädchenschule sind wir im Hyder Kindergarten eingeladen, um gemeinsam den „Repuplic Day“ zu feiern. Auch mehrere Kinder die von „1×1 für Indien“ unterstützt werden, besuchen diesen kleinen und liebevoll geführten Hort.

Die Kinder, deren Eltern und Syed Munzeer Ahmed Agha, oder einfach Agha genannt, warten schon auf uns. Er führt diesen kleinen Kindergarten zusammen mit 4 Kinder-gärtnerinnen und auch hier beginnt der Festakt mit dem entfalten der mit Rosenblättern gefüllten Tiranga (Trikolore).

Die Kinder waren alle sehr hübsch gekleidet und einige von ihnen repräsentierten indische Persönlichkeiten und Freiheitskämpfer, wie Mahatma Gandhi (große Seele Gandhi), Indira Ghandi, Bhagat Singh, Rani Lakshmibai und unter anderem war auch die Gemüse-Königin 🙂 anwesend.

Die Tänze die sie für uns aufführten waren einfach hinreissend, denn ihre Mimik und Gestik waren ausserordentlich eindrucksvoll, unterstrichen von ihrer kindlichen Natürlichkeit.

Die Schlichtheit des Hortes und die Umstände wie dieser Kindergarten, wegen Platz- und Geld-mangels betrieben werden muss ist für Agha und die Kindergärtnerinnen keineswegs hinderlich, sondern eine Herausforderung, die sie zusammen mustergültig meistern. Aus unserer Sicht, ist es der am besten geführte Kindergarten in Ganjam. Man sieht sofort, dass hier mit viel Liebe, Aufopferung und Hingabe gearbeitet wird. Sie unterstützten die ihnen anvertrauten Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und fördern ihre Gemeinschaftsfähigkeit. Damit legen sie das Fundament für ihren individuellen Bildungsweg in dieser multikulturellen Gesellschaft.

Hiermit möchten wir uns nochmals bei allen für die sehr gelungene Aufführungen bedanken und würden gerne den Plan von Agha, einen neuen Kindergarten zu bauen, unterstützen und somit sind wir auf der Suche nach Wohltätern, die mithelfen möchten, dies zu finanzieren.

Mit dem Sammeltaxi ins Spital!

Heute Morgen geht es mit dem Sammeltaxi ins JSS (Jagadguru Sri Shivarathreeshwara) Spital, Pina, Sr. Sunitha, Venkatesh, Geetha, Munjera und Preetham mit seiner Mutter. Zuerst lösen wir für alle eine Registrationskarte und teilen uns nachher auf, jeder begleitet einen oder mehrere Patienten. Preetham geht mit Sr. Sunitha in pädiatrische Orthopädie, Pina begab sich mit Venkatesh direkt zum Professor der Chirurgie und anschliessend mit Geetha und Munjera in die Infektiologie.

Venkatesh, hatte in seiner frühen Kindheit eine infantile Hemiplegie, der Arzt Dr. Vijay L. erklärt ihm die Optionen und die Prognosen einer möglichen Operation. Es liegt nun an ihm, selber zu entscheiden, ob er zustimmen will oder nicht. Bei einem positiven Entscheid seinerseits werden wir nochmals den Arzt, zusammen mit ihm und seiner Mutter, aufsuchen um die Operation gemeinsam zu besprechen.

Bei Preetham stellte der Arzt fest, dass er mehrfache Missbildungen an der Wirbelsäule hat und es ein sehr seltener Fall ist. Die Computertomographie wurde sogar kostenlos gemacht, dabei stellte man noch andere Anomalien und das Fehlen einer Niere fest. Leider kann man Preetham nicht helfen, auf jeden Fall wir ihn in unser Herz geschlossen.

Mit Geetha und Munjera gingen wir auf Empfehlung des Arztes der Infektiologie ins „Asha Kirana“ Spital, welches auf HIV/AIDS Patienten spezialisiert ist. Im Vergleich zu den Spitalern die ich bis jetzt in Indien gesehen habe, ist das „Asha Kirana“ Spital absolute Spitzenklasse. Pina war natürlich sehr interessiert, da sie jahrelang auf diesem Gebiet tätig war und fand heraus, dass die benötigten Medikamente zum Teil vom Staat kostenlos abgegeben werden.

Zeitungsartikel

Mit einigen Monaten Verspätung anbei eine Übersetzung des Artikel in der lokalen Zeitung.

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Kostenlose Schulung ist die Arbeit dieser Frau…
In dieser modernen Welt ist Handarbeit nicht sehr anerkannt, trotzdem lernt diese Frau die Handarbeit seit 20 Jahren in Srirangapatna (Ganjam) im Nähcenter vom „1×1 für Indien“. Heutzutage sollten die Frauen nicht zu Hause bleiben und können gleichgestellt, wie die Männer, diversen Beschäftigungen nachgehen und dies ist in der heutigen Gesellschaft sehr willkommen. Die Lehrerin Elizabeth George aus Bangalore verbrachte ihre kostbaren letzten 20 Jahre damit, unentgeltliche Schulung zu geben.

Diese Schneidereischule befindet sich im Campus des St. Michael Klosters an der Dodda Gosai Gaht Strasse.

Einsamer Kampf ums Überleben
Der Ehemann der Lehrerin arbeitete beim Departement Wasserversorgung in Srirangapatnam und sie lebten ein glückliches Leben. Leider kam der Tag an dem ihr Ehemann an einem Herzversagen starb und sie auf sich allein gestellt war.

Aber diese mutige Dame, ohne enttäuscht zu sein oder in ihr Elternhaus zurückzukehren, begann ihre Zeit damit zu verbringen, die jungen Mädchen in der Gesellschaft, im Beruf des Schneiderns auszubilden und mit der Hilfe von „1×1 für Indien“ hat sie ihr humanitäres Anliegen gegenüber den Menschen in der Gesellschaft gezeigt.

Unentgeltliche Schulung
Die Besitzerin der Nähschule, Mayte Krienbühl aus Schweiz, gibt seit Jahren unentgeltliche Schulung für diejenigen die sehr arm sind und solche die einen kleinen Betrag für die Schulung bezahlen können, werden um einen kleinen Beitrag gebeten.

Hier gibt es keine Voreingenommenheit zwischen den Gebildeten und den Analphabeten.

Die Arbeitslosen werden in Nähen, Puppen machen, Pullover stricken und Stickerei, sowie in die Herstellung von Handtaschen und Schutzhüllen für Mobiltelefone geschult. All diese unterschiedlichen Ausbildungen werden den Lernenden während 9 Monaten vermittelt. Jedes Jahr werden nur 15 Mitglieder für diesen Kurs ausgewählt.

Lebensunterhalt durch harte Arbeit
Zusammen mit dieser Ausbildung, hat sie 3 Personen ernannt um mit ihr zu arbeiten und zusammen Schuluniformen und Puppen herzustellen. Hiermit konnte sie die Saläre dieser 3 Personen erwirtschaftet und während ihrer Freizeit macht sie weitere Schuluniformen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihr großer Traum ist es, dieses kleine Schulungszentrum in ein Grösseres zu verwandeln.

Die Regierung, welche hunderttausende von Rupien für verschiedene Massnahmen ausgibt, sollte sich besser Gedanken machen und beginnen das Handwerk zu fördern, welches keinen Wert mehr hat in dieser modernen Gesellschaft.

Würden sie nur ein wenig mehr Interesse an dieser Ausbildungsstätte zeigen und diese unterstützen, so könnten mehr Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitslosigkeit bekämpft werden.

Kontakt: Elizabeth +91 994 546 08 13
 

Besinnliche Weihnachten und frohe Festtage!


Liebe Freunde, PatenInnen, SpenderInnen und GönnerInnen

Das laufende Jahr neigt sich dem Ende zu, die Festtage rücken näher und es ist mir eine Herzensangelegenheit, gerade in dieser besinnlichen Zeit an all diejenigen zu erinnern, die im Leben benachteiligt sind.

Wie Sie wissen, engagiert sich unser Verein „1×1 für Indien“ hauptsächlich in der schulischen und beruflichen Ausbildung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Auch helfen wir behinderten Kindern und deren Familien, indem wir die Kosten für medizinische Unterstützung, Spital-Aufenthalt, Medikamente und Hilfsmittel übernehmen. In der eigenen Nähschule werden Mädchen und Frauen im Schneidern, Nähen, Stricken und Sticken unterrichtet.

Mit unserem Engagement möchten wir die Lebensumstände vieler junger Menschen und deren Familien verbessern.

All dies wäre ohne Ihr freundliches Wohlwollen, Ihr Mitfühlen und Ihre vergangene und zukünftige finanzielle Unterstützung nicht möglich. Wir möchten uns deshalb im Namen aller Begünstigten ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen Advent, frohe Festtage und für das neue Jahr viel Glück, Liebe, Gesundheit und Freude.

Herzlichst grüsst Sie

Pina Scalegno Krienbühl und das Team von „1×1 für Indien“

Eine lichtvolle Weihnachtsgeschichte mitten unter uns!

Bevor ich nach Indien gekommen bin, hatte ich mit meinen Patenkind Laura und ihrer Mutter Regula in Zürich abgemacht. Wie jedes Jahr vor Weihnachten gingen wir zusammen etwas Essen und später als es dunkel wurde, schauten wir uns die Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstrasse an, was eigentlich nichts aussergewöhnliches war.

Laura hatte aber dieses Jahr eine ganz besondere Überraschung für mich bereit. Das was sie und ihre Klassengspänli geschafft haben ist so aussergewöhnlich und die schönste „hoffnungs- und lichtvollste Weihnachtsgeschichte“ die ich jemals in meinen Leben erfahren habe.

Darum möchte ich es euch erzählen, denn es hat mein Herz so sehr berührt, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte und das mitten drin unter der Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstrasse wo die Leute an mir vorbeigingen mit ihre vollbepackten Geschenktaschen.


Laura hat zusammen mit ihren Gspänli der 5. Klasse aus Niederwil, verschiedene Handarbeiten hergestellt und am Weihnachtsmarkt verkauft.

Den Erlös von CHF 720.- haben sie nicht für sich behalten, sondern für die Kinder die von „1×1 für Indien“ unterstützt werden, gespendet und uns noch einen Brief mitgegeben.

Ich bin nur noch sprachlos vor so viel Mitgefühl und was „Kinder für Kinder“ im Stande sind.

Hiermit möchte ich mich bei der 5. Klasse aus Niederwil sowie den Lehrerinnen, mein allerherzlichsten Dank aussprechen.

Danke für die erfolgreiche Zusammenarbeit!

Bei einem Fest bei Freunden hatten wir Natalie kennengelernt und beim Small-Talk von unserem Kinderprojekt „1×1 für Indien“ erzählt. Sie war ganz begeistert von unserem karitativen Einsatz und hat uns ganz spontan ihre kreative Hilfe angeboten.

Als ich dann die Idee hatte Weihnachtskarten zu gestalten und sie um ihre Hilfe anfragte, erklärte sie sich sofort bereit mich bei meinem Unternehmen schöpferisch zu unterstützen und so starteten wir im Oktober mit der Kreation der Karten.

Selbstverständlich mussten die Karten auch hergestellt werden und ich wandte mich wiederum an Herr Jan Baur, der uns schon letztes Jahr die neuen Flyer gedruckt hatte.


Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei der künstlerischen und ideenreichen Fee, Natalie Kistler von www.nucreation.ch und Herrn Jan Baur von www.blitzdruck.ch für die erfolgreiche Zusammenarbeit und ihren unentgeltlichen Einsatz bedanken.

Ravi Kumar führt alle an der Nase herum!

Heute Morgen kam Swami bei uns vorbei und entschuldigte sich aufrichtig für das Verhalten seines Sohnes. Ravi Kumar der kleine Schlingel, drückt sich des Öfteren ganz geschickt von der Schulbank. Alle waren bis anhin der Meinung, dass er regelmässig die Schule besucht, aber er hat uns alle an der Nase herumgeführt.

Seine Methode ist so simpel wie einfach. Am Morgen verlässt er das Elternhaus in der Schuluniform, was aber bis jetzt niemand wusste, dass er darunter seine normalen Kleider trägt und in einem unbeobachteten Moment, einfach seine Schuluniform auszieht, um dann in Zivil, anderen Interessen nachzugehen. Spät Nachmittags kehrt er dann wieder wie ein braver Junge in seiner Schuluniform nach Hause zurück als ob nichts gewesen wäre.

Swami meinte es sei besser, wenn wir den jüngeren Bruder unterstützen, denn Ravi Kumar hat ja nur Flausen im Kopf und kein Interesse die Schulbank zu drücken. Wir hatten schon das letzte Mal als wir in Ganjam waren mit Ravi Kumar über sein Verhalten gesprochen und ihm nochmals eine Chance gegeben, aber leider hat dies alles nicht genützt, denn wie sein Vater selber sagt:

„Man kann den Esel zum Wasser führen, aber trinken muss er selbst“

Weihnachtsgeschenke für die Kinder!


Das Geld (CHF 720.-) welches Laura zusammen mit der 5. Klasse aus Niederwil gespendet hatte, ermöglichte es uns für alle 175 Kinder, Wolldecken für die kalten Nächte zu kaufen. So einen grossen Einkauf konnten ohne Probleme in 2 verschiedenen Geschäften erledigen. Die grösste Schwierigkeit bereitete uns allerdings das Einkaufen von 30 Zahnbürsten, dafür mussten wir 3 Geschäfte abklappern, denn im Ersten gab es nur 9, im Zweiten 11 und im letzten bekamen wir dann die restlichen 10, Kostenpunkt 30 Rappen für eine Marken Zahnbürste von Colgate. Zusätzlich kauften wir noch 30 Tuben Zahnpaste, 30 Seifen und 30 Toilettentäschchen.

Das Letztere gibt es zusätzlich für die 30 fleissigsten und sehr guten Schüler und soll als Motivation für alle anderen gelten.

Vasantha und ihre Kinder…


Heute kam die alleinerziehende Vasantha mit ihren beiden Kindern Pavithra und Praveen vorbei und es ist schon herzzerreissend und treibt uns zuweilen die Tränen in die Augen, wenn wir wieder mit dem ganzen Elend hier in Ganjam konfrontiert werden.

Vasantha ist aidskrank und hat Tuberkulose, gemäss den Ärzten hat sie im besten Fall noch eine Lebenserwartung von ein paar Monaten.

(Aus Rücksichtnahme verzichtete ich darauf von Vasanta ein Foto zu machen)

Natürlich helfen wir auch ihnen mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Fresubin (ballaststofffreie Trinknahrung), denn die ganze Familie ist unterernährt.


Von meiner Arbeitskollegin Daria habe ich mehrere Taschen voll mit neuwertigen Kleidern ihres vierjährigen Sohnes bekommen, die wir alle mit nach Indien genommen haben. Dem Praveen haben wir gleich ein paar Kleider von ihrem Sohn gegeben und Pavithra mit selbst hergestellten Kleidern aus unserer eigenen Nähschule eingedeckt. Die Freude der Beiden war unendlich gross. Man/frau wird es nicht glauben, aber die Kleider eines Vierjährigen passten dem unterernährten 8 jährigen Praveen fast wie angegossen.

Weihnachtsfeier mit den Kindern


Dieses Jahr war es speziell für uns, da wir zu Weihnachten in Ganjam waren. Darum haben wir uns entschlossen gemeinsam mit den Kinder zu feiern, obwohl sie verschiedenen Religionen angehören, wissen sie, dass Weihnachten für uns ein ganz besonderes Fest ist.

Weihnachten, wo das Licht über die Dunkelheit siegt!

Die Kinder der 5.Klasse in Niederwil haben es schon zusammen mit meinem Patenkind Laura bewiesen.

Die Geschenke die wir mit diesem Geld eingekauft haben wollten wir nicht einfach so verteilen, sondern auch mit den Kindern feiern.

Am Tag vorher gingen wir in Srirangapatna auf den grossen Gemüsemarkt und kauften 10 Kg verschiedenes Gemüse, 20 Kg Reis und 1 Liter Öl, beim Bauer wurde dann noch Holz geholt, um das Ganze dann über offenem Feuer zu kochen (hier wird zum Teil noch auf ursprüngliche Art und Weise gekocht).
Eine Köchin wurde engagiert und einige Mütter sowie Kinder kamen um uns zu helfen. Die Aufregung war gross, hier sieht alles so unorganisiert aus, um 8:30 Uhr dachten wir es wird niemals was zum Mittagessen geben und um ca. 13:00 Uhr sassen dann alle vor ihren Tellern und genossen den feinen Ghee-Reis mit Gemüse und Curd-Salat.

Um 10:30 Uhr hatten wir das Treffen angekündigt, aber erst um ca.11:00 Uhr waren die Meisten da (Indian Time).

Nach meiner Rede, verschiedene von den Kindern aufgeführten Tänzen und nach dem Verteilen der Geschenke gab es dann Mittagessen.




Als die unterstützten Kinder satt waren und wir immer noch genug zu essen hatten, konnten wir es dann den übrigen Kinder aus dem Dorf verteilen, die mit grossen Augen vor der Türe am Warten waren.

Bei so vielen leuchtenden und erwartungsvollen Augen und freudenstrahlenden Gesichtern konnte ich mich zu den glücklichsten Menschen zählen so was erleben zu dürfen.

Mein allerherzlichsten Dank an alle Freunde, Spender und Gönner die dies alles überhaupt mit ihren Zuwendungen ermöglicht haben.

Viele bunte Dankes- und Glückwunschkarten!

Die Weihnachtsfeier mit den Kindern liegt schon einige Tage zurück und immer noch kommen täglich welche vorbei, um sich für die Feier und das schöne, sowie nützliche Geschenk zu bedanken. Diejenigen die es sich leisten können, bringen eine Dankes- und Glückwunschkarten vorbei. Diese rührende Geste möchte ich unbedingt mit euch allen Teilen und mich im Namen aller Begünstigten ganz herzlich bedanken!

Familienzuwachs!

Bis jetzt hatten wir im neuen Jahr einen Familienzuwachs beim „1×1 für Indien“ von 15 Kindern:

Farheen Taj, Pavithra G. S., Praveen, Jenipher, Surendran, Dimple, Anvitha, Meghana, Monika, Anu G. S., Soumya G. S., Sumithra D., Manoj S., Anusha, Padmavathi.


 

Mitgefühl und Solidarität!

Folgend nun eine sehr schöne und zutiefst beeindruckende Geschichte, die ich erleben durfte und euch unbedingt erzählen möchte.

Dieses Erlebnis hat wiederum mit Kindern zu tun, wie der Artikel, den ich am 25.12.2012 geschrieben habe. Er ist umso Herzbewegender, weil er zeigt wie Kinder für Kinder, Mitgefühl und Solidarität gegenüber denjenigen zeigen, die nicht so viel Glück im Leben haben wie sie.

Meine Schwägerin Sonja arbeitet als Köchin im Kindergarten von Rancate/TI und als sie dort von „1×1 für Indien“ erzählte, entstand die Idee, dass die Kindergärtner doch einige verwaiste Plüschtiere für die Kinder in Ganjam spenden könnten.

Die Kleinen in Ganjam, welche von „1×1 für Indien“ unterstützt werden, besuchen zwei verschiedene Kindergärten. Die katholischen Kinder gehen in den des St. Michaels Convent‘s und die Hindu- und Muslimkinder in denjenigen von Agha (siehe, Liebevoll geführter Kindergarten).

Somit haben wir die Plüschtiere an beide Kindergärten verteilt, damit alle Kinder was davon haben und damit spielen können, dazu gab es noch eine Menge Farbstifte und verschiedene Malbücher. Die Freude bei den Kindern war riesengross und man konnte ein Leuchten in den kleinen Augen sehen, als sie die Geschenke in Empfang nahmen.

Zuhause haben die Kinder leider nichts zum Spielen und die Gewissheit, dass sie wenigstens im Kindergarten etwas haben, freut mich sehr.

Die Tatsache, dass Kinder aus der Schweiz mit Kindern in Indien so herzlich und solidarisch sein können, berührte mich sehr und macht mich zuversichtlich, denn Kinder sind unsere Zukunft. Geben wir ihnen doch Chancen und hinreichend Aufmerksamkeit, während sie Aufwachsen mit so viel Mitgefühl für andere, somit können wir stolz sein auf die Kinder und sie ermuntern so weiter zu machen.

Liebe Kindergärtner aus Rancate, vielen lieben und herzlichen Dank im Namen der Kindern aus Ganjam!

Geschenke für die Kinder

Sr.Sunitha, die Verantwortliche für die Kinder und Elizabeth, die Leiterin der Nähschule, stehen das ganze Jahr hindurch in ständigem Kontakt mit uns.

Am Morgen nach unserer Ankunft machen wir eine Teamsitzung, um über die neusten Ereignisse informiert zu sein und die vor uns liegende, gemeinsame Arbeit zu besprechen.

Anschließend geht es Richtung Mysore um die bereits von den Kindern, sehnsüchtig erwarteten Geschenke und Süssigkeiten zu besorgen.

Im Zentrum von Mysore an der „Sayyaji Rao Road“ ist ein Geschäft nach dem anderen, sie kleben förmlich aneinander, auf dem Trottoir ist fast jeder Zentimeter belegt von den Auslagen der Strassenverkäufer, die alles Mögliche anbieten.

Es ist laut, es wird gerufen, gehandelt, die Farben, die Gerüche, die Menschenmasse…

Es scheint einfach chaotisch und ist aber im Detail sehr liebevoll ordentlich. Es ist für mich immer noch rätselhaft, wie es möglich ist, auf kleinsten Raum, so viele Waren aufzubewahren und wie schnell die Verkäufer genau das raus holen, was man ihnen beschreibt.

Diesmal sind wir auf der Suche nach Falttaschen, in denen unsere unterstützten Kinder ihre Sachen aufbewahren können.

Ich mag mich gut erinnern als wir ein Patenkind in einem bescheidenen Häuschen besuchten und die Mutter auf einen Koffer zeigte, den sie von uns bekommen hatte. Sie erzählte wie froh sie war, denn endlich würden die Mäuse keine Löcher mehr in Ihre Habseligkeiten fressen.

In Indien ist es üblich, dass man feilscht, etwas ungewöhnlich für uns, aber die Schwester und Eliza sind geübte und ausgezeichnete Verhandlerinnen, denn am Schluss haben wir die Taschen für die Hälfte des Preises bekommen. Klar, der Inhaber des Geschäfts weiss für wen die Taschen bestimmt sind, darum war er so entgegenkommend.

Spandana

Nach dem gestrigen stressigen Tag in Mysore (siehe Artikel: Geschenke für die Kinder) haben wir, Sr. Sunitha, Dirk und ich, heute Morgen mit der Buchhaltung angefangen und kommen gut vorwärts, zum Glück sind um diese Zeit die Kinder noch in der Schule und der Ansturm wird erst am Nachmittag erwartet, wenn sie Schulschluss haben.

Bis ca. 11:00 ging‘s ziemlich ruhig zu und her, bis wir von Spandana‘s Mutter unterbrochen wurden.

Sie bringt die Kleine vorbei die mit einer Fehlbildung des Enddarms (Analatresie) geboren wurde. Die Mutter strahlt übers ganze Gesicht und bedankt sich für die Übernahmen der Kosten: vier Operationen, Medikamente, Nachuntersuchungen und spezielle Ernährung (Sondennahrung) usw.

Spandana klammert sich schreiend und ganz fest an den Hals Ihrer Mutter und die Tränen laufen ihr herunter.

Schwester Sunitha und die Mutter versuchen sie mit „Candy“ zu beruhigen, aber das alles bringt nichts.

Das arme kleine Mädchen hat mit 2 Jahren schon vier Operationen hinter sich.

Wie viele fremde Gesichter hat sie wohl schon gesehen? Wie viele Untersuchungen, Tests und Schmerzen musste sie schon ertragen? Dass sie so viel Angst hat ist verständlich!

Am nächsten Morgen kamen sie wieder, Spandana war diesmal ganz entspannt in den Armen ihrer Mutter.

Spandana, was für ein Geschenk des Lebens!

Kinderaugen!

Tagtäglich kommen Mütter, Grossmütter, Tanten, Schwestern, auf jeden Fall vor allem Frauen, welche um Unterstützung für die Einschulung ihrer Kinder anfragen.

Während dem die Schwester mit ihnen redet und ich auf die Übersetzung warte, beobachte ich die Kinder aufmerksam.

Drei bis fünf Jährige, stehen kerzengerade vor mir, einige scheue Kinder möchten sich am liebsten unter dem Sari (indisches Kleidungsstück) ihrer Mutter oder hinter ihr verstecken. Wenn dann das Eis gebrochen ist, fangen sie an sich herum zu schauen und staunen über die fremden Weissen und das Büro.

Mit neugierigen, unschuldig, schönen, grossen, dunklen Augen, die manchmal bewundernd, fragend und faszinierend sich umher schauen.

In den teilweise auch ängstlichen Blicken, zeigt sich auch sehr viel Zerbrechliches und Trauriges, als ob sie den Schmerz dieser Welt widerspiegeln.

Immer wieder Buchhaltung…

In den letzten paar Tagen haben wir uns am Morgen fast ausschliesslich mit all den angefallenen Quittungen auseinandergesetzt und die Buchhaltung des letzten Jahres gemacht. Man kann sich ja gut vorstellen, was da während eines Jahres sich so alles ansammelt und zusammen kommt. Bis man ~1000 Quittungen und Belege kontrolliert und buchhalterisch erfasst hat, dauert es eine Weile.

Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Buchhalter-Team und zusammen mit Schwester Sunitha macht es sogar richtig Spass, sich durch all die zum Teil eher kryptisch anmutenden Zettel und Rechnungen (die meisten sind in Kannada oder Hindi und müssen auch übersetzt werden) zu wühlen, zu ordnen, zu erfassen und abzulegen!

Hinter jedem Zettel oder Beleg steht eine kleine Geschichte und wir rekapitulieren die Geschehnisse mit Interesse, welche sehr viel dazu beitragen, die Menschen hier besser zu verstehen.

Noch mehr Kinder!

Wie jedes Jahr gibt es viele neue Kinder die wir aufgenommen haben und in irgend einer Weise unterstützen, vorwiegend sind dies Auslagen für Essen, Kleider, Bücher, Schul- und Prüfungsgebühren, Transportkosten (um überhaupt in die 25 Km entfernte, höhere Schule zu kommen) oder medizinische Versorgung und Operationen.

Anbei einige Portraits der Kinder, Vikram Singh, Anthony Raj, B. B. Ayesha, Brinda Joyce, Darshan I, Darshan ll, Drushanth, Dyan Sujan, Gayathri, Janani, Kusuma, P. Danalakshmi, Padmini, Ramya, Ruby Priya, Rumana, Samuel, Santosh, Shakthi Priya, Shashankar, Shyla Kumari, Sindhu und Stalin J.


 

Adressensuche von Kindern in Ganjam?

Wenn wir, wie jedes Jahr in Ganjam sind um nach dem Rechten zuschauen, kommen die Leute in Scharen zu uns.

Meistens sind es Mütter, die um Unterstützung für die Einschulung ihrer Kinder bitten. Wir nehmen jeweils die Adresse und ihre detaillierte Geschichte auf.

Nicht wenig Sorgen bereiten uns jeweils die Adressen, die Beschreibungen sind zum Teil so verwirrend, wie die von Lavanya:

Dritte Strasse nach dem Nimishamba Tempel rechts, in der Nähe des Hauses von Mammatha, dann 3. Strasse nach links, in der Nähe des Hauses von einem andern unterstützten Kind, dass links von ihm wohnt…

Die Strassen und Gässchen haben zum Teil bestimmte Namen, nur die Schilder sind schwer zu finden und wenn, dann kann man sie nicht lesen. Am besten begibt man sich einfach auf die Suche und fragt sich durch, wo das Haus sein könnte. Die Menschenmenge die jeweils mit uns läuft wird immer grösser, da und dort werden wir angehalten um in ein klägliches Häuschen oder eine Palmblätterhütte geführt und um Hilfe gebeten zu werden.

Es ist hart und nicht einfach, nein sagen zu müssen, denn unsere finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt.

Trotz allem haben wir immer die Kinder und ihre Häuschen gefunden. Diesmal hat Dirk sogar mit seinem GPS die jeweiligen Koordinaten aufgenommen um in Zukunft unsere Wege leichter wieder zu finden.

138 Kilo Gepäck

Mit 138 Kilo plus Handgepäck sind wir vom Flughafen Zürich abgeflogen, sicher fragt man sich da, was wir denn alles dabei hatten?

Wir werden immer wieder angefragt ob wir dieses oder jenes hätten und zwar nicht nur von unseren gesponserten Kindern, sondern auch von den Dorfbewohnern. So kam ich auf die Idee im Laufe des Jahres verschiedenes zu sammeln.

Z.B. Koffer, damit die Ärmsten Ihr Hab und Gut verstauen können. Letztes Jahr als wir auf Besuch bei einem unterstützten Kind waren, bedankte sich die Mutter für den Koffer, den sie letztes Jahr von uns bekommen hatte und sagte: „ich bin jetzt so froh, denn endlich würden die Ratten keine Löcher mehr in die Kleider fressen“.

Anbei eine Auflistung was wir alles dabei hatten und vielen herzlichen Dank an die Spender, die für die Leute in Ganjam gesammelt haben.

  • Koffer und Plüschtiere: Heidi Blesi, Sonja Spinedi.
  • Kleider und Schuhe für die Kinder: Regula Davatz, Sonja Spinedi.
  • Kleider und Schuhe für Erwachsene: Heidi Blesi, Susan Clemens, Francesca Scalegno.
  • Wollmützen von einer Getränkefirma, organisiert von: Nadja Krienbühl.
  • Brillen und Hörapparate: Esther Schweizer.

Eine freudige Tradition

Wie jedes Jahr erwarten die Kinder mit Sehnsucht das verspätete Weihnachtsgeschenk und wir machen uns Gedanken mit was wir Ihnen eine Freude bereiten könnten.

Normalerweise ist es so, dass sie was Nützliches bekommen, letztes Jahr z.B. bekamen sie eine grosse Falttasche um ihre Kleider zu verstauen, oder vorletztes Jahr eine Wolldecke, usw.

Dieses Jahr hat meine Schwägerin Nadja Krienbühl von einer Getränke Firma, Mützen organisieren können, die wir dann aus der Schweiz mitgenommen haben.

Auch hier im Hochland von Dekkan kann es zuweilen ziemlich kalt werden und nicht selten sinkt das Thermometer in der Nacht unter 10°C.

Die Mädchen würden natürlich eine solche Mütze hier nicht anziehen, also haben wir uns gedacht, dass sie sicherlich ein Handtäschchen brauchen können.

Hier nun der prall gedeckte Gabentisch und ein paar Impressionen der Kinder, als sie vorbei kamen um die Geschenke abzuholen.

Shabeer besucht uns!

Shabeer, den wir von 1997-2003 unterstützten, hat uns heute mit seiner Tochter besucht, die er stolz präsentierte. 2003 hatte er erfolgreich seine Ausbildung als Sportlehrer (CPEd Certificate in Physical Education) abgeschlossen. Nun ist er seit ein paar Jahren glücklich verheiratet, hat eine Anstellung beim Staat, arbeitet hart und fleissig, hat sogar ein eigenes Häuschen und ist sehr dankbar für die Unterstützung die vom „1×1 für Indien“ erhalten hat.


Ganesh hatte einen Hirntumor!

Ganesh ist 7 Jahre alt, geht in die 2. Klasse und wird von 1×1 für Indien seit 2012 unterstützt. Letztes Jahr wurde er in der Schule während des Unterrichts ohnmächtig.

Die Kinder hier haben nicht jeden Morgen die Möglichkeit etwas im Magen zu haben und Ganesh gehört zu diesen Kindern… Darum ist es am Anfang auch nicht besonders beunruhigend.

Erst als er ein paar mal in der Schule zusammenbricht, macht man sich Gedanken, dass eventuell mit ihm etwas nicht in Ordnung sein könnte.

Als die Mutter zu Eliza und Sr. Sunitha kommt, machen sie sich zusammen auf den Weg ins Spital und nach einen CT kam die Diagnose – Hirntumor!

Wir wurden sofort via E-Mail informiert und angefragt, ob wir die ziemlich teure Operation bezahlen würden und selbstverständlich sagten wir zu.

Ganesh wurde hospitalisiert und operiert. Als er im Spital lag und von Eliza besucht wurde, lernte sie zufällig einen Sozialarbeiter kennen und als er erfährt, dass die Operation von den „Weissen bezahlt wird“ ist er gerührt und gibt Eliza den Tip, sich beim Staat zu melden.

Da die Familie von Ganesh zu den Ärmsten der Armen gehört (in Indien werden die Bedürftigen vom Staat in verschiedene Armutsstufen eingeteilt), wurde der Antrag sofort angenommen und die Operation zum grössten Teil bezahlt.

Unsere Kosten beschränkten sich dabei auf den Spitalaufenthalt, Medikamente, Untersuchungen, Essen, Verbandsmaterial, Transport, usw.

Somit konnten wir Geld sparen und einen anderem Kind oder Bedürftigen helfen.

Ganesh, geht es nun sehr gut und er ist einen besonders fröhliches Kind, wenn er vorbei kommt oder uns sieht, schickt er uns immer Luftküsse.


Mit der Zeit gehen und die letzten Zertifikate!

Seit 1999 war der neunmonatige Kurs im Schneidern, Nähen, Stricken, Sticken und Häkeln in die Nähschule vom „1×1 für Indien“ sehr beliebt bei den Mädchen und Frauen in Ganjam.

Bis jetzt wurden in den letzten 15 Jahren insgesamt 131 Zertifikate mit Stolz von den Frauen entgegengenommen.

Nun die Zeiten ändern sich und leider ist das Stricken und Häkeln nicht mehr so gefragt wie damals, als die Gründung stattfand.

Die Wolle zum Stricken ist teurer als einen fertigen Pullover zu kaufen und viele Frauen können es sich nicht leisten, mehr Geld und Zeit zu investieren, wenn sie das Gleiche für weniger bekommen können.

Dazu kommt auch dass der Staat in dieser Gegend die Frauen fördern will und viele Schulen in der Gegend eröffnet worden sind die einen dreimonatigen Kurs gratis anbieten und die Frauen zusätzlich noch eine „Erwerbsausfallentschädigung“ erhalten.

Die staatlichen Schulen lassen aber zu wünschen übrig, angefangen bei der Hygiene, das Interesse der Lehrerinnen, das Wissen zu vermitteln, ist mangelhaft sowie auch die Qualität.

Trotz der viele Konkurrenz rundherum, bevorzugen die Frauen die Nähschule von „1×1 für Indien“ zu besuchen, aber sie sind nicht gewillt neun Monate zur Schule zu kommen um zusätzlich Stricken und Häkeln zu lernen, welches sie dann doch nie anwenden werden.

Man muss mit der Zeit gehen und somit haben wir uns entschlossen, es den Frauen zu Vereinfachen und auch einen dreimonatigen Kurs anzubieten, damit sie anschliessend einen Job in der nahe gelegenen Kleidermanufaktur bekommen können oder zu Hause sich was verdienen können.

Es können nun bis zu 30 Frauen pro Jahr den neuen und kürzeren Kurs besuchen, anstatt wie bis an hin nur 9-11 Frauen.

Die sehr beliebten Zertifikate wurden somit heute zum letzten Mal mit Stolz von 10 Frauen entgegen genommen.