Archiv der Kategorie: 2009 Dezember

Diesmal wählten wir die Anreise über Goa…

Diesmal haben wir die Anreise über Goa gewählt. Die Reisekosten sind deutlich niedriger wenn wir mit einem Charter fliegen, anstatt mit einem Linienflug. Nach zwei Ruhetagen in Goa, reisten wir dann weiter zu unseren Kindern und Familien.

Diese Reise über Land mit dem Auto ist ein echtes Erlebnis für sich und wir bewältigen die Strecke von 650 Kilometern in etwa 12 Stunden.

Die Nationalstrassen sind natürlich nicht mit unseren westlichen Strassen zu vergleichen. Vor allem in den westlichen Ghats (eine Gebirgskette die sich im Westen Indiens von Norden nach Süden zieht) sind die Strassen so schmal und kurvenreich wie bei uns eine drittklassige Zufahrt auf eine Alp. Dazu kommen noch Schlaglöcher von ungeahntem Ausmass, schleichende und überladene Lastwagen, Ziegen- und Schafherden usw. Aber unser Taxifahrer meisterte alles sehr fachmännisch und gekonnt. Ja, sie lesen richtig wir reisten per Taxi. Wir liessen uns das Taxi aus Mysore kommen um uns im Hotel in Goa abzuholen. Die Taxis in Karnataka sind billiger als diejenigen in Goa und verrechnet wird sowieso immer die Hin- und Rückfahrt. Aber die ganze Fahrt ist immer noch billiger als die Fliegerei für 2 Personen von Goa nach Bangalore, wo man dann zudem auch wieder per Taxi von Bangalore nach Ganjam fahren muss.

Indische Rupien organisieren…

Heute mussten wir zuerst zur Bank um Rupien (INR) zu organisieren und die Weihnachtsbescherung, welche in diesem Jahr aus einem Kissen, einer Bettdecke und aus ein paar Süssigkeiten besteht bezahlen zu können. Die Kissen wurden im Nähcenter gefertigt und gefüllt, die Überzüge dazu und die Bettdecken wurden gekauft.

An ein konzentriertes Arbeiten ist nicht zu denken!

An den folgenden Tagen galt es sich hinter die verschiedenen Abrechnungen zu klemmen und sie zu kontrollieren. Doch wie das so ist in Ganjam , an ein konzentriertes Arbeiten kommt man nur selten, denn immer wieder wird man unterbrochen weil die Leute und Kinder wissen oder sehen, dass der Onkel und die Tante wieder da sind, und man geht halt mal schnell hin um sie zu begrüssen. Sei es schon am Morgen früh oder noch schnell am Abend vor dem Eindunkeln.

Ein Gerücht geht um…

Ein Gerücht geht um nämlich, dass unsere Sr. Vimal Grace nach nur 2 Jahren wieder ersetzt werden soll. Sr. Selma arrangiert ein Treffen mit der neuen Oberin von Karnataka, und so treffen wir uns mit ihr in Mysore und besprechen die Angelegenheit. Sie versteht unser Problem und wir bitten sie dafür zu sorgen, dass wir nach Möglichkeit Sr. Sunitha wieder bekommen. Diesbezüglich müssen wir uns aber noch an die General-Oberin in Bangalore wenden, welche über Sr. Sunitha das Sagen hat.

Nervtötende Stromausfälle!

Schlimmer als auch schon ist es diesmal mit den Stromausfällen. Immer und immer wieder. Ich habe ja einen Laptop von einer Patin erhalten dessen Batterie aber leider nicht mehr funktioniert und welche praktisch nicht mehr zu erhalten ist. Man stelle sich vor, er funktioniert, aber nur solange Strom da ist. Frustrierend wenn man arbeiten will und man kann ihn wegen Stromausfall nicht benutzen. Ziemlich nervtötend.

Praktisch nichts war zu beanstanden…

Mayte ist wie immer voll in der Nähschule (Tailoring) integriert und wenn sie da ist, hängen alle Tailoring-Kurs-Schülerinnen an ihr. Alle wollen von der Meisterin bedient und begutachtet werden. Das Tailoring funktioniert unter der Leitung von Elizabeth gut und praktisch nichts war zu beanstanden, lediglich die Arbeitsmoral könnte teilweise besser sein.

Roopa hat nach 7 Jahren den Weg zu uns zurückgefunden!

Wie ich vom Krippenspiel zurück komme wartet Roopa mit ihrem Baby und der blinden Mutter.

Dazu ist Folgendes zu sagen:
 Roopa kam 2001 zu uns. Sie war damals 8 jährig und war ständig um ihre erblindete Mutter besorgt. Wir versuchten damals alles um der an grauem Star erkrankten Mutter zu helfen, doch war die Krankheit zu weit fortgeschritten und kein Arzt konnte ihr helfen. Nach einem Jahr zogen beide aus unserem Wirkungskreis weg und wir verloren den Kontakt zu ihnen.


Doch jetzt nach 7 Jahren haben sie den Weg zurück gefunden, aber warum? Roopa verheiratet, der Mann weg, und sie zusätzlich zur schweren Last mit der Mutter noch im letzten Monat schwanger. Und dies alles ohne Geld.

Wir bezahlten ihnen nun die ausstehende Miete für die Unterkunft, Untersuchungskosten beim Arzt, sowie die Spitalkosten für die Entbindung. Natürlich brauchen sie weitere Unterstützung, denn arbeiten und Geld verdienen kann weder die blinde Mutter noch Roopa.

Eine Möglichkeit ihnen zu helfen könnte darin bestehen, indem beide respektive alle drei in ein Heim aufgenommen würden. Vor sieben Jahren waren sie nicht dazu zu bewegen doch heute wären sie allenfalls bereit. Eine Lösung ihres Problems kann nur eine Heimeinweisung sein, denn es ist uns nicht möglich diese Familie über Jahre hinweg zu unterhalten. Bis jetzt bezahlten wir für Hausmiete 2800 INR für Arzt und Spital 16´500 INR also etwa 432 CHF.

Nach 3-jährigen Uni-Studium auf eigenen Beinen stehen!

An einem andern Tag steht vor mir eine Mutter mit ihrer Tochter, diese hat eine BA Ausbildung abgeschlossen und hat zurzeit einen Teilzeit-Job an der Schule der Schwestern und hat somit ein monatliches Einkommen. Sie unterrichtet Anwendung von Computern.

Nun möchte sie allerdings ihr Studium auf B-Ed erweitern und kommt deshalb zu uns wegen Übernahme der Kosten.

Unsere Regelung für die Patenkinder ist, dass sie nach Abschluss eines 3-jährigen Uni-Studiums auf eigenen Beinen stehen können, d.h. dass sie z.B. einen weiteren Kurs in Korrespondenz machen können. Also warum sollen wir nun ausserhalb unseren Regeln für jemanden der noch nie mit uns zu tun hatte eine Ausnahme machen. Tränen flossen aber mein Nein war und bleibt definitiv.

Offen mit AIDS umgehen!

Um 17.30 Uhr kommt noch eine Frau mit zwei Kindern, 8 und 9 Jahre alt. Ihr Mann bekam AIDS. Er lebt wohl noch in Ganjam aber nicht mehr mit ihr und den Kindern zusammen. Die Frau liess sich testen und ist O.K. Sie möchte aber die beiden Knaben in ein Heim stecken um sie vom Vater fern zu halten damit sie den Untergang des Vaters nicht miterleben müssen. Wir hatten ein längeres Gespräch mit ihr und machen ihr klar, dass dies nach unserer Meinung keine Lösung des Problems sein kann. Früher oder später wollen die Kinder wissen was los war. Es sei das Beste ihnen zu sagen dass der Vater schwer krank sei und es ihm deshalb so schlecht gehe, sie müsse ihnen nicht den AIDS-Fall erklären. 
Für die Schule der Knaben werden wir sie aber unterstützen.

Magengeschwür operieren, wir übernehmen die Kosten!

Eine Frau Namens Lakshmi, 30 jährig und unverheiratet kommt wieder wie schon 2008 mit ihrem Anliegen wegen einer Operation eines Magengeschwürs. Letztes Jahr waren die Eltern nicht damit einverstanden doch dieses Jahr sind sie davon überzeugt. (Einverständnis der Eltern mit 30 Jahren, ja soweit sind unsere Kulturen auseinander). Die Schwester wird mit ihr nach dem Neujahr in das K.R. Hospital gehen, mit den behandelnden Ärzten sprechen und wir werden die Kosten für die Operation übernehmen.

Ausbildung abgeschlossen oder wiederholt Prüfungen nicht bestanden…

Patenkinder, welche ihre Ausbildung beendet haben oder aus andern Gründen von uns nicht mehr unterstützt werden.

Pavithra hat ihr 2-jähriges D-Ed abgeschlossen und arbeitet. Mittels Korrespondenz-Kursen will sie nun ihr BA noch machen um bessere Anstellungen zu erhalten. Sie ist nun als Patenkind ausgeschieden.

Sheela hat im Frühling 2009 die Abschlussprüfung des 2ten PUC nicht geschafft. Sie wird gemäss unserem Wissen die Prüfung nochmals nachholen. Zuerst hiess es sie habe einen Job bei einer Bank in Mandya in Aussicht. Aber leider schloss die Bank bevor sie dort anfangen konnte. Nun arbeitet sie in einer Kleiderfabrik in Maddur und verdient dort 1800 INR im Monat. Sie wohnt bei einer Tante.

Swetha wird im Juni 2010 mit ihrem BA fertig sein. Wie wir zur Kenntnis genommen haben kann die Familie sehr gut leben, Eine weitere Unterstützung betrachten wir als unangebracht. Zudem werden ihr auch ausser den Examenskosten, welche wir aber noch übernehmen, keine weiteren Kosten mehr entstehen.

Kavitha R. war am 10. Septemer 2009 siebzehn Jahre und wird nun im Februar 2010 heiraten. Zur Zeit besucht sie noch die 2. PUC und muss im März 2010 die Prüfung machen. Wenn dies nur gut geht. Sie wird nach Bangalore ziehen und kann somit von uns nicht mehr unterstützt werden.

Shoba hat die Prüfung für das BA bestanden (siehe auch unseren Bericht vom November 2008) und will nun per Korrespondenz-Kurse noch das D-Ed machen was ihr erlauben würde höhere Klassen zu unterrichten. So wie wir Shoba kennen gelernt haben wird sie sich durchbeissen und ihr Ziel erreichen.

Chaya hat es bis anhin verpasst den Abschluss des PUC zu machen, im Frühling wird sie nochmals zur Prüfung antreten und wir hoffen für sie, dass sie es diesmal schaffen wird. Aber auch mit einem PUC Abschluss wird es ihr möglich sein einen rechten Job zu erhalten.

Veena hat die Abschlussprüfung für das PUC im letzten Frühjahr nicht geschafft. Sie wird im März 2010 nochmals zur Prüfung antreten. Auch für sie gilt unsere Regelung, dass das PUC ohne Verlustjahr abgeschlossen wird um vom 1×1 die Unterstützung für ein Uni-Studium zu bekommen.

Divya hat die PUC Prüfung im letzten Frühjahr nicht geschafft. Sie wird wahrscheinlich im März nochmals versuchen den Abschluss der PUC zu machen. Auch sie sollte die PUC-Prüfung ohne Verlustjahr schaffen um an der Uni zu studieren.

Yankatesh ist bereits überfällig, denn seit 2 Jahren schafft er die Abschlussprüfung nicht, so dass wir ihm mitteilen mussten, dass unsere Unterstützung nun endgültig vorbei sei.

Chaya, Veena und Divya alle drei scheinen noch nicht richtig begriffen zu haben, dass für ein PUC-Studium (Matura) etwas mehr Einsatz verlangt wird. Wenn schon nur ein Notendurchschnitt von 40% ausreicht um die Prüfung zu bestehen, so ist es verständlich, dass wir unsere Bedenken haben und an einem erfolgreichen Uni-Studium zweifeln wenn diese Prüfung nicht geschafft wird.

Zudem ist es möglich auch ohne akademischen Titel eine Anstellung zu bekommen, wie es schon verschiedene Beispiele gezeigt haben.

Alle Paten und Patinnen wurden von uns über das Ausscheiden ihres Patenkindes orientiert.