Archiv der Kategorie: 2012 Januar

Mit dem Sammeltaxi ins Spital!

Heute Morgen geht es mit dem Sammeltaxi ins JSS (Jagadguru Sri Shivarathreeshwara) Spital, Pina, Sr. Sunitha, Venkatesh, Geetha, Munjera und Preetham mit seiner Mutter. Zuerst lösen wir für alle eine Registrationskarte und teilen uns nachher auf, jeder begleitet einen oder mehrere Patienten. Preetham geht mit Sr. Sunitha in pädiatrische Orthopädie, Pina begab sich mit Venkatesh direkt zum Professor der Chirurgie und anschliessend mit Geetha und Munjera in die Infektiologie.

Venkatesh, hatte in seiner frühen Kindheit eine infantile Hemiplegie, der Arzt Dr. Vijay L. erklärt ihm die Optionen und die Prognosen einer möglichen Operation. Es liegt nun an ihm, selber zu entscheiden, ob er zustimmen will oder nicht. Bei einem positiven Entscheid seinerseits werden wir nochmals den Arzt, zusammen mit ihm und seiner Mutter, aufsuchen um die Operation gemeinsam zu besprechen.

Bei Preetham stellte der Arzt fest, dass er mehrfache Missbildungen an der Wirbelsäule hat und es ein sehr seltener Fall ist. Die Computertomographie wurde sogar kostenlos gemacht, dabei stellte man noch andere Anomalien und das Fehlen einer Niere fest. Leider kann man Preetham nicht helfen, auf jeden Fall wir ihn in unser Herz geschlossen.

Mit Geetha und Munjera gingen wir auf Empfehlung des Arztes der Infektiologie ins „Asha Kirana“ Spital, welches auf HIV/AIDS Patienten spezialisiert ist. Im Vergleich zu den Spitalern die ich bis jetzt in Indien gesehen habe, ist das „Asha Kirana“ Spital absolute Spitzenklasse. Pina war natürlich sehr interessiert, da sie jahrelang auf diesem Gebiet tätig war und fand heraus, dass die benötigten Medikamente zum Teil vom Staat kostenlos abgegeben werden.

Liebevoll geführter Kindergarten!

Anschliessend an den Besuch der Mädchenschule sind wir im Hyder Kindergarten eingeladen, um gemeinsam den „Repuplic Day“ zu feiern. Auch mehrere Kinder die von „1×1 für Indien“ unterstützt werden, besuchen diesen kleinen und liebevoll geführten Hort.

Die Kinder, deren Eltern und Syed Munzeer Ahmed Agha, oder einfach Agha genannt, warten schon auf uns. Er führt diesen kleinen Kindergarten zusammen mit 4 Kinder-gärtnerinnen und auch hier beginnt der Festakt mit dem entfalten der mit Rosenblättern gefüllten Tiranga (Trikolore).

Die Kinder waren alle sehr hübsch gekleidet und einige von ihnen repräsentierten indische Persönlichkeiten und Freiheitskämpfer, wie Mahatma Gandhi (große Seele Gandhi), Indira Ghandi, Bhagat Singh, Rani Lakshmibai und unter anderem war auch die Gemüse-Königin 🙂 anwesend.

Die Tänze die sie für uns aufführten waren einfach hinreissend, denn ihre Mimik und Gestik waren ausserordentlich eindrucksvoll, unterstrichen von ihrer kindlichen Natürlichkeit.

Die Schlichtheit des Hortes und die Umstände wie dieser Kindergarten, wegen Platz- und Geld-mangels betrieben werden muss ist für Agha und die Kindergärtnerinnen keineswegs hinderlich, sondern eine Herausforderung, die sie zusammen mustergültig meistern. Aus unserer Sicht, ist es der am besten geführte Kindergarten in Ganjam. Man sieht sofort, dass hier mit viel Liebe, Aufopferung und Hingabe gearbeitet wird. Sie unterstützten die ihnen anvertrauten Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und fördern ihre Gemeinschaftsfähigkeit. Damit legen sie das Fundament für ihren individuellen Bildungsweg in dieser multikulturellen Gesellschaft.

Hiermit möchten wir uns nochmals bei allen für die sehr gelungene Aufführungen bedanken und würden gerne den Plan von Agha, einen neuen Kindergarten zu bauen, unterstützen und somit sind wir auf der Suche nach Wohltätern, die mithelfen möchten, dies zu finanzieren.

Heute ist „Republic Day“!

Obwohl Indien bereits am 15. August 1947 unabhängig wurde, ist die Verfassung erst am 26. Januar 1950 in Kraft getreten. Bis zu diesem Tag war der britische Monarch als „Kaiser von Indien“ Staatsoberhaupt. Die in dieser Verfassung verankerte Staatsform einer Republik gab dem Feiertag seinen Namen.

Am heutigen Tag der Republik sind wir gleich an zwei Orten zu den Festlichkeiten eingeladen. Zuerst besuchen wir die Mädchenschule der 8.-10. Klasse, am Eingang hat es ein sehr schönes Rangoli und wir werden auch schon sehr bald als Gäste begrüsst.

Alles fängt mit dem entfalten der indischen Flagge an, die bereits gefüllt mit Rosenblütenblättern am Mast darauf wartete. Es ist eindrücklich zu sehen wie Stolz die Inder/innen auf ihre Republik sind und mit welcher Würde sie es vertreten.

Die Mädchen führten diverse traditionelle Tänze auf und die verschiedenen geladenen Gäste hielten ihre zum Teil sehr langen und eintönigen Reden, welche in Kannada gehalten wurden, diese langweilten die Mädchen und uns gleichermassen, wir verstanden sie nicht und die Mädchen hörten sie wahrscheinlich nicht zum ersten Mal.

Das änderte sich aber Schlagartig, als Pina mit ihrer Rede an der Reihe war und alle Schülerinnen mit den Worten „Hi Girls“ begrüsste, welches mit einem „Hello Aunty“ im Chor erwidert wurde. Kaum zu glauben, alle sind plötzlich ganz aufgeweckt und hören aufmerksam ihrer Rede zu, welche nichts mit dem „Republic Day“ zu tun hatte, sondern die Mädchen motivieren und anspornen sollte ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Am Schluss werden uns noch ein paar weitere Tänze vorgeführt, nach deren Ende wir uns verabschieden und zum nächsten Termin in den Kindergarten eilten.

Neue Schulhefte…

Sr. Sunitha berichtete uns von Mrs. Lalitha’s Besuch, eine Sozialarbeiterin und Koordinatorin des O.D.P. (Organisation for the Development of People / Organisation für die Entwicklung von Menschen) ) einer Volontären und gemeinnützigen Organisation, die 1984 vom sozialen Service der Diözese Mysore ins Leben gerufen wurde und Werbung für selber hergestellte Schulhefte machte.

O.D.P. hat sich zum Ziel gesetzt, die Unterprivi-legierten durch einen partizipativen Ansatz zu fördern und zu stärken. Organisiert in gemeinschafts-basierenden Gruppen, verwalten und verantworten sie sich selbstständig und sichern somit ihre Existenz.Die Frauen sind entweder mittellos, alleinerziehend, verwitwet und zum Teil Analphabeten, um etwas Geld zu verdienen haben sich einige sogar prostituiert.

Es gibt verschiedene Gruppen, eine davon ist die Druckerei die Schulhefte herstellt, welche direkt und ohne Zwischenhandel an Schulen verkauft werden. Bis anhin haben wir die Schulhefte immer „En Gros“ bei einem Händler bezogen. Der Gedanke ein soziale Institution zu unterstützen und die Tatsache bessere Konditionen zu bekommen, haben uns überzeugt in Zukunft die benötigten Hefte dort zu kaufen.

Rangoli…

Rangoli ist eine traditionelle Art in Indien, Häuser, Tempel und Eingänge zur verschönern. Früher wurde es aus religiösen Gründen gelegt, heute dient es als Zeichen des Willkommens.

Mädchen und Frauen bestreichen den Platz vor der Haustür mit Kuhdung und besprenkeln ihn mit Wasser. Mit Reismehl malen sie in einer besonderen Anordnung Punkte auf den Boden und verbinden sie mit Strichen. So entstehen wunderschöne Muster. Dann wird Salz mit grobem Farbpulver vermischt und am Schluss füllen sie die einzelnen Formen mit den Salzfarben aus.

Die Rangloi sind wochentags eher einfacher gehalten und bei einem bevorstehenden werden sie dann farbiger, prächtiger und vor allem nimmt die Grösse zu. Da ereifern sich schon mal die Nachbarn um den Platz vor der Türe, wo die Gassen sehr eng sind.

Nichts für Warmduscher!

Zur Abwechslung und Auflockerung nun mal eines unser nichtigen Problemchen, denn seit unserer Ankunft in Ganjam, können wir nicht wirklich warm Duschen. Der Durchlauferhitzer funktioniert nicht richtig, weil der Schutzschalter defekt ist. Es hat über eine Woche gedauert bis der erste Elektriker vorbei kam und nach 5 Minuten meinte, da muss ein Spezialist ran. Eine weitere Woche später kam er dann mit seinem Gehilfen und nach etlichen Tests schien es nun endlich zu funktionieren!

Leider hatten wir uns zu früh gefreut, denn als wir duschen wollten, hatte es knapp zum Einseifen gereicht. Es scheint wie verhext und wir kriegen einfach kein warmes Wasser. Als „Workaround“ behelfe ich mich nun vorübergehend mit einer Holzkelle um den Schalter zurückzusetzen. Es wird wohl noch eine weitere Woche dauern, bis der Schalter ausgetauscht wird und wir eine warme Dusche ohne Kaltwasser Intermezzo geniessen können.

Gowri und ihr Häuschen…

Am Nachmittag sind wir wieder im Dorf unterwegs und besuchen die Kinder, die zusammen mit ihren Müttern in den vergangenen Tagen bereits bei uns vorbei gekommen sind und um Hilfe angefragt haben.

Viele der Kinder die zu uns kommen sind scheu, verstecken sich hinter ihrer Mutter und scheinen schon fast ängstlich. Ich versuche die Situation aufzulockern in dem ich sie anlache, probiere ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen ihre Scheu zu nehmen. Gowri hingegen war ganz anders, sie hat mich sofort angelacht, ganz aufgeweckt und interessiert hat sie sich umgeschaut und nahm Anteil an ihrem Umfeld mit ihren grossen ausdrucksvollen, lebendigen und leuchtenden Augen.

Unterwegs kommt uns Gowri mit einem „Big Smile“ entgegen und begleitet uns zu ihrem zuhause, bei ihrem Häuschen angelangt, waren wir berührt und fast sprachlos als wir erkannten wie klein es ist. Sogar Gowri muss sich bücken um überhaupt durch die Türe in Innere zu gelangen, wir hingegen müssen schon fast kriechen. Unglaublich, dass auf diesen knapp 6m2, ihre Eltern, ihr Bruder und sie selbst wohnen.

Ihr Vater ist Alkoholiker und Ihre Mutter arbeitet tagsüber als Kuli (Tagelöhnerin) auf den Feldern, somit ist Gowri, wie viele andere Kinder hier, den ganzen Tag sich selber überlassen.

Den ganzen weiteren Nachmittag begleitete sie uns und hielt immer beharrlich meine Hand ohne auch nur eine Sekunde von meiner Seite zu weichen. Sie verteidigte ihren Platz an meiner Seite vehement, wenn andere Kinder mir die Hand reichen wollten.

Das Schicksal von Gowri ist kein Einzelfall und betrifft viele Kindern hier in Ganjam und trotz ihrer traurigen Lebenssituation, hat sie mich mit ihrem fröhlichen Naturell, zutiefst beeindruckt.

Kinder, Kinder, Kinder…

Nun haben wir auch die ganzen Kinderlisten durchgekämmt, wir hatten einige Abgänge und mehrere Zugänge zu verzeichnen und somit haben wir im Moment:

• 40 Patenkinder
• 110 unterstützte Kinder

In diesem Jahr sind folgende Kinder ausgeschieden.

Maria und Lilly sind beide nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrer älteren Schwester nach Bangalore gezogen, die sich nun um die zwei Kleinen kümmert. Leider konnten wir keinen Kontakt mehr mit ihnen herstellen und ihre Grossmutter gibt nur zögerlich Auskunft.
Ruskar, hat die 10. Klasse zum zweiten Mal nicht bestanden und zeigt auch kein weiteres Interesse in die Schule zu gehen.
Shrinidhi, hat das 2. PUC. erfolgreich bestanden, trotzdem hatte er keine Lust mehr weiter zu machen und verkauft jetzt Sandelholz-Artikel an Touristen.
Megha ist weggezogen und lebt nun bei ihrem Vater in Mysore und hat kein Interesse weiter zur Schule zu gehen
Tejeswhwini, hat das 2. PUC. erfolgreich abgeschlossen und würde gerne weiter studieren, aber die Eltern haben sie verheiratet. Eigentlich sehr Schade, denn sie war eine sehr gute Schülerin.
Devaraj, will einfach nicht mehr zur Schule gehen.
Poorvika, lebt nicht mehr in Ganjam, nach dem ihre Mutter sie alleine gelassen hat und mit einem anderen Mann weggezogen ist, hat die Grossmutter, sie zu sich nach Mandya genommen.
Saklen Mustafa ist zusammen mit seinen Eltern nach Mysore gezogen.
Tilak ging nicht regelmässig zur Schule, obwohl er mehrmals von Sr. Sunitha verwarnt worden war, nun haben wir ihm unsere Unterstützung entzogen, die wir nun einem anderen Kind zukommen lassen.
Tulasi wird nun von einer französischen Organisation unterstützt, es gibt noch viele andere Kinder die vor unserer Türe stehen und darauf warten geholfen zu werden.

Die 21 neu aufgenommenen Kinder die wir ab diesem Jahr unterstützen heissen, Amrutha, Chandana, Deekshit, Fairose Khan, Gagan B., Goutham B., Gowri, Mariyamma Mini, Mohan Kumar, Nithesh, Pallavi, Prasad K., Rajina, Ranjitha, Rakshitha S., Sanjay D., Selman Khan, Shahid Pasha, Sonu G. M., Suguna Shree, Umai Kulsum B. und Ummerifa.



Es gibt noch eine lange Liste von Kindern die wir noch persönlich besuchen wollen, nur so können wir uns annähernd vorstellen, in welcher Situation sie sind und versuchen ihre Probleme zu Verstehen um die nötige Hilfe zu geben zu können.

Briefe kleben!

Heute Morgen haben wir Briefversand gespielt und ca. 200 Brief kuvertiert, in Indien ist das ein wenig anders, denn die Couverts sind nicht gummiert und müssen von Hand zugeklebt werden. Am Nachmittag geht es dann ein letztes Mal zur Bank nach Mysore und um noch verschiedene kleine, aber manchmal sehr zeitaufreibende Erledigungen zu machen.

Speditiv Papierkrieg führen…

Eigentlich haben Sr. Sunitha und ich versucht uns am Morgen vor allem um das Bürokratische zu kümmern und am Nachmittag dann mit den Menschen die Hilfe benötigen zu reden, so haben wir es uns zumindest vorgestellt!

Wenn wir aber hier sind und die Leute wissen davon, dann kommen sie egal ob Morgen oder Nachmittag ist, darum ist es dann nicht so einfach um speditiv Papierkrieg zu führen.

Viele der Mütter hier in Ganjam sind alleinerziehend, entweder verwitwet, die Väter einfach abgehauen, haben mehrere Frauen oder sind Alkoholiker. Die Frauen haben zu wenig Geld, obwohl sie irgend einer Arbeit nach gehen, wie Räucherstäbchen oder Beddi’s (eine Art Zigaretten) drehen, auf dem Markt oder den Feldern arbeiten. Trotzdem verdienen sie nicht genug um die Familie zu ernähren und dann noch die Kinder in die Schule zu schicken ist finanziell für sie nicht machbar.

Die Kinder können in eine öffentliche staatliche Schule gehen und müssen nicht viel bezahlen, aber für viele Familie übersteigt schon die kleinste Schulgebühren ihr Budget. Dazu kommen dann noch die Schul-Uniformen, Schulbücher, Schulmaterial, Busgebühren usw. was den Rahmen dann endgültig sprengt.

Ein begehrtes Zertifikat!

Der Tag war sehr anstrengend, am Morgen habe ich Unterricht im Häkeln gegeben und nach Schulschluss haben die Mädchen vom vorhergehenden Kurs ihre Zertifikate bekommen.

Sie sind sehr stolz, denn diese Kursbestätigung ermöglichtet es ihnen sofort eine Anstellung in der nahe gelegenen Fabrik zu bekommen, wo sie 6 Tage in der Woche arbeiten und im Monat 4500 INR verdienen.

Am Nachmittag fuhren Elizabeth, Pina und ich zusammen nach Mysore, auf dem Weg dahin besuchten wir noch die Kleiderfabrik wo etliche unserer Kursteilnehmerinnen eine Anstellung gefunden haben. In dieser Fabrik werden Kleider für bekannte Labels hergestellt und die Arbeitsbedingungen sind sehr gut. Es gibt eine Art AHV, wo der Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeber 12% des Lohnes beisteuert, eine Krankenkasse die vollumfänglich vom Arbeitgeber bezahlt wir und für länger Beschäftigte sogar eine Pensionskasse.

Danach ging es weiter nach Mysore wo wir verschiedene Stoffe und Zubehör für das Nähcenter einkauften und kamen erst um 22 Uhr todmüde nach Hause und wollten nur noch ins Bett.

Es macht mich Nachdenklich!

Venkatesh besucht uns heute im Büro, er ist 21 Jahre alt und seit seinem dritten Lebensjahr, hat er eine Behinderung an der rechten Körperseite. Vor allem ist sein Arm ziemlich stark durch eine Deformation in Mitleidenschaft gezogen und die Hand ist ganz versteift und unbeweglich. Nächste Woche gehen wir sowieso mit einem Sammeltaxi nach Mysore ins Spital und wir werden Venkatesh gleich mitnehmen. Es macht mich Nachdenklich, dass man 18 Jahre lang nichts unternommen hat um diesem jungen Mann zu helfen.

Auch in Südindien friert man!

Heute hatten wie eine ausserordentlich kalte Nacht, den um 7.30 Uhr indische Zeit, war es 15°C und ich denke heute Morgen sind unsere „Sweaters“ (Strickjacken) gefragt.

Diese stellen wir selber in unserem kleinen Nähcenter selber her, zwei 2 Frauen stricken halbtags, erhalten einen Lohn und können so einen Beitrag an die Familie leisten

Es ist mir wichtig und auch ein Anliegen, den Frauen hier etwas beizubringen und sie zu unterstützen, damit sie selbstständiger werden können. Darum habe ich auch das Nähcenter ins Leben gerufen, welches schon mir sehr viel Freude gebracht hat.

Ein Loch im Herzen!

Buchhaltung hin oder her, wir werden von Chandana und ihrer Mutter unterbrochen. Die Kleine ist am 27.11.2007 mit einem Sinus-Venosus-Defekt (Loch in der Herzscheidewand zwischen den Vorkammern) geboren worden. Die Eltern können sich die regelmässigen Untersuchungen nicht leisten, denn die jeweils anfallenden Kosten von 700-800 INR (13-15 CHF), sind für die Familie nicht tragbar. Der Vater arbeitet als Kuli (Tagelöhner) und somit verfügen sie nur über ein sehr kleines Einkommen. Sie bitten uns um Unterstützung, damit man alle 6 Monate die notwendigen kardiologischen Checks machen kann, um die Entwicklung des Herzes mit zu verfolgen und so Veränderungen festzustellen. Chandana hat so mein Herz berührt, dass es sofort für mich klar war die anfallenden Kosten zu übernehmen. Nach einem Besuch in ihrer Hütte beschlossen Dirk und ich auch für ihre Schulbildung aufzukommen und eventuell weitere benötigte Hilfe zu leisten.

Makar Sankranti!

Heute wendete sich die Sonne und begabt sich auf die nördliche Laufbahn in das Zeichen Makara Diese Sankranti, die Sonnenwende, hat für die Hindus besondere religiöse Bedeutung, manifestiert sich doch in der Sonne die große alte vedische Gottheit Surya, die heute noch verbreitet Verehrung genießt. Zudem hat der Festtag vielfältige Bezüge zur hinduistischen Mythologie und ist ein landesweit gefeiertes, buntes und heiter turbulentes Volksvergnügen.

Gefeiert werden an diesem Tag auch die Haustiere als Helfer bei der Landarbeit. Gewaschen und geschmückt werden Kühe und Ochsen in Prozessionen unter Gesang durch die Dörfer geführt. Musik und Tanz, Ochsenkarrenrennen und mancherorts wilde Stierkämpfe ergänzen den Festreigen.

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In jedem Haus bereiten die Frauen Til-gud vor, Süßigkeiten aus dem Zucker des frischen Zuckerrohres, vermischt mit Sesamkörnern, Erdnüssen, frischer Kokosnuss, Mais und verschenken sie an Nachbarn und Freunde, indem sie einen Spruch sagen: „Til-gud ghya, god god bola“ – „Nimm dieses süße Til und sprich süße Worte“. Man soll jedem davon geben und alle etwaigen Feindschaften damit beenden. Dieser Versöhnungsaspekt unterstreicht die Bedeutsamkeit von Festen nicht nur für die Markierung des zyklischen Wandels in der Natur, sondern auch für die spirituelle Entwicklung von Mensch und Gesellschaft.

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Leider haben am Nachmittag bereits einiges verpasst, da wir anderweitig mit den Kindern beschäftigt waren (siehe vorhergehenden) Artikel, aber nach gemachter Arbeit, gehen Sr. Sunitha, Elizabeth, Pina und ich noch ins Nachbardorf Srirangapatna, zum „Sri Ranganatha Temple“, der dem Gott Ranganathaswamy eine Inkarnation der Gottheit Vishnu gewidmet ist. Der Tempel sieht einfach unglaublich prachtvoll aus während dem Makar Sankranti, denn er wird mit 100‘001 kleinen Öl Kerzen beleuchtet.

Versammlung der Kinder…

Auf heute Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr hatten wir eine Versammlung in der Schulhalle mit allen Kindern angesagt und eine Stunde später waren wir dann einigermassen komplett. Die Kinder hatten einige Darbietungen für uns vorbereitet und eröffneten die Zusammenkunft mit einem Gebet und einer Tanzvorführung. Dann waren wir Dirk und ich mit unserer Rede an der Reihe.

Die Neuigkeiten mit denen wir hier konfrontiert wurden, waren von durchmischter Natur!

Die Prioritäten sind hier etwas anders gelagert, denn die Eltern sind zum Teil Analphabeten und mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt. Mangels eigener Bildung können sie die Kinder weder in schulischen Angelegenheiten unterstützen noch fördern und somit werden sie sich selber überlassen. Wer ums Überleben kämpfen muss, ist zum Teil auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen und somit wird die Schulbildung vernachlässigt.

Sinn der Rede war es eine „Message“ an die Kinder zu senden. Vor allem wollten wir die Wichtigkeit einer Schulbildung aufzeigen und haben sie an ehemalige Kinder aus der Nachbarschaft erinnert, die jetzt z.B. Sport-, Englisch- und Mathematiklehrer/innen, Krankenschwestern, Manager, Flugzeugelektroniker, usw. sind. Um somit an ihre Eigenverantwortung zu appellieren und aufzuzeigen, was alles möglich ist mit einer guten Bildung. Wir können sie zwar finanziell unterstützen, aber was nützt es wenn sie die Schule schwänzen oder einfach kein Interesse daran zeigen, weil sie den Sinn und die Welt die sich ihnen eröffnen kann noch nicht erkennen. Verallgemeinern kann man dies natürlich nicht, es gibt auch Eltern die sehr interessiert sind an den schulischen Pflichten ihrer Kinder.

Das ganze musste von Sr. Sunitha von Englisch in Kannada übersetzt werden. In Kannada sind Sätze mindestens 2-3 Mal länger als in Englisch, denn z.B. muss ein bestimmtes Wort mit mehreren Sätzen umschrieben werden, da es dies in ihrer Sprache gar nicht gibt.

Nachher führten die Kinder uns ein paar Tänze und Theaterstücke auf, letztere waren sehr lustig und wir haben herzhaft gelacht. Nun war es entlich soweit und die Kinderaugen glänzten schon, denn sie wussten, dass sie jetzt ihr Geschenk bekommen würden. Dies war eine kleine logistische Herausforderung, denn wir wollten nicht nur die Geschenke verteilen, sondern auch noch von jedem Kind ein aktuelles Foto aufnehmen und am Schluss noch alle beisammen haben um ein Gruppenfoto zu machen.

Indien ist irgendwie anderst!

Heute Morgen gab es Spiegeleier und was für welche! Die Hühner, welche die Schwestern im Konvent halten, scheinen etwas ganz Besonderes zu sein, den ihre Eier haben immer 2 Eigelb. Der Gedanke, dass es sich um mutierte Hühner handelt die in der Nähe eines Atomkraftwerks ihre Körner gesucht haben, ist ebenso von der Hand zu weisen, wie die Vorstellung, dass es sich um verhexte Eier handelt.

Es ist einfach eine Laune der Natur, bei der zwei Dotterkugeln gleichzeitig in den Eileiter gelangen und dann von Eiweiss und Schale umschlossen werden. Das kommt gelegentlich vor, angeblich besonders bei älteren Hühnern, was auch erklären würde, warum auf dem Lande häufiger anzutreffen ist, weil dort die Tiere älter werden als in der Legebatterie.

Ein neues Modell!

Am Samstag haben wir normalerweise keinen Unterricht in der Nähschule, denn dieser findet nur wochentags von 9.30-13.00 Uhr statt. Dies erlaubte mir ein neues Modell für einen „Frock“ (Kleidchen für Kinder) zu entwerfen. Es freut die Kinder immer wieder wenn ich etwas Neues entwerfe für sie. So ging der Tag schnell vorbei, denn wenn ich kreativ bin fliegt mir die Zeit einfach davon.

Herzergreifendes Teamwork!

Nach unserem Entschluss neue Flyers und Visitenkarten zu kreieren und auf meiner Suche nach einer Druckerei gegen Ende 2011 war ich anfangs nicht sehr erfolgreich und hatte es schon fast aufgegeben, da die meisten ihr Spenden-Budget um diese Jahreszeit bereits aufgebraucht hatten.

Als ich bei einem Treffen mit meiner Freundin Claudia von meinem Vorhaben berichtete, verwies sie mich an Herrn Jan Bauer von www.blitzdruck.ch. Er zeigte sich trotz weihnächtlichem Zeitmangel sehr gerne bereit unsere Sache tatkräftig und finanziell zu unterstützen. Auch unsere beiden Freunde Djamel und Karim von www.mediaplantage.ch versprachen uns, beim Layout von der kreativen Seite her behilflich zu sein und das Design zu übernehmen. Vor zwei Wochen sind nun die 10‘000 Flyers (deutsch und italienisch) und die Visitenkarten fertig geworden. Die Arbeit an diesem Projekt hat mich sehr berührt und es war sehr schön und herzergreifend, mitzuerleben wie Menschen bereit sind ohne jegliche Gegenleistung, gemeinsam an einer Idee im Team zu arbeiten. Nun sind wir in der Lage wieder viele Menschen mit den neuen Flyern zu erreichen.

Nochmals herzlichsten Dank an alle, die trotz Weihnachtsstress zum guten Gelingen beigetragen haben, im Besonderen an Herrn Jan Bauer von www.blitzdruck.ch für das kostenlose Drucken, Djamel und Karim M’rad von www.mediaplantage.ch für das tolle Design. Natürlich danke ich auch Dirk, der alles koordiniert hat und Sonja für die Zusammenarbeit bei der italienischen Übersetzung.

Leider war es mir nicht möglich mich früher zu bedanken, da ich seit einer Woche in Indien bin, hier bis jetzt sehr viel zu tun hatte und vorher mit den Vorbereitungen für die Reise beschäftigt war.

„Sid aus Ice Age“ wird in Indien geklont :-)

Heute Morgen war ich wieder sehr beschäftigt in der Nähschule. Im Kurs haben wir mit den Puppen angefangen, denen eine gewisse Ähnlichkeit mit „Sid aus Ice Age“ nicht abzusprechen ist. Alle fanden die Klone sehr lustig und die drei Fertigen wurden auch schon getauft auf Charly, Jimmy und Johnny.

Am Nachmittag haben Elizabeth und ich uns wieder an die Uniformen gemacht und konnten bereits erneut einige fertigstellen.

Die Geschenke sind da!

Heute kamen die 200 SIGG Flaschen aus Chennai, die wir von Akash Agarwal von UCAL Exports Private Limited zu einem sehr günstigen Preis erworben haben. Die Flaschen wurden von einer sehr grosszügigen Spenderin aus der Schweiz finanziert (welche nicht namentlich erwähnt werden möchte) und die Geschäftsleitung von UCAL Exports hat als humanitäre Geste, den Preis bis auf die erhaltene Spende reduziert, das sind fast 75% Rabatt auf den eigentlichen Verkaufspreis. Hiermit möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei der Spenderin und Akash Agarwal bedanken, denn ohne sie wäre es nicht möglich gewesen ein solch tolles Geschenk zu finanzieren. Am Abend sind wir dann damit beschäftigt die Flaschen auszupacken und zu sortieren, Flaschen für die Kleinsten, für die Mädchen und für die Knaben. Am nächsten Sonntag findet ein Zusammentreffen aller Kinder und deren Eltern statt, wo wir dann diese Geschenke und ein Säckchen mit Süssigkeiten verteilen werden.

Der König der indischen Strassen!

Am Nachmittag machten wir uns wieder mit den ÖV auf den Weg nach Mysore. Es mussten noch ein paar Kleinigkeiten mit der Bank geklärt und wenige Einkäufe getätigt werden. Am späteren Nachmittag trafen wir uns dann mit Mayte und Sr. Sunitha am Davaraja Markt.

Das „Abfahren“ dauerte ca. 10 Minuten, zuerst war da was mit dem hinteren rechten Rad, dass nicht mehr wollte und komische Töne machte, dann brauchte es 6 Startversuche, wo schon beim ersten Versuch die Batterie zu versagen drohte. Nach umlegen einiger Schalter und weiteren Versuchen sprang er doch noch an. Quietschend, wie Giovanni‘s Schubkarre, fuhren wir gemeinsam mit dem „König der indischen Strassen“ einem Ambassador zur St. Teresas Provinzialität der Karmeliten nach Bannimantap.

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Dort machen wir der Oberin des Distriktes Karnataka, Sr. Fridolin, unser Aufwartung, plauderten ein wenig bei Kaffee, Chai und indischen Güezi (Chakuli, hart wie Stein) und versuchten dabei ein gutes Wort für Sr. Sunitha einzulegen, so dass sie nicht allzu bald, an einen anderen Ort versetzt wird und wir somit eine sehr gute Mitarbeiterin beim „1×1 für Indien“ verlieren würden.

Als das „offizielle“ Gespräch vorbei war und einige Damen sich noch über dies und das austauschten, verabschiedeten Pina und ich, uns ganz höflich und gingen zusammen nach draussen um etwas Luft zu schnappen.

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So kamen wir mit dem Taxifahrer ins Gespräch. Sein ganzer Stolz ist der fast 40 jährige Ambassador Mark III, den er liebevoll mit Freunden restauriert hat, innen wie neu, aussen nicht mehr alles Original aber Tip-Top und ein technisches Wunder. Er fährt, aber nur widerwillig und mit viel Improvisationstalent des Meisters.

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Interessant ist auch der Schmuck aus Chili und Zitrone an der Wagenfront, der neidische Blicke abwenden soll, die ihm sicher sind, denn einen so schönen Ambassador, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Wir kaufen gegenüber der Strasse noch schnell eine sehr feine Wassermelone für 10 INR (0.18 CHF/KG) und als alle wieder im Taxi sassen, brauchte es nur ein „indisches Wunder“ und einen Schlüssel dreh und es ging sofort ohne Probleme oder etwaiges Quietschen zurück nach Ganjam.

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Picknick am Fluss…

Heute machten wir, wie immer wenn ich in Indien bin, zusammen mit den Mädchen der Nähschule, Elizabeth und Pina einen Ausflug an den nahegelegen Fluss. Es bereitet uns immer wieder eine grosse Freude, gemeinsam singend zum Fluss zu spazieren und dann unsere Füsse im kühlen Nass zu baden, etwas wunderbares bei Temperaturen um die 30°C. Alle Mädchen hatten etwas Kleines gekocht und mitgebracht, welches wir dann zusammen verspeisten, das Essen war scharf und sehr lecker. Beim Kiosk gönnten wir uns dann noch je ein Getränk, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Am Nachmittag arbeitete ich dann noch 2 Stunden an den Uniformen bevor ich mich zusammen mit Sr. Sunitha auf den Weg nach Mysore machte, wo wir uns mit Pina und Dirk treffen werden.

Die Taschen sind fertig!

Heute Morgen war es eine wahre Freude, denn alle Mädchen haben ihre Taschen fertig gehäkelt und sehr schön mit Perlen und Sternen verziert. Stolz gingen sie nach dem Mittag nach Hause.
Am Nachmittag haben dann Elizabeth die Leiterin der Nähschule und ich, an den Uniformen gearbeitet, denn am 1. Juni 2012 beginnt das neue Schuljahr und somit müssen die Uniformen bereit sein. Jedes Kind braucht 2 Stück, eine Farbige und eine Weisse. Bei 39 Patenkindern macht das nach Adam Riese 78 Stück. Auch für jeden der an unsere Türe klopft machen wir natürlich auch Uniformen, das sind in etwa 100 Stück pro Jahr.

Heute Morgen ist Buchhaltung angesagt!

Mayte hatte den ganzen Vormittag Häkeln am praktischen Beispiel einer Tasche unterrichtet und am Nachmittag an den Uniformen der Schulkinder gearbeitet.

Um 9 Uhr legen Sr. Sunitha und ich mit der Buchhaltung los, nur leider kommen wir nicht sehr weit, denn kaum haben wir angefangen, kommt schon Venu, eines unser langjährig unterstützten Patenkinder, vorbei. Er hat gute Neuigkeiten, denn er hat das P.U.C (Pre University College) mit Erfolg abgeschlossen und möchte nun zum NCC (National Cadet Corp) und darauf folgend des BCom Diplom (Bachelor of Commerce) machen, die Kosten werden sich auf Alleine für die Ausbildung auf 30‘000 INR (ca. 560 CHF) belaufen, plus Bücher, Uniform, Transportkosten u.s.w.

Nun ein neuer Anlauf mit der Buchhaltung weiter zu machen, was uns auch gelingt aber schon bald kommt Nanjamma mit ihren Sorgen. Sie ist eine ältere Frau die über starke Rückenschmerzen und Entkräftung klagte, die trotz Schmerzmittel keine Linderung fand. Wir vereinbarten einen Termin mit der Ärztin, die nur am Abend anwesend ist, da sie tagsüber in Mandya arbeitet und ihr Dienste fast umsonst anbietet.

Eigentlich wollten wir weiterfahren, aber Saraswathi, ein Ex-Patenkind), die Sozialarbeit studierte kam mit ihren Sorgen. Im Moment ist sie auf Arbeitssuche und kümmert sich in der Zwischenzeit um ihre 3-jährigen Zwillings-Neffen, Keishave und Kushal, da ihre eigenen Eltern diese Verantwortung nicht war nehmen. Sie bittet uns um Unterstützung um die Kleinen in den Kindergarten schicken zu können.

Natürlich war dies noch nicht alles an diesem Tag, es kamen ausserdem noch Mufuda Banu, ein älter Mann mit seinem Enkel vorbei. Annapoorma, Poormina und viele andere Kinder kamen in Begleitung ihrer Mütter zu uns und alle baten um Beteiligung an den Kosten für den Kindergartenbesuch.

Auch kamen noch ganz viele andere gesponserte Kinder und ihre Eltern uns Besuchen, denn die Nachricht, dass wir da sind, breitet sich wie ein Lauffeuer aus, es ist sehr schön, aber auch anstrengend….

Darum falle ich jetzt gleich todmüde ins Bett.

Was ich auch noch schnell an dieser Stelle erwähnen wollte ist ein grosser Dank an Dirk, denn er Ihm Back-Office schreibt all die Berichte fürs Internet, unterstützt mich tatkräftig bei der Buchhaltung, kümmert sich um dieses und jenes und so ist er ganz schön beschäftigt und hat ganz viel Arbeit, darum habe ich ihn zu meinem Sekretär ernannt 😉 !

Heute geht’s mit den ÖV nach Mysore…

Mayte ist damit beschäftigt im Nähcenter das Lager zu kontrollieren und Inventur zu machen. Wir fahren mit den ÖV in die Stadt um Diverses zu erledigen.

Zuerst geht es zur Bank wo man uns direkt ins Büro des Direktors bittet. Wir werden ganz nett von ihm begrüsst und wie so üblich in Indien und als Zeichen der Gastfreundschaft wird uns ein Chai (Tee) gereicht.

„Andere Länder, andere Sitten“ einfach mal schnell Geld abheben geht hier nicht, das kann Stunden dauern, alles wird akribisch kontrolliert und abgezählt und das mehrmals von mehreren Angestellten, bis uns dann schlussendlich das Geld übergeben wird. Somit ziehen wir mit Geldscheinen gefüllten Rucksack weiter.

Nun geht’s zur Post, wo man uns nur fragend ansieht und sich mehrmals versichert ob wir wirklich 300 Briefmarken kaufen wollen. Als dies geklärt ist, werden wir zu einem anderen Schalter geschickt, wo der Unglaube nicht geringer ist. Nach ca. einer Stunde bekommen wir wider Erwarten die Marken ausgehändigt, mit der Bemerkung, man habe uns extra Farbige ausgesucht und organisiert.

Um euch nicht zu langweilen, alles weitere in Kurzform, d.h. wiederum mit dem Rikscha-Fahrer über den Fahrpreis handeln, diverse Geschäfte suchen, die es seit unserem letzten Besuch nicht mehr gibt, oder einfach Bankrott gingen. Ganz klar, die Krise spürt man auch hier, ein Laden war sogar ausgehöhlt, fast so wie unser Schweizer Bankgeheimnis ;-). Dann haben noch Süssigkeiten für die Kinder gekauft und noch vieles mehr. Gegen 20 Uhr haben wir dann total erschöpft und vollbepackt die Rückreise nach Ganjam angetreten. Eigentlich ein Pappenstiel, den man bei uns locker in ein zwei Stunden erledigt hätte, nur hier dauert so ein Unternehmen eben 12 Stunden.

Die Frauen und ihre Schuhe!

Auf unseren Flug am Gate wartend, tranken wir noch einen Kaffee und da fiel mir auf, dass die Frau am Nebentisch die gleichen Schuhe (eher etwas Aussergewöhnliches, was man nicht jeden Tag sieht) trug wie ich. Sogleich sprach ich sie an und wir schwärmten davon wie bequem sie sind. Im weiteren Gespräch fanden wir heraus, dass auch sie nach Indien fliegt. Was für ein Zufall, denn im Flugzeug sass dann Mayte neben ihr und so führten wir das Gespräch weiter. Wir fanden heraus, dass sie mit einer Reisegruppe aus der Schweiz in Südindien unterwegs sein wird und verschiedene Sehenswürdigkeiten besuchen werden, die ganz in der Nähe von Ganjam (1×1 für Indien) unterwegs sein werden. Nachdem wir unsere Visitenkarten ausgetauscht hatten, sagten wir noch ganz spontan „kommt doch einfach mal vorbei, wenn ihr in der Nähe seid“.

In Bangalore angekommen werden wir von Hemanth, der „von 1×1 für Indien“ unterstützt wurde, ganz herzlich mit einem Rosenstrauss empfangen. Er hat Elektro-Ingenieur studiert und macht nun in Bangalore eine Weiterbildung zum Flugzeugelektroniker.

Wie geplant kommen wir morgens um 5 Uhr in Ganjam an, begrüssen kurz die Schwestern und gönnen uns dann zuerst ein paar Stunden Schlaf, bevor wir mit unserer Arbeit beginnen.

Um 16:00 sitzen wir alle zusammen, d.h. Sr. Sunitha, Elizabeth, Mayte, Dirk und ich um uns einen Überblick der aktuellen Lage zu verschaffen. Kaum haben wir angefangen, klopft es an der Türe und Christine mit ihrer Kollegin Brigitte, die Schuh-Bekanntschaft steht da und hat es tatsächlich geschafft den ganzen Bus zum „1×1 für Indien“ umzuleiten.

Wir freuen uns sehr über die Überraschung und heissen die ganze Gesellschaft willkommen. Wir führen sie herum, zeigen ihnen unsere Nähschule, das kleine Büro und erklären ihnen unser karitatives Werk.
Die Gruppe war ganz begeistert von unserer Tätigkeit und unaufgefordert schnappte sich der Reiseleiter ein Nähkörbchen und ging damit herum und bat um eine Spende.

Wir bedanken uns ganz herzlich für den Besuch, die Spende und Wünschen der Reisegruppe noch eine schöne und erlebnisreiche Zeit in Südindien.

Wanderferien, Imbach-Reisen AG, Zürichstrasse 11, CH- 6006 Luzern.

Danach ging unsere Teamsitzung weiter und nach fast 3 Stunden brummten unsere Köpfe und total geschafft ging es ziemlich früh ins Bett.

Teddy, Hasi, Kroki, Quietscheente u.v.a. reisen nach Indien!

Es ist wieder einmal an der Zeit um in Ganjam (Indien) die vom „1×1 für Indien“ unterstützten Kinder zu besuchen. Diesmal sind wir schwer beladen mit Plüschtieren für unsere Kleinsten und wir freuen uns ausserordentlich die Kinder wiederzusehen.
Es erwarten uns brutale 26°C und strahlender Sonnenschein, Mayte wird vorwiegend in der Nähschule beschäftigt sein, während Pina und ich, zumindest in der ersten Woche die meiste Zeit im Büro verbringen werden und uns um die Buchhaltung kümmern werden, welche uns neben dem warmen Wetter zusätzlich zum Schwitzen bringen wird.
Wir werden voraussichtlich um 05:00 (UTC/GMT +5:30 Stunden) in Ganjam eintreffen und erst mal eine Runde schlafen.