Schulküchen in Karnataka!

Im September 2004 wurde die Regelung Norm NP-NSPE 2004 revidiert, welche allen studierenden Kinder in den Klassen I-V, in den von der Regierung unterstützten Schulen, ein gekochtes Mittagessen zur Verfügung gestellt werden muss. Eines der Ziele ist die Förderung armer Kinder, aus benachteiligten Bereichen, die Schule regelmässig zu besuchen und ihnen zu helfen sich auf Aktivitäten im Klassenzimmer zu konzentrieren. Die Mahlzeit muss im Minimum 300 Kalorien und 8-12 Gramm Eiweiss enthalten. Dies kam so plötzlich, dass die meisten Schulen überrumpelt wurden und überhaupt keine Infrastruktur vorhanden war, um das Essen zu bereiten.

Der Staat war eigentlich für die Bereitstellung der Hilfe für die Küchen bis zu einem Höchstbetrag von Rs. 60.000 pro Einheit verpflichtet gewesen. Doch die Zuweisungen im Rahmen des MDMS (Mid-day Meal Scheme) für den Bau der Küchen in allen Schulen, in den nächsten 2-3 Jahren, konnte einfach nicht angemessen nachgekommen werden. Dies war ja zu erwartet, das man nicht proaktiv genug auf die Konvergenzen mit anderen Entwicklungsprogrammen, welche sich für diesen Zweck einsetzten, reagieren konnte.

Somit sahen wir uns wiederum gezwungen, auf die Unzulänglichkeiten zu reagieren, zu helfen und zu improvisieren. Das Ganze sieht dann halt aus als wäre ein Pfadfinder-Camp vor Ort. Ein Topf wird auf ein paar Steine gestellt und darunter wird ein Feuer entfacht und los geht die Kocherei. Alles gut und recht, aber die Küche muss auch funktionieren wenn es windet und regnet.

Also hat man sich in einen kleinen, baufälligen Raum der 200-jährigen Schule von Ganjam zurück gezogen. Kein Problem werden Sie sagen, aber kochen Sie mal in einem kleinen, geschlossenem Raum auf einem Holzfeuer. Der Rauch wird Sie schnell aus dem Raum vertreiben.

So haben wir denn letztes Jahr beschlossen der Schule der Karmeliten Schwestern eine Küche zu bauen. Nun ist die Küche fertig und alle sind sehr erfreut darüber.

Zu der ganzen Angelegenheit der Schulküche ist Folgendes sehr wissenswert:

An dieser Schule werden in 7 Klassen 389 Kinder unterrichtet. Die Schülerzahl in den einzelnen Klassen variiert, so sind zum Beispiel in der ersten Klasse 67 Kinder und in der vierten Klasse deren 46.

Täglich sind aber zwischen 350 und 360 Kinder in der Schule. 30 bis 40 Kinder sind fast immer irgendwie abwesend. Sei es wegen Krankheit, einfachem Fernbleiben oder irgendwelchen anderen Gründen.

Für jeden Tag ist eine Liste zu führen woraus die Anzahl der anwesenden Kinder hervorgeht. Jeweils am 25. des Monats ist die Liste dem Government zu senden zwecks Vergütung.

Die Schule erhält pro Kind und Tag 100 Gramm Reis sowie 1,31 Rupien (dies sind ca. 3,5 Rappen). Die Entschädigung erfolgt dann cirka am 10. des Folgemonats.

Gekocht wird nun in der neuen Küche mit Gas, eine Flasche kostet 900 Rupien und ist gut für ca. 10-12 Tage, sofern noch zusätzlich im Freien mit Holz das Heisswasser zubereitet wird. Doch dies kostet auch täglich 20-30 Rupien. Ohne Holzfeuerung hält eine Gasflasche etwa 8 Tage.

Es wird vegetarisch gekocht. Ca. 60% der Kinder sind Hindus, 35% sind Moslems und der Rest sind Christen.

Gemüse und Zutaten zum Reis sowie die Löhne für die Köchinnen, das Gas, Brennholz usw. sind mit der Vergütung von Rs. 1,31/Kind und Tag zu begleichen.

Für die Küche hat die Schule 2 Köchinnen eingestellt. Diese erledigen den Einkauf und die Zubereitung der Mahlzeiten und arbeiten von 09:30 bis 14:00 Uhr. Der Staat schreibt aber für diese Grössenordnung der Schule eine Hauptköchin mit einem Lohn von 600 INR/Mt. Eine erste Hilfsköchin (400 INR/Mt.) und eine zweite Hilfsköchin (300 INR/Mt.) vor.

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