Alle Beiträge von Pina Scalegno Krienbühl

Immer wieder Koffer…!

Koffer und Taschen, die wir von unseren Freunden und Bekannten bekommen, sind immer sehr willkommen, denn sie sind äusserst gefragt und begehrt in Indien und bereiten den neuen Besitzern viel Freude.

An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank an die SpenderInnen der Koffer!

Dank British Airways konnten wir dieses Jahr gratis, 6 x 23 Kg. Gepäck mitnehmen und somit all den verwaisten Plüschtieren die sichere Ausreise garantieren. In einem fernen und fremden Land finden diese zu einer neuen Elternschaft, welchen wir zudem Farbstifte, Bücher, Kleider, Schuhe und vieles mehr vermitteln, siehe Besuch im Kindergarten

Nochmals vielen Dank an das British Airways Team!

20 Jahre „1×1 für Indien“

Am 18.2.2017 feierten wir zusammen  mit 160 Kindern und deren Eltern das 20 jährige Jubiläum vom „1×1 für Indien.“

Zuerst gab es ein „wenig“ Musik und Tänze…


…bis alle auf der Hühnerleiter aufgereit waren, folgend nun von links nach rechts, Sr. Lumina, Madam Eliza, Uncle Dirk, Vater Paul, Aunty Pina, Sr. Francoline, Sr. Elizabeth und Sr. Mira

Noch eine Performance…

Dann kamen wir zu Wort, unsere Ansprache,  basierte darauf , die Kinder zu Motivieren und auf die eigene Selbstverantwortung zu appellieren, wir können sie finanziell unterstützen, aber lernen müssen sie selber.

Im Sonnenlicht kommen die schönen festlichen Kleider viel besser zur Geltung…

Das Essen für die Kinder wird vorbereitet, obwohl es eine Küche gibt, wird diese Art bevorzugt.

Hunderte von hungrigen Mäulern freuen sich , es hat mehr als genug…

Nun, gibt es Geschenke für die Kinder, diesmal eine wärmende Wolldecke und wie immer obendrauf Süssigkeiten.











Leider waren nur 140 von den 160  der von uns momentan unterstützten Kinder anwesend.

Rotkäppchen!

Oh nein, diese Nachricht haben wir gefürchtet und nun wurden wir in Kenntnis gesetzt, dass unsere treue und immer gut gelaunte Sr. Sunitha uns leider verlassen wird.

Traurig… aber nach 9 Jahren, resp. 2 Amtszeiten am Stück ist Sie bereits seit 3 Jahren überfällig.

Alle unsere Bemühungen bei der Oberin, die Amtszeit von Sr.Sunitha zu verlängern, haben leider nichts gebracht.

Nun wird Sie endgültig und ganz offiziell in ein anderes Kloster im Bundesstaat Karnataka versetzt. Wohin weiss Sie selber noch nicht. Wir wünschen ihr auf jeden Fall alles Gute und danken ihr herzlich für die Treue, gute Arbeit und Aufopferung für 1×1 für Indien.


Aghas Kindergarten

Im Dorf hat es noch mehrere Kindergarten, einer davon ist der von Agha, welcher nicht so hübsch bemalt und aufgepeppt wurde, wie unserer neulich. Es ist ein sehr gut geführter Kindergarten mit tollen Lehrerinnen und einem überaus sympathischen Leiter/Fundraiser. Jedesmal wenn wir in Ganjam sind, besuchen wir die Kinder und bringen Geschenke mit.

Es wäre toll auch diesen Kindergarten etwas schöner zu gestalten…

Mittagessen im Hinterhof des Kindergartens.

Morgens um kurz nach Vier!

Nach einer 31 stündigen Reise von Tür zu Tür, sind wir Morgens um 04:15 im St. Michaels Konvent angekommen.

Alles schlief so friedlich ruhig und war noch in Träumen versunken…

Nach Mitternacht ist es ideal zum Fahren mit dem Auto, vom Flughafen Bangalore nach Ganjam hatte der Fahrer nur 2 1/2 Stunden. Er fuhr auch ziemlich rassig und wir kamen ungewohnt früh an, alle Telefonanrufe, sowie Autohupen nützten nichts um die Nonnen zu wecken, ausser die Hunde.

Um ca. 05:30 wurden dann langsam die Bewohnerinnen des Konventes wach und wir wurden ganz herzlich von Sr. Sunitha empfangen.

Mit der Zeit gehen und die letzten Zertifikate!

Seit 1999 war der neunmonatige Kurs im Schneidern, Nähen, Stricken, Sticken und Häkeln in die Nähschule vom „1×1 für Indien“ sehr beliebt bei den Mädchen und Frauen in Ganjam.

Bis jetzt wurden in den letzten 15 Jahren insgesamt 131 Zertifikate mit Stolz von den Frauen entgegengenommen.

Nun die Zeiten ändern sich und leider ist das Stricken und Häkeln nicht mehr so gefragt wie damals, als die Gründung stattfand.

Die Wolle zum Stricken ist teurer als einen fertigen Pullover zu kaufen und viele Frauen können es sich nicht leisten, mehr Geld und Zeit zu investieren, wenn sie das Gleiche für weniger bekommen können.

Dazu kommt auch dass der Staat in dieser Gegend die Frauen fördern will und viele Schulen in der Gegend eröffnet worden sind die einen dreimonatigen Kurs gratis anbieten und die Frauen zusätzlich noch eine „Erwerbsausfallentschädigung“ erhalten.

Die staatlichen Schulen lassen aber zu wünschen übrig, angefangen bei der Hygiene, das Interesse der Lehrerinnen, das Wissen zu vermitteln, ist mangelhaft sowie auch die Qualität.

Trotz der viele Konkurrenz rundherum, bevorzugen die Frauen die Nähschule von „1×1 für Indien“ zu besuchen, aber sie sind nicht gewillt neun Monate zur Schule zu kommen um zusätzlich Stricken und Häkeln zu lernen, welches sie dann doch nie anwenden werden.

Man muss mit der Zeit gehen und somit haben wir uns entschlossen, es den Frauen zu Vereinfachen und auch einen dreimonatigen Kurs anzubieten, damit sie anschliessend einen Job in der nahe gelegenen Kleidermanufaktur bekommen können oder zu Hause sich was verdienen können.

Es können nun bis zu 30 Frauen pro Jahr den neuen und kürzeren Kurs besuchen, anstatt wie bis an hin nur 9-11 Frauen.

Die sehr beliebten Zertifikate wurden somit heute zum letzten Mal mit Stolz von 10 Frauen entgegen genommen.

Ganesh hatte einen Hirntumor!

Ganesh ist 7 Jahre alt, geht in die 2. Klasse und wird von 1×1 für Indien seit 2012 unterstützt. Letztes Jahr wurde er in der Schule während des Unterrichts ohnmächtig.

Die Kinder hier haben nicht jeden Morgen die Möglichkeit etwas im Magen zu haben und Ganesh gehört zu diesen Kindern… Darum ist es am Anfang auch nicht besonders beunruhigend.

Erst als er ein paar mal in der Schule zusammenbricht, macht man sich Gedanken, dass eventuell mit ihm etwas nicht in Ordnung sein könnte.

Als die Mutter zu Eliza und Sr. Sunitha kommt, machen sie sich zusammen auf den Weg ins Spital und nach einen CT kam die Diagnose – Hirntumor!

Wir wurden sofort via E-Mail informiert und angefragt, ob wir die ziemlich teure Operation bezahlen würden und selbstverständlich sagten wir zu.

Ganesh wurde hospitalisiert und operiert. Als er im Spital lag und von Eliza besucht wurde, lernte sie zufällig einen Sozialarbeiter kennen und als er erfährt, dass die Operation von den „Weissen bezahlt wird“ ist er gerührt und gibt Eliza den Tip, sich beim Staat zu melden.

Da die Familie von Ganesh zu den Ärmsten der Armen gehört (in Indien werden die Bedürftigen vom Staat in verschiedene Armutsstufen eingeteilt), wurde der Antrag sofort angenommen und die Operation zum grössten Teil bezahlt.

Unsere Kosten beschränkten sich dabei auf den Spitalaufenthalt, Medikamente, Untersuchungen, Essen, Verbandsmaterial, Transport, usw.

Somit konnten wir Geld sparen und einen anderem Kind oder Bedürftigen helfen.

Ganesh, geht es nun sehr gut und er ist einen besonders fröhliches Kind, wenn er vorbei kommt oder uns sieht, schickt er uns immer Luftküsse.


Eine freudige Tradition

Wie jedes Jahr erwarten die Kinder mit Sehnsucht das verspätete Weihnachtsgeschenk und wir machen uns Gedanken mit was wir Ihnen eine Freude bereiten könnten.

Normalerweise ist es so, dass sie was Nützliches bekommen, letztes Jahr z.B. bekamen sie eine grosse Falttasche um ihre Kleider zu verstauen, oder vorletztes Jahr eine Wolldecke, usw.

Dieses Jahr hat meine Schwägerin Nadja Krienbühl von einer Getränke Firma, Mützen organisieren können, die wir dann aus der Schweiz mitgenommen haben.

Auch hier im Hochland von Dekkan kann es zuweilen ziemlich kalt werden und nicht selten sinkt das Thermometer in der Nacht unter 10°C.

Die Mädchen würden natürlich eine solche Mütze hier nicht anziehen, also haben wir uns gedacht, dass sie sicherlich ein Handtäschchen brauchen können.

Hier nun der prall gedeckte Gabentisch und ein paar Impressionen der Kinder, als sie vorbei kamen um die Geschenke abzuholen.

138 Kilo Gepäck

Mit 138 Kilo plus Handgepäck sind wir vom Flughafen Zürich abgeflogen, sicher fragt man sich da, was wir denn alles dabei hatten?

Wir werden immer wieder angefragt ob wir dieses oder jenes hätten und zwar nicht nur von unseren gesponserten Kindern, sondern auch von den Dorfbewohnern. So kam ich auf die Idee im Laufe des Jahres verschiedenes zu sammeln.

Z.B. Koffer, damit die Ärmsten Ihr Hab und Gut verstauen können. Letztes Jahr als wir auf Besuch bei einem unterstützten Kind waren, bedankte sich die Mutter für den Koffer, den sie letztes Jahr von uns bekommen hatte und sagte: „ich bin jetzt so froh, denn endlich würden die Ratten keine Löcher mehr in die Kleider fressen“.

Anbei eine Auflistung was wir alles dabei hatten und vielen herzlichen Dank an die Spender, die für die Leute in Ganjam gesammelt haben.

  • Koffer und Plüschtiere: Heidi Blesi, Sonja Spinedi.
  • Kleider und Schuhe für die Kinder: Regula Davatz, Sonja Spinedi.
  • Kleider und Schuhe für Erwachsene: Heidi Blesi, Susan Clemens, Francesca Scalegno.
  • Wollmützen von einer Getränkefirma, organisiert von: Nadja Krienbühl.
  • Brillen und Hörapparate: Esther Schweizer.

Adressensuche von Kindern in Ganjam?

Wenn wir, wie jedes Jahr in Ganjam sind um nach dem Rechten zuschauen, kommen die Leute in Scharen zu uns.

Meistens sind es Mütter, die um Unterstützung für die Einschulung ihrer Kinder bitten. Wir nehmen jeweils die Adresse und ihre detaillierte Geschichte auf.

Nicht wenig Sorgen bereiten uns jeweils die Adressen, die Beschreibungen sind zum Teil so verwirrend, wie die von Lavanya:

Dritte Strasse nach dem Nimishamba Tempel rechts, in der Nähe des Hauses von Mammatha, dann 3. Strasse nach links, in der Nähe des Hauses von einem andern unterstützten Kind, dass links von ihm wohnt…

Die Strassen und Gässchen haben zum Teil bestimmte Namen, nur die Schilder sind schwer zu finden und wenn, dann kann man sie nicht lesen. Am besten begibt man sich einfach auf die Suche und fragt sich durch, wo das Haus sein könnte. Die Menschenmenge die jeweils mit uns läuft wird immer grösser, da und dort werden wir angehalten um in ein klägliches Häuschen oder eine Palmblätterhütte geführt und um Hilfe gebeten zu werden.

Es ist hart und nicht einfach, nein sagen zu müssen, denn unsere finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt.

Trotz allem haben wir immer die Kinder und ihre Häuschen gefunden. Diesmal hat Dirk sogar mit seinem GPS die jeweiligen Koordinaten aufgenommen um in Zukunft unsere Wege leichter wieder zu finden.

Kinderaugen!

Tagtäglich kommen Mütter, Grossmütter, Tanten, Schwestern, auf jeden Fall vor allem Frauen, welche um Unterstützung für die Einschulung ihrer Kinder anfragen.

Während dem die Schwester mit ihnen redet und ich auf die Übersetzung warte, beobachte ich die Kinder aufmerksam.

Drei bis fünf Jährige, stehen kerzengerade vor mir, einige scheue Kinder möchten sich am liebsten unter dem Sari (indisches Kleidungsstück) ihrer Mutter oder hinter ihr verstecken. Wenn dann das Eis gebrochen ist, fangen sie an sich herum zu schauen und staunen über die fremden Weissen und das Büro.

Mit neugierigen, unschuldig, schönen, grossen, dunklen Augen, die manchmal bewundernd, fragend und faszinierend sich umher schauen.

In den teilweise auch ängstlichen Blicken, zeigt sich auch sehr viel Zerbrechliches und Trauriges, als ob sie den Schmerz dieser Welt widerspiegeln.

Spandana

Nach dem gestrigen stressigen Tag in Mysore (siehe Artikel: Geschenke für die Kinder) haben wir, Sr. Sunitha, Dirk und ich, heute Morgen mit der Buchhaltung angefangen und kommen gut vorwärts, zum Glück sind um diese Zeit die Kinder noch in der Schule und der Ansturm wird erst am Nachmittag erwartet, wenn sie Schulschluss haben.

Bis ca. 11:00 ging‘s ziemlich ruhig zu und her, bis wir von Spandana‘s Mutter unterbrochen wurden.

Sie bringt die Kleine vorbei die mit einer Fehlbildung des Enddarms (Analatresie) geboren wurde. Die Mutter strahlt übers ganze Gesicht und bedankt sich für die Übernahmen der Kosten: vier Operationen, Medikamente, Nachuntersuchungen und spezielle Ernährung (Sondennahrung) usw.

Spandana klammert sich schreiend und ganz fest an den Hals Ihrer Mutter und die Tränen laufen ihr herunter.

Schwester Sunitha und die Mutter versuchen sie mit „Candy“ zu beruhigen, aber das alles bringt nichts.

Das arme kleine Mädchen hat mit 2 Jahren schon vier Operationen hinter sich.

Wie viele fremde Gesichter hat sie wohl schon gesehen? Wie viele Untersuchungen, Tests und Schmerzen musste sie schon ertragen? Dass sie so viel Angst hat ist verständlich!

Am nächsten Morgen kamen sie wieder, Spandana war diesmal ganz entspannt in den Armen ihrer Mutter.

Spandana, was für ein Geschenk des Lebens!

Geschenke für die Kinder

Sr.Sunitha, die Verantwortliche für die Kinder und Elizabeth, die Leiterin der Nähschule, stehen das ganze Jahr hindurch in ständigem Kontakt mit uns.

Am Morgen nach unserer Ankunft machen wir eine Teamsitzung, um über die neusten Ereignisse informiert zu sein und die vor uns liegende, gemeinsame Arbeit zu besprechen.

Anschließend geht es Richtung Mysore um die bereits von den Kindern, sehnsüchtig erwarteten Geschenke und Süssigkeiten zu besorgen.

Im Zentrum von Mysore an der „Sayyaji Rao Road“ ist ein Geschäft nach dem anderen, sie kleben förmlich aneinander, auf dem Trottoir ist fast jeder Zentimeter belegt von den Auslagen der Strassenverkäufer, die alles Mögliche anbieten.

Es ist laut, es wird gerufen, gehandelt, die Farben, die Gerüche, die Menschenmasse…

Es scheint einfach chaotisch und ist aber im Detail sehr liebevoll ordentlich. Es ist für mich immer noch rätselhaft, wie es möglich ist, auf kleinsten Raum, so viele Waren aufzubewahren und wie schnell die Verkäufer genau das raus holen, was man ihnen beschreibt.

Diesmal sind wir auf der Suche nach Falttaschen, in denen unsere unterstützten Kinder ihre Sachen aufbewahren können.

Ich mag mich gut erinnern als wir ein Patenkind in einem bescheidenen Häuschen besuchten und die Mutter auf einen Koffer zeigte, den sie von uns bekommen hatte. Sie erzählte wie froh sie war, denn endlich würden die Mäuse keine Löcher mehr in Ihre Habseligkeiten fressen.

In Indien ist es üblich, dass man feilscht, etwas ungewöhnlich für uns, aber die Schwester und Eliza sind geübte und ausgezeichnete Verhandlerinnen, denn am Schluss haben wir die Taschen für die Hälfte des Preises bekommen. Klar, der Inhaber des Geschäfts weiss für wen die Taschen bestimmt sind, darum war er so entgegenkommend.

Mitgefühl und Solidarität!

Folgend nun eine sehr schöne und zutiefst beeindruckende Geschichte, die ich erleben durfte und euch unbedingt erzählen möchte.

Dieses Erlebnis hat wiederum mit Kindern zu tun, wie der Artikel, den ich am 25.12.2012 geschrieben habe. Er ist umso Herzbewegender, weil er zeigt wie Kinder für Kinder, Mitgefühl und Solidarität gegenüber denjenigen zeigen, die nicht so viel Glück im Leben haben wie sie.

Meine Schwägerin Sonja arbeitet als Köchin im Kindergarten von Rancate/TI und als sie dort von „1×1 für Indien“ erzählte, entstand die Idee, dass die Kindergärtner doch einige verwaiste Plüschtiere für die Kinder in Ganjam spenden könnten.

Die Kleinen in Ganjam, welche von „1×1 für Indien“ unterstützt werden, besuchen zwei verschiedene Kindergärten. Die katholischen Kinder gehen in den des St. Michaels Convent‘s und die Hindu- und Muslimkinder in denjenigen von Agha (siehe, Liebevoll geführter Kindergarten).

Somit haben wir die Plüschtiere an beide Kindergärten verteilt, damit alle Kinder was davon haben und damit spielen können, dazu gab es noch eine Menge Farbstifte und verschiedene Malbücher. Die Freude bei den Kindern war riesengross und man konnte ein Leuchten in den kleinen Augen sehen, als sie die Geschenke in Empfang nahmen.

Zuhause haben die Kinder leider nichts zum Spielen und die Gewissheit, dass sie wenigstens im Kindergarten etwas haben, freut mich sehr.

Die Tatsache, dass Kinder aus der Schweiz mit Kindern in Indien so herzlich und solidarisch sein können, berührte mich sehr und macht mich zuversichtlich, denn Kinder sind unsere Zukunft. Geben wir ihnen doch Chancen und hinreichend Aufmerksamkeit, während sie Aufwachsen mit so viel Mitgefühl für andere, somit können wir stolz sein auf die Kinder und sie ermuntern so weiter zu machen.

Liebe Kindergärtner aus Rancate, vielen lieben und herzlichen Dank im Namen der Kindern aus Ganjam!

Viele bunte Dankes- und Glückwunschkarten!

Die Weihnachtsfeier mit den Kindern liegt schon einige Tage zurück und immer noch kommen täglich welche vorbei, um sich für die Feier und das schöne, sowie nützliche Geschenk zu bedanken. Diejenigen die es sich leisten können, bringen eine Dankes- und Glückwunschkarten vorbei. Diese rührende Geste möchte ich unbedingt mit euch allen Teilen und mich im Namen aller Begünstigten ganz herzlich bedanken!

Weihnachtsfeier mit den Kindern


Dieses Jahr war es speziell für uns, da wir zu Weihnachten in Ganjam waren. Darum haben wir uns entschlossen gemeinsam mit den Kinder zu feiern, obwohl sie verschiedenen Religionen angehören, wissen sie, dass Weihnachten für uns ein ganz besonderes Fest ist.

Weihnachten, wo das Licht über die Dunkelheit siegt!

Die Kinder der 5.Klasse in Niederwil haben es schon zusammen mit meinem Patenkind Laura bewiesen.

Die Geschenke die wir mit diesem Geld eingekauft haben wollten wir nicht einfach so verteilen, sondern auch mit den Kindern feiern.

Am Tag vorher gingen wir in Srirangapatna auf den grossen Gemüsemarkt und kauften 10 Kg verschiedenes Gemüse, 20 Kg Reis und 1 Liter Öl, beim Bauer wurde dann noch Holz geholt, um das Ganze dann über offenem Feuer zu kochen (hier wird zum Teil noch auf ursprüngliche Art und Weise gekocht).
Eine Köchin wurde engagiert und einige Mütter sowie Kinder kamen um uns zu helfen. Die Aufregung war gross, hier sieht alles so unorganisiert aus, um 8:30 Uhr dachten wir es wird niemals was zum Mittagessen geben und um ca. 13:00 Uhr sassen dann alle vor ihren Tellern und genossen den feinen Ghee-Reis mit Gemüse und Curd-Salat.

Um 10:30 Uhr hatten wir das Treffen angekündigt, aber erst um ca.11:00 Uhr waren die Meisten da (Indian Time).

Nach meiner Rede, verschiedene von den Kindern aufgeführten Tänzen und nach dem Verteilen der Geschenke gab es dann Mittagessen.




Als die unterstützten Kinder satt waren und wir immer noch genug zu essen hatten, konnten wir es dann den übrigen Kinder aus dem Dorf verteilen, die mit grossen Augen vor der Türe am Warten waren.

Bei so vielen leuchtenden und erwartungsvollen Augen und freudenstrahlenden Gesichtern konnte ich mich zu den glücklichsten Menschen zählen so was erleben zu dürfen.

Mein allerherzlichsten Dank an alle Freunde, Spender und Gönner die dies alles überhaupt mit ihren Zuwendungen ermöglicht haben.

Danke für die erfolgreiche Zusammenarbeit!

Bei einem Fest bei Freunden hatten wir Natalie kennengelernt und beim Small-Talk von unserem Kinderprojekt „1×1 für Indien“ erzählt. Sie war ganz begeistert von unserem karitativen Einsatz und hat uns ganz spontan ihre kreative Hilfe angeboten.

Als ich dann die Idee hatte Weihnachtskarten zu gestalten und sie um ihre Hilfe anfragte, erklärte sie sich sofort bereit mich bei meinem Unternehmen schöpferisch zu unterstützen und so starteten wir im Oktober mit der Kreation der Karten.

Selbstverständlich mussten die Karten auch hergestellt werden und ich wandte mich wiederum an Herr Jan Baur, der uns schon letztes Jahr die neuen Flyer gedruckt hatte.


Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei der künstlerischen und ideenreichen Fee, Natalie Kistler von www.nucreation.ch und Herrn Jan Baur von www.blitzdruck.ch für die erfolgreiche Zusammenarbeit und ihren unentgeltlichen Einsatz bedanken.

Eine lichtvolle Weihnachtsgeschichte mitten unter uns!

Bevor ich nach Indien gekommen bin, hatte ich mit meinen Patenkind Laura und ihrer Mutter Regula in Zürich abgemacht. Wie jedes Jahr vor Weihnachten gingen wir zusammen etwas Essen und später als es dunkel wurde, schauten wir uns die Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstrasse an, was eigentlich nichts aussergewöhnliches war.

Laura hatte aber dieses Jahr eine ganz besondere Überraschung für mich bereit. Das was sie und ihre Klassengspänli geschafft haben ist so aussergewöhnlich und die schönste „hoffnungs- und lichtvollste Weihnachtsgeschichte“ die ich jemals in meinen Leben erfahren habe.

Darum möchte ich es euch erzählen, denn es hat mein Herz so sehr berührt, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte und das mitten drin unter der Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstrasse wo die Leute an mir vorbeigingen mit ihre vollbepackten Geschenktaschen.


Laura hat zusammen mit ihren Gspänli der 5. Klasse aus Niederwil, verschiedene Handarbeiten hergestellt und am Weihnachtsmarkt verkauft.

Den Erlös von CHF 720.- haben sie nicht für sich behalten, sondern für die Kinder die von „1×1 für Indien“ unterstützt werden, gespendet und uns noch einen Brief mitgegeben.

Ich bin nur noch sprachlos vor so viel Mitgefühl und was „Kinder für Kinder“ im Stande sind.

Hiermit möchte ich mich bei der 5. Klasse aus Niederwil sowie den Lehrerinnen, mein allerherzlichsten Dank aussprechen.

Besinnliche Weihnachten und frohe Festtage!


Liebe Freunde, PatenInnen, SpenderInnen und GönnerInnen

Das laufende Jahr neigt sich dem Ende zu, die Festtage rücken näher und es ist mir eine Herzensangelegenheit, gerade in dieser besinnlichen Zeit an all diejenigen zu erinnern, die im Leben benachteiligt sind.

Wie Sie wissen, engagiert sich unser Verein „1×1 für Indien“ hauptsächlich in der schulischen und beruflichen Ausbildung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Auch helfen wir behinderten Kindern und deren Familien, indem wir die Kosten für medizinische Unterstützung, Spital-Aufenthalt, Medikamente und Hilfsmittel übernehmen. In der eigenen Nähschule werden Mädchen und Frauen im Schneidern, Nähen, Stricken und Sticken unterrichtet.

Mit unserem Engagement möchten wir die Lebensumstände vieler junger Menschen und deren Familien verbessern.

All dies wäre ohne Ihr freundliches Wohlwollen, Ihr Mitfühlen und Ihre vergangene und zukünftige finanzielle Unterstützung nicht möglich. Wir möchten uns deshalb im Namen aller Begünstigten ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen Advent, frohe Festtage und für das neue Jahr viel Glück, Liebe, Gesundheit und Freude.

Herzlichst grüsst Sie

Pina Scalegno Krienbühl und das Team von „1×1 für Indien“

Wer bestellt mehr?

Bereits am 21.1.2012 hatten wir aus Indien über die „iKaiChila‘s“ berichtet, jetzt möchte ich Euch darüber Erzählen wie es weiter ging.


Zuerst machten wir uns in Mysore auf die Suche nach dem Garn in den gewünschten Farben der Kundin. Dies war ein nicht ganz einfaches Unternehmen, denn wir besuchten mehrere Geschäften und verbrachten einen halben Tag damit bis wir endlich dass gefunden hatten, was wir suchten. Aber am Schluss waren wir sehr glücklich, genau die Farben und Qualität zu einem unschlagbaren Preis gefunden zu haben. Die Auswahl ist in Indien nicht so vielfältig wie man es sich wünscht und keine Selbstverständlichkeit immer zu finden was man sucht.

Am nächsten Tag haben sich dann die Mädchen und Frauen in der Nähschule an die Arbeit gemacht. Sie waren sehr motiviert und angespornt vom ersten Auftrag aus Übersee, dass sie über Mittag nicht wie üblich nach Hause gingen, sondern Ihr Mittagessen mitbrachten und es im Schatten des grossen Baumes vor den Räumlichkeiten des 1×1 für Indien, einnahmen um so schnell wie möglich an den „iKaiChila’s“ weiter zuarbeiten.

Es war einfach überwältigend und unglaublich wie sie sich eingesetzt haben und unter der Leitung von Elizabeth es schafften, bereits nach 3 Tagen die 50 „iKaiChila’s“ zu Häkeln. Nun mussten sie nur noch mit Perlen bestückt werden und wir waren echt entzückt zu sehen, wie das mit Glitzer versetzte Garn, sie richtig zum Leuchten brachte.

Durch diese intensive Zusammenarbeit und den ausserordentlichen Einsatz haben die Frauen eine wunderschöne Gruppendynamik entwickelt, welche von Einigkeit, Harmonie und Stolz geprägt war.

Die gute Arbeit und die positive Energien hatten gleich eine Resonanz, denn die Kundin aus Spanien war hell begeistert als Sie die „iKaiChila’s“ via Post erhalten hatte.

P. H. aus M schrieb:
Und dann auspacken, WOW!!!!!!
So, in natura gefallen mir die iKaiChila‘s noch viel besser als auf dem Foto.

Als ich dann von Indien zurück gekommen bin und auf Besuch bei zwei Freundinnen war, erzähle ich von den „iKaiChila’s“ und zeigte Ihnen ein Muster. Sie waren so begeistert, dass sie gleich 60 Stück bestellt haben.

Angela feiert im Mai ihren 25.Hochzeitstag und hatte die Idee die „iKaiChila’s“ als Bonboniere (Gastgeschenk für Ihr Silberhochzeitstag ) an Ihre Gäste zu verschenken.

Es ist nur eine Frage der Fantasie und ich finde es einfach genial, dass die „iKaiChila’s“ multifunktional verwendet und eingesetzt werden kann.

Wer bestellt mehr???


Gowri und ihr Häuschen…

Am Nachmittag sind wir wieder im Dorf unterwegs und besuchen die Kinder, die zusammen mit ihren Müttern in den vergangenen Tagen bereits bei uns vorbei gekommen sind und um Hilfe angefragt haben.

Viele der Kinder die zu uns kommen sind scheu, verstecken sich hinter ihrer Mutter und scheinen schon fast ängstlich. Ich versuche die Situation aufzulockern in dem ich sie anlache, probiere ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen ihre Scheu zu nehmen. Gowri hingegen war ganz anders, sie hat mich sofort angelacht, ganz aufgeweckt und interessiert hat sie sich umgeschaut und nahm Anteil an ihrem Umfeld mit ihren grossen ausdrucksvollen, lebendigen und leuchtenden Augen.

Unterwegs kommt uns Gowri mit einem „Big Smile“ entgegen und begleitet uns zu ihrem zuhause, bei ihrem Häuschen angelangt, waren wir berührt und fast sprachlos als wir erkannten wie klein es ist. Sogar Gowri muss sich bücken um überhaupt durch die Türe in Innere zu gelangen, wir hingegen müssen schon fast kriechen. Unglaublich, dass auf diesen knapp 6m2, ihre Eltern, ihr Bruder und sie selbst wohnen.

Ihr Vater ist Alkoholiker und Ihre Mutter arbeitet tagsüber als Kuli (Tagelöhnerin) auf den Feldern, somit ist Gowri, wie viele andere Kinder hier, den ganzen Tag sich selber überlassen.

Den ganzen weiteren Nachmittag begleitete sie uns und hielt immer beharrlich meine Hand ohne auch nur eine Sekunde von meiner Seite zu weichen. Sie verteidigte ihren Platz an meiner Seite vehement, wenn andere Kinder mir die Hand reichen wollten.

Das Schicksal von Gowri ist kein Einzelfall und betrifft viele Kindern hier in Ganjam und trotz ihrer traurigen Lebenssituation, hat sie mich mit ihrem fröhlichen Naturell, zutiefst beeindruckt.

Speditiv Papierkrieg führen…

Eigentlich haben Sr. Sunitha und ich versucht uns am Morgen vor allem um das Bürokratische zu kümmern und am Nachmittag dann mit den Menschen die Hilfe benötigen zu reden, so haben wir es uns zumindest vorgestellt!

Wenn wir aber hier sind und die Leute wissen davon, dann kommen sie egal ob Morgen oder Nachmittag ist, darum ist es dann nicht so einfach um speditiv Papierkrieg zu führen.

Viele der Mütter hier in Ganjam sind alleinerziehend, entweder verwitwet, die Väter einfach abgehauen, haben mehrere Frauen oder sind Alkoholiker. Die Frauen haben zu wenig Geld, obwohl sie irgend einer Arbeit nach gehen, wie Räucherstäbchen oder Beddi’s (eine Art Zigaretten) drehen, auf dem Markt oder den Feldern arbeiten. Trotzdem verdienen sie nicht genug um die Familie zu ernähren und dann noch die Kinder in die Schule zu schicken ist finanziell für sie nicht machbar.

Die Kinder können in eine öffentliche staatliche Schule gehen und müssen nicht viel bezahlen, aber für viele Familie übersteigt schon die kleinste Schulgebühren ihr Budget. Dazu kommen dann noch die Schul-Uniformen, Schulbücher, Schulmaterial, Busgebühren usw. was den Rahmen dann endgültig sprengt.

Es macht mich Nachdenklich!

Venkatesh besucht uns heute im Büro, er ist 21 Jahre alt und seit seinem dritten Lebensjahr, hat er eine Behinderung an der rechten Körperseite. Vor allem ist sein Arm ziemlich stark durch eine Deformation in Mitleidenschaft gezogen und die Hand ist ganz versteift und unbeweglich. Nächste Woche gehen wir sowieso mit einem Sammeltaxi nach Mysore ins Spital und wir werden Venkatesh gleich mitnehmen. Es macht mich Nachdenklich, dass man 18 Jahre lang nichts unternommen hat um diesem jungen Mann zu helfen.

Liebe Freunde vom „1×1 für Indien“

Eigentlich habe ich schon ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich noch nicht viel über die Schicksale der Menschen geschrieben habe, denen ich tagtäglich hier in Ganjam begegne. Viele sind die Gründe warum es nicht so einfach ist jeden Tag zu berichten.

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal die ganze Buchhaltung alleine gemacht und natürlich sind die Ansprüche an mich selber sehr hoch, darum hat es auch etwas länger gedauert bis wir fertig waren.

Es ist auch nicht einfach, sich alles von Sr. Sunitha übersetzen zu lassen, denn die Quittungen sind meistens auf Kannada geschrieben, wir notieren uns dann alles auf Deutsch und die Unterhaltung zwischen uns zwei ist wiederum auf Englisch.

Aber nun habe ich es geschafft und bin sehr Glücklich über das Resultat. Vielen Dank an Dirk für die Umsetzung der doppelte Buchhaltung, denn nun haben wir einen sehr guten Überblick und das nächste Mal werden wir sehr viel Zeit sparen können.

Ein Loch im Herzen!

Buchhaltung hin oder her, wir werden von Chandana und ihrer Mutter unterbrochen. Die Kleine ist am 27.11.2007 mit einem Sinus-Venosus-Defekt (Loch in der Herzscheidewand zwischen den Vorkammern) geboren worden. Die Eltern können sich die regelmässigen Untersuchungen nicht leisten, denn die jeweils anfallenden Kosten von 700-800 INR (13-15 CHF), sind für die Familie nicht tragbar. Der Vater arbeitet als Kuli (Tagelöhner) und somit verfügen sie nur über ein sehr kleines Einkommen. Sie bitten uns um Unterstützung, damit man alle 6 Monate die notwendigen kardiologischen Checks machen kann, um die Entwicklung des Herzes mit zu verfolgen und so Veränderungen festzustellen. Chandana hat so mein Herz berührt, dass es sofort für mich klar war die anfallenden Kosten zu übernehmen. Nach einem Besuch in ihrer Hütte beschlossen Dirk und ich auch für ihre Schulbildung aufzukommen und eventuell weitere benötigte Hilfe zu leisten.

Versammlung der Kinder…

Auf heute Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr hatten wir eine Versammlung in der Schulhalle mit allen Kindern angesagt und eine Stunde später waren wir dann einigermassen komplett. Die Kinder hatten einige Darbietungen für uns vorbereitet und eröffneten die Zusammenkunft mit einem Gebet und einer Tanzvorführung. Dann waren wir Dirk und ich mit unserer Rede an der Reihe.

Die Neuigkeiten mit denen wir hier konfrontiert wurden, waren von durchmischter Natur!

Die Prioritäten sind hier etwas anders gelagert, denn die Eltern sind zum Teil Analphabeten und mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt. Mangels eigener Bildung können sie die Kinder weder in schulischen Angelegenheiten unterstützen noch fördern und somit werden sie sich selber überlassen. Wer ums Überleben kämpfen muss, ist zum Teil auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen und somit wird die Schulbildung vernachlässigt.

Sinn der Rede war es eine „Message“ an die Kinder zu senden. Vor allem wollten wir die Wichtigkeit einer Schulbildung aufzeigen und haben sie an ehemalige Kinder aus der Nachbarschaft erinnert, die jetzt z.B. Sport-, Englisch- und Mathematiklehrer/innen, Krankenschwestern, Manager, Flugzeugelektroniker, usw. sind. Um somit an ihre Eigenverantwortung zu appellieren und aufzuzeigen, was alles möglich ist mit einer guten Bildung. Wir können sie zwar finanziell unterstützen, aber was nützt es wenn sie die Schule schwänzen oder einfach kein Interesse daran zeigen, weil sie den Sinn und die Welt die sich ihnen eröffnen kann noch nicht erkennen. Verallgemeinern kann man dies natürlich nicht, es gibt auch Eltern die sehr interessiert sind an den schulischen Pflichten ihrer Kinder.

Das ganze musste von Sr. Sunitha von Englisch in Kannada übersetzt werden. In Kannada sind Sätze mindestens 2-3 Mal länger als in Englisch, denn z.B. muss ein bestimmtes Wort mit mehreren Sätzen umschrieben werden, da es dies in ihrer Sprache gar nicht gibt.

Nachher führten die Kinder uns ein paar Tänze und Theaterstücke auf, letztere waren sehr lustig und wir haben herzhaft gelacht. Nun war es entlich soweit und die Kinderaugen glänzten schon, denn sie wussten, dass sie jetzt ihr Geschenk bekommen würden. Dies war eine kleine logistische Herausforderung, denn wir wollten nicht nur die Geschenke verteilen, sondern auch noch von jedem Kind ein aktuelles Foto aufnehmen und am Schluss noch alle beisammen haben um ein Gruppenfoto zu machen.

Herzergreifendes Teamwork!

Nach unserem Entschluss neue Flyers und Visitenkarten zu kreieren und auf meiner Suche nach einer Druckerei gegen Ende 2011 war ich anfangs nicht sehr erfolgreich und hatte es schon fast aufgegeben, da die meisten ihr Spenden-Budget um diese Jahreszeit bereits aufgebraucht hatten.

Als ich bei einem Treffen mit meiner Freundin Claudia von meinem Vorhaben berichtete, verwies sie mich an Herrn Jan Bauer von www.blitzdruck.ch. Er zeigte sich trotz weihnächtlichem Zeitmangel sehr gerne bereit unsere Sache tatkräftig und finanziell zu unterstützen. Auch unsere beiden Freunde Djamel und Karim von www.mediaplantage.ch versprachen uns, beim Layout von der kreativen Seite her behilflich zu sein und das Design zu übernehmen. Vor zwei Wochen sind nun die 10‘000 Flyers (deutsch und italienisch) und die Visitenkarten fertig geworden. Die Arbeit an diesem Projekt hat mich sehr berührt und es war sehr schön und herzergreifend, mitzuerleben wie Menschen bereit sind ohne jegliche Gegenleistung, gemeinsam an einer Idee im Team zu arbeiten. Nun sind wir in der Lage wieder viele Menschen mit den neuen Flyern zu erreichen.

Nochmals herzlichsten Dank an alle, die trotz Weihnachtsstress zum guten Gelingen beigetragen haben, im Besonderen an Herrn Jan Bauer von www.blitzdruck.ch für das kostenlose Drucken, Djamel und Karim M’rad von www.mediaplantage.ch für das tolle Design. Natürlich danke ich auch Dirk, der alles koordiniert hat und Sonja für die Zusammenarbeit bei der italienischen Übersetzung.

Leider war es mir nicht möglich mich früher zu bedanken, da ich seit einer Woche in Indien bin, hier bis jetzt sehr viel zu tun hatte und vorher mit den Vorbereitungen für die Reise beschäftigt war.

Heute Morgen ist Buchhaltung angesagt!

Mayte hatte den ganzen Vormittag Häkeln am praktischen Beispiel einer Tasche unterrichtet und am Nachmittag an den Uniformen der Schulkinder gearbeitet.

Um 9 Uhr legen Sr. Sunitha und ich mit der Buchhaltung los, nur leider kommen wir nicht sehr weit, denn kaum haben wir angefangen, kommt schon Venu, eines unser langjährig unterstützten Patenkinder, vorbei. Er hat gute Neuigkeiten, denn er hat das P.U.C (Pre University College) mit Erfolg abgeschlossen und möchte nun zum NCC (National Cadet Corp) und darauf folgend des BCom Diplom (Bachelor of Commerce) machen, die Kosten werden sich auf Alleine für die Ausbildung auf 30‘000 INR (ca. 560 CHF) belaufen, plus Bücher, Uniform, Transportkosten u.s.w.

Nun ein neuer Anlauf mit der Buchhaltung weiter zu machen, was uns auch gelingt aber schon bald kommt Nanjamma mit ihren Sorgen. Sie ist eine ältere Frau die über starke Rückenschmerzen und Entkräftung klagte, die trotz Schmerzmittel keine Linderung fand. Wir vereinbarten einen Termin mit der Ärztin, die nur am Abend anwesend ist, da sie tagsüber in Mandya arbeitet und ihr Dienste fast umsonst anbietet.

Eigentlich wollten wir weiterfahren, aber Saraswathi, ein Ex-Patenkind), die Sozialarbeit studierte kam mit ihren Sorgen. Im Moment ist sie auf Arbeitssuche und kümmert sich in der Zwischenzeit um ihre 3-jährigen Zwillings-Neffen, Keishave und Kushal, da ihre eigenen Eltern diese Verantwortung nicht war nehmen. Sie bittet uns um Unterstützung um die Kleinen in den Kindergarten schicken zu können.

Natürlich war dies noch nicht alles an diesem Tag, es kamen ausserdem noch Mufuda Banu, ein älter Mann mit seinem Enkel vorbei. Annapoorma, Poormina und viele andere Kinder kamen in Begleitung ihrer Mütter zu uns und alle baten um Beteiligung an den Kosten für den Kindergartenbesuch.

Auch kamen noch ganz viele andere gesponserte Kinder und ihre Eltern uns Besuchen, denn die Nachricht, dass wir da sind, breitet sich wie ein Lauffeuer aus, es ist sehr schön, aber auch anstrengend….

Darum falle ich jetzt gleich todmüde ins Bett.

Was ich auch noch schnell an dieser Stelle erwähnen wollte ist ein grosser Dank an Dirk, denn er Ihm Back-Office schreibt all die Berichte fürs Internet, unterstützt mich tatkräftig bei der Buchhaltung, kümmert sich um dieses und jenes und so ist er ganz schön beschäftigt und hat ganz viel Arbeit, darum habe ich ihn zu meinem Sekretär ernannt 😉 !

Die Frauen und ihre Schuhe!

Auf unseren Flug am Gate wartend, tranken wir noch einen Kaffee und da fiel mir auf, dass die Frau am Nebentisch die gleichen Schuhe (eher etwas Aussergewöhnliches, was man nicht jeden Tag sieht) trug wie ich. Sogleich sprach ich sie an und wir schwärmten davon wie bequem sie sind. Im weiteren Gespräch fanden wir heraus, dass auch sie nach Indien fliegt. Was für ein Zufall, denn im Flugzeug sass dann Mayte neben ihr und so führten wir das Gespräch weiter. Wir fanden heraus, dass sie mit einer Reisegruppe aus der Schweiz in Südindien unterwegs sein wird und verschiedene Sehenswürdigkeiten besuchen werden, die ganz in der Nähe von Ganjam (1×1 für Indien) unterwegs sein werden. Nachdem wir unsere Visitenkarten ausgetauscht hatten, sagten wir noch ganz spontan „kommt doch einfach mal vorbei, wenn ihr in der Nähe seid“.

In Bangalore angekommen werden wir von Hemanth, der „von 1×1 für Indien“ unterstützt wurde, ganz herzlich mit einem Rosenstrauss empfangen. Er hat Elektro-Ingenieur studiert und macht nun in Bangalore eine Weiterbildung zum Flugzeugelektroniker.

Wie geplant kommen wir morgens um 5 Uhr in Ganjam an, begrüssen kurz die Schwestern und gönnen uns dann zuerst ein paar Stunden Schlaf, bevor wir mit unserer Arbeit beginnen.

Um 16:00 sitzen wir alle zusammen, d.h. Sr. Sunitha, Elizabeth, Mayte, Dirk und ich um uns einen Überblick der aktuellen Lage zu verschaffen. Kaum haben wir angefangen, klopft es an der Türe und Christine mit ihrer Kollegin Brigitte, die Schuh-Bekanntschaft steht da und hat es tatsächlich geschafft den ganzen Bus zum „1×1 für Indien“ umzuleiten.

Wir freuen uns sehr über die Überraschung und heissen die ganze Gesellschaft willkommen. Wir führen sie herum, zeigen ihnen unsere Nähschule, das kleine Büro und erklären ihnen unser karitatives Werk.
Die Gruppe war ganz begeistert von unserer Tätigkeit und unaufgefordert schnappte sich der Reiseleiter ein Nähkörbchen und ging damit herum und bat um eine Spende.

Wir bedanken uns ganz herzlich für den Besuch, die Spende und Wünschen der Reisegruppe noch eine schöne und erlebnisreiche Zeit in Südindien.

Wanderferien, Imbach-Reisen AG, Zürichstrasse 11, CH- 6006 Luzern.

Danach ging unsere Teamsitzung weiter und nach fast 3 Stunden brummten unsere Köpfe und total geschafft ging es ziemlich früh ins Bett.

Ich stelle mich vor als Ihre neue Präsidentin!

Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen,
müssen wir bei den Kindern anfangen.
(Mahatma Gandhi)

Liebe Familie, Freunde, PatInnen, SpenderInnen & GönnerInnen

Es ist mir eine Freude und Ehre Ihnen folgende Mitteilung machen zu dürfen:

An unserer letzten Generalversammlung wurde ich von den Mitgliedern vom „1×1 für Indien“ angefragt, ob ich künftig die Aufgabe der Präsidentin übernehmen möchte.

Ich hatte nicht viel Zeit zu überlegen, was ich auch nicht musste, denn das „1×1 für Indien“ liegt mir sehr am Herzen! Ich bin mit diesem Projekt und dem Hilfswerk sehr verbunden und hatte auch das Glück, schon seit der Gründung mit dabei zu sein. Es war für mich klar, dass ich diese Aufgabe übernehmen werde, und ich möchte allen Mitgliedern hiermit meinen herzlichen Dank aussprechen für das entgegengebrachte Vertrauen, diese Aufgabe in meine Hände zu legen.

Die meisten von Ihnen kennen mich schon, unser Verein ist klein und familiär, aber denjenigen für die ich noch eine Unbekannte bin, möchte ich mich gerne vorstellen:

Mein Name ist Pina Scalegno Krienbühl, ich bin seit 14 Jahren mit Dirk Krienbühl verheiratet, 47 Jahre alt und arbeite seit 25 Jahren als Krankenpflegerin.

Mein beruflicher und privater Werdegang führte mich durch viele Stationen der medizinischen Betreuung und Versorgung kranker Menschen, wie z.B. in der Chirurgie, Infektiologie, Psychiatrie, in der Aidsbetreuung, Palliativmedizin und auch Sterbebegleitung. Somit ist das Thema Mensch, Gesundheit und seine Entwicklung etwas, dass mich durch mein Leben begleitet und mir am Herzen liegt.

Menschen, ihre Bedürfnisse und Nöte sind zeitlebens Teil meiner Geschichte.

Menschen sind so zu sagen meine Passion und es interessiert mich alles, was mit Ihnen zu tun hat, sei dies nun auf Reisen, im sprachlichen Austausch, in gemeinsamen Projekten, wer sie ganz persönlich sind und was sie bewegt.

Schon als Kind hatte ich Bücher von Albert Schweitzer gelesen und gedacht, dass ich eines Tages, wenn ich gross bin, nach Afrika gehe und mich einer Arbeit in seinem Sinne widmen werde.

Nun ist es zwar nicht Afrika, aber Indien hat „mich gerufen“. Im Januar 1996 bereiste die ganze Familie zusammen das faszinierende Land im Süden Indiens und bereits im darauf folgenden Dezember wurde bei einer weiteren Reise, gemeinsam mit den „Urvätern“, das Projekt und Hilfswerk 1 x 1 für Indien gegründet.

Mein besonderer Dank gilt meinen Schwiegereltern, dem abtretenden Präsidenten Fritz Krienbühl und Mayte Krienbühl für die im Vorfeld hervorragende Arbeit, die sie geleistet haben und ohne sie „1×1 für Indien“ gar nicht entstanden wäre!

In der heutigen Zeit, wo viele Staaten Schwierigkeiten mit ihrem Budget haben und die Aufgabe der Lösungen von zentralen und komplexen Problemen, wie z.B. der Armutsbekämpfung oft vernachlässigt wird, sehen wir unser gemeinsames Engagement für die Kinder und deren Familien in Indien. Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt und freue mich über Ihre Treue und die weitere Unterstützung, denn auf Menschen wie Sie, baut die Organisation auf.

Nicht jeder kann nach Indien reisen, helfen und spenden. Aber jeder von uns kann „Anwalt“ sein für die Menschen, deren Stimmen oft nicht gehört werden.

Ich möchte alle ermutigen sich zu engagieren um Lösungen für diese Herausforderung zu finden und bedanke mich schon jetzt ganz herzlich bei Ihnen für das entgegen gebrachte Vertrauen.

Wir müssen aus dem Schlafe erwachen und unsere Verantwortung sehen.
(Albert Schweitzer)

Ihre Präsidentin

Pina Scalegno Krienbühl

eine private und schweizerische Hilfsorganisation in Indien

Tragische Situationen und Lebensumstände!

Die Situation, respektive die Lebensumstände hier, sind schon tragisch, wenn man es mit den Augen eines Europäers betrachtet. Die Hütten bestehen im besten Fall aus 4 Mauern, einer Tür und sind mit einem Lehmboden ausgestattet, darüber hat es meistens ein Wellblechdach. So ein Hütte hat in der Regel etwa 15m2 und besteht aus Küche, Wohn- / Schlafzimmer und einem Waschraum und ist zum Teil mit einem 2-türigen Schrank und 2 Plastikstühlen ausgestattet. Alle schlafen im selben Raum nebeneinander auf Strohmatten, so das nachts kein Millimeter mehr frei ist. Am Morgen werden dann die Matten wieder zusammen gerollt „Et Voila“ haben wir ein Wohnzimmer.

Hier gibt es für die untersten Schichten keine AHV, IV, Krankenkasse oder sonstige Versicherungen, so dass, wenn ein Familienmitglied krank wird und man für Operationen, Medikamente und anderes aufkommen muss, es die meisten Familien in den direkten Ruin treibt, weil oft das Geld fehlt. Das geht dann meist zu Lasten von Essen und Kinder müssen oft die Schule abbrechen, weil man sich die Gebühren nicht mehr leisten kann und sie zudem gezwungen sind Geld zu verdienen, denn das Herstellen von Räucherstäbchen reicht nicht aus um eine Familie über Wasser zu halten.

Die 12-16 jährigen Knaben die plötzlich zu Familienoberhäuptern werden, weil ihre Väter gestorben, dem Alkohol verfallen oder einfach abgehauen sind und ihre Frauen und Kinder einfach im Stich liessen.

In ihrer ganzen Verzweiflung, Armut und tragischer Aussichtslosigkeit, gibt es sogar welche, die ihre Situation noch schlechter darstellen als sie überhaupt schon ist, aus Angst keine Hilfe zu bekommen. Dabei ist schon ihre Realität so was von tragisch, dass es in unseren Augen eigentlich gar nichts Schlimmeres als solche Lebensumstände geben kann.

Samstagswäsche!

Heute Morgen in der Früh sind schon etliche Kinder vorbei gekommen und so erfuhren wir, dass heute kein Unterricht stattfindet, weil aus politischen Gründen gestreikt wird.

Dirk und ich gehen ins Dorf, denn nach so vielen Zahlen will ich endlich indische Luft und vor allem Gerüche schnuppern! (wer schon mal in Indien war, weiss wovon ich rede 😉 ). Unterwegs werden wir immer wieder herzlich gegrüsst und überall hören wir „Hello Anty, Hello Uncle, Good Morning“! Zuerst gehen wir bei der Schule vorbei, wo wir von vielen Kinder ganz ungestüm begrüsst und belagert werden! Sie haben zwar keinen Unterricht wegen des Streiks, trotzdem sind sie aber zahlreich auf dem Schulhof anzutreffen und spielen.


Wir spazieren weiter quer durchs Dorf an die nördlichste Seite und gelangen zum Kaveri Fluss, wo der Nimishambha Tempel steht. Hier treffen wir viele Inderinnen bei ihrer Samstagswäsche an, unter anderem Mütter von Kindern, die wir sponsern. Eine von Ihnen spricht sogar Englisch und so kommen wir ins Gespräch und erfahren so allerhand. Sie erzählt nebenbei uns von ihrem Neffen, der sein Fuss gebrochen hat und bereits in einem staatlichen Spital operiert wurde, anscheinend geht es ihm nicht sehr gut und so entschliessen wir uns, bei ihm vorbeizuschauen.

In einer kläglichen Hütte treffen wir auf Nadeem, der auf einer Strohmatte am Boden liegt. Ich mache mich gleich daran, mir die Wunde des offenen Bruchs etwas genauer anzusehen und erkenne sofort, eine ganz schlimme Infektion. Ich erkundige mich, ob sie was zum Desinfizieren haben, aber es gibt nichts ausser ein wenig Watte. Wir entschliessen uns, ihn in unsere Vertrauensklinik, dem „Chandrakala Hospital“ im nahegelegenen Mysore zubringen. Dort ist kein Arzt im Dienst, somit wird die Wunde von einen Krankenpfleger desinfiziert, mit antibiotischer Salbe versorgt und ein neuer Verband angebracht. Wir bekommen einen Termin für Montag um 9.30 Uhr. Auf dem Weg nach Hause kaufen wir Nadeem noch Gehstöcke, damit er sich zumindest ein wenig bewegen kann und nicht nur immer am Boden herumliegen muss. Spät am Abend kommen wir zurück, hier ist halt etwas komplizierter und man braucht mehr Zeit um zu einen Resultat zu kommen.

3 kg Reis im Monat für 3 Personen!

Heute fängt Fritz und Schwester Sunitha an die Buchhaltung zu kontrollieren und gleichzeitig werde ich am praktischen Beispiel mit den Details vertraut gemacht. Schwester Sunitha hat mehrere Abrechnungsbücher je nach Verwendungszweck. Zwischendurch werden wir immer wieder von Kindern, die uns besuchen kommen, unterbrochen. Nach 8 Stunden kontrollieren und abrechnen hatten wir alle drei rauchende Köpfe und entschlossen uns am nächsten Tag weiterzumachen.

Mayte ist wie immer in der Nähschule beschäftigt, hier muss zuerst einmal der Lagerbestand kontrolliert werden. Die verschiedenen Sachen, wie Schuluniformen, Pullover, Panjabis, Saris, Stoffe usw. müssen gezählt und die Qualität kontrolliert werden.

Um 18 Uhr dachten wir schon an den Feierabend, da kommt noch Brijesh mit seiner Mutter um sich für die bis jetzt erhaltene Unterstützung zu bedanken, die auch sein todkranker Vater erhalten hat, der an Krebs leidet. Brijesh ist ganz abgemagert und wir bringen in Erfahrung, dass sie von nur 3 kg Reis pro Monat leben. Die Familie wird bis auf weiteres mit 20 kg Reis pro Monat unterstützt.

SODIS – Sauberes Trinkwasser in 6 Stunden

Solare Wasserdesinfektion – die SODIS- Methode – ist ein einfaches Verfahren zur Desinfektion von Trinkwasser. Verkeimtes Wasser wird in transparente PET- oder Glasflaschen gefüllt und während 6 Stunden an die Sonne gelegt. In dieser Zeit töten die UV-Strahlen der Sonne Durchfall erzeugende Krankheitskeime ab. Die SODIS-Methode hilft, Durchfälle zu verhindern und rettet so Menschenleben. Dies ist dringend nötig, denn jeden Tag sterben mehr als 4000 Kinder an den Folgen von Durchfallerkrankungen.

SODIS (Abkürzung für Solar Water Disinfection – solare Wasserdesinfektion) ist ein Engagement der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs. Sie setzen sich seit mehr als 10 Jahren dafür ein, Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Mit unserer Arbeit wollen sie die Trinkwasserversorgung verbessern und die Kindersterblichkeit reduzieren und damit einen direkten Beitrag leisten an die Millennium-Entwicklungsziele der UNO ist ein Engagement der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs

So funktioniert’s


Mit Hilfe von Sonnenstrahlen kann Wasser entkeimt und so trinkbar gemacht werden. Die solare Wasserdesinfektion – oder kurz SODIS-Methode – bietet damit eine Lösung zur Vermeidung von Durchfall, eine der häufigsten Todesursachen für Menschen in Entwicklungsländern.

Die SODIS-Methode ist sehr einfach in der Anwendung: Eine transparente PET-Flasche wird mit Seife gereinigt. Anschliessend füllt man die Flasche mit Wasser und legt sie während mindestens 6 Stunden an die volle Sonne. Das Wasser ist dann desinfiziert und kann getrunken werden.

Wichtige Punkte bei der Anwendung der SODIS-Methode

Material, Farbe und Form der Flasche


Wir empfehlen für die Anwendung der SODIS-Methode PET-Flaschen, da diese leicht sind und nicht zerbrechen. Zudem sind sie in vielen Regionen problemlos erhältlich. Es können jedoch auch Glasflaschen oder spezielle Beutel verwendet werden. PET-Flaschen sind in der Regel als solche gekennzeichnet, die Bezeichnung ist jedoch nicht in allen Ländern gleich.

Die Flaschen müssen transparent und farblos sein. Oftmals sind PET-Flaschen leicht bläulich. Dies ist kein Problem. Stark zerkratzte Flaschen müssen ausgewechselt werden.

Die Flaschen dürfen nicht grösser als 3 Liter sein.

Wassertrübung


Eine starke Trübung des Wassers vermindert die Wirksamkeit der Methode. Ob das Wasser genügend klar ist, kann einfach überprüft werden:

Die gefüllte PET-Flasche wird aufrecht auf eine Zeitungsüberschrift gestellt. Nun schaut man von oben durch die Flaschenöffnung, durch das Wasser auf den Flaschenboden. Wenn die Buchstaben der Überschrift lesbar sind, kann das Wasser verwendet werden.

Sind die Buchstaben nicht lesbar, muss das Wasser filtriert werden. Dieser Test entspricht einer Trübung von 30 NTU

Bewölkung und Regen


Bewölkung beeinflusst die Stärke der Sonneneinstrahlung und somit die Wirksamkeit der Methode.

Faustregel:

  • Ist der Himmel weniger als zur Hälfte mit Wolken bedeckt, genügen 6h für eine vollständige Entkeimung.
  • Ist der Himmel mehr als zur Hälfte mit Wolken bedeckt, muss die Flasche während 2 aufeinanderfolgenden Tagen an die Sonne gelegt werden.

Regen

Während anhaltenden Regenfällen funktioniert die Methode nicht zufriedenstellend. An solchen Tagen empfehlen wir Regenwasser zu sammeln.

Verhinderung der Wiederverschmutzung


Das behandelte Wasser sollte in der Flasche aufbewahrt und direkt aus der Flasche getrunken oder vor dem Konsum direkt aus der Flasche in eine Tasse oder ein Glas gefüllt werden. Dadurch kann eine Wiederverschmutzung des behandelten Wassers verhindert werden.

Quelle: