Versammlung der Kinder…

Auf heute Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr hatten wir eine Versammlung in der Schulhalle mit allen Kindern angesagt und eine Stunde später waren wir dann einigermassen komplett. Die Kinder hatten einige Darbietungen für uns vorbereitet und eröffneten die Zusammenkunft mit einem Gebet und einer Tanzvorführung. Dann waren wir Dirk und ich mit unserer Rede an der Reihe.

Die Neuigkeiten mit denen wir hier konfrontiert wurden, waren von durchmischter Natur!

Die Prioritäten sind hier etwas anders gelagert, denn die Eltern sind zum Teil Analphabeten und mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt. Mangels eigener Bildung können sie die Kinder weder in schulischen Angelegenheiten unterstützen noch fördern und somit werden sie sich selber überlassen. Wer ums Überleben kämpfen muss, ist zum Teil auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen und somit wird die Schulbildung vernachlässigt.

Sinn der Rede war es eine „Message“ an die Kinder zu senden. Vor allem wollten wir die Wichtigkeit einer Schulbildung aufzeigen und haben sie an ehemalige Kinder aus der Nachbarschaft erinnert, die jetzt z.B. Sport-, Englisch- und Mathematiklehrer/innen, Krankenschwestern, Manager, Flugzeugelektroniker, usw. sind. Um somit an ihre Eigenverantwortung zu appellieren und aufzuzeigen, was alles möglich ist mit einer guten Bildung. Wir können sie zwar finanziell unterstützen, aber was nützt es wenn sie die Schule schwänzen oder einfach kein Interesse daran zeigen, weil sie den Sinn und die Welt die sich ihnen eröffnen kann noch nicht erkennen. Verallgemeinern kann man dies natürlich nicht, es gibt auch Eltern die sehr interessiert sind an den schulischen Pflichten ihrer Kinder.

Das ganze musste von Sr. Sunitha von Englisch in Kannada übersetzt werden. In Kannada sind Sätze mindestens 2-3 Mal länger als in Englisch, denn z.B. muss ein bestimmtes Wort mit mehreren Sätzen umschrieben werden, da es dies in ihrer Sprache gar nicht gibt.

Nachher führten die Kinder uns ein paar Tänze und Theaterstücke auf, letztere waren sehr lustig und wir haben herzhaft gelacht. Nun war es entlich soweit und die Kinderaugen glänzten schon, denn sie wussten, dass sie jetzt ihr Geschenk bekommen würden. Dies war eine kleine logistische Herausforderung, denn wir wollten nicht nur die Geschenke verteilen, sondern auch noch von jedem Kind ein aktuelles Foto aufnehmen und am Schluss noch alle beisammen haben um ein Gruppenfoto zu machen.

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